Seeadler kehren zurück nach Österreich

Seeadler - Hans-Christian Hein
Seeadler - Hans-Christian Hein
Seit 1946 galt der Seeadler in Österreich, wo er auch das Wappen ziert, als ausgestorben. Nun wurden erstmalig 143 Tiere gezählt - so viele wie noch nie!

Seit dem 2. Weltkrieg war der Seeadler in Österreich praktisch ausgestorben. 1945/46 brüteten die letzten Seeadler in Österreich erfolgreich. Auch im Winter 2001 kam es zu einer erfolgreichen Brut. Ab 2001 gab es zunächst immerhin 6 Brutpaare, die in Österreich wohnten. Die meisten Seeadler kamen dennoch nur, um zu überwintern, nicht aber, um zu brüten, weil sie ständig gestört wurden. In Deutschland gab es ähnliche Probleme. Seeadler sind eigentlich in ganz Mittel- und Westeuropa zu Hause, und kamen sonst von Skandinavien nach Deutschland und Österreich, wenn es im Norden zu kalt war. Ansonsten sind Seeadler eigentlich Tiere, die ein Revier bevorzugen, in dem sie brüten und bleiben. Viele Hilfsprogramme haben dafür gesorgt die Seeadler nun wieder anzusiedeln und dieses mit Erfolg. Zum ersten Mal wurden 143 Seeadler in Österreich gezählt, so viele gab es seit über 60 Jahren nicht mehr. Nun muss dafür gesorgt werden, dass der Bestand auch bleibt und es nicht wieder zu einer Ausrottung kommt.

Der Mensch ist der größte Feind - über das Aussterben der Seeadler

Die Gründe für das Aussterben des majestätischen Vogels, der einst der Charaktervogel der europäischen Meeresküsten, Flüsse und Seen war, sind sehr vielseitig. Sehr lange wurden sie gejagt und trotz Gesetzen gibt es immer noch illegale Jagden, die natürlich auch beim Brüten stören. Auch Forstwirtschaft und Tourismus förderten das Aussterben. Auch illegal ausgelegte Giftköder wurden eingesetzt. Das größte Problem war allerdings die Verwendung des Insektizids DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan). DDT war jahrzehntelang das am Häufigsten eingesetzte Insektenmittel, da es sehr einfach herzustellen und für Säugetiere ungefährlich war. Erst im Laufe der Jahre wurde festgestellt, dass es sich nicht nur wegen der chemischen Stabilität und der guten Fettlöslichkeit im Gewebe von Menschen und Tieren am Ende der Nahrungskette anreicherte, sondern einige seiner Abbauprodukte hormonähnliche Wirkungen hatten. Dies sorgte dafür, dass die Eier der Seeadler eine sehr dünne Schale hatten und meist bereits beim Brüten zerstört wurden. Da auch der Verdacht bestand, dass es für Menschen krebserregend sei, wurde DDT nach einer Zeit in den meisten Ländern verboten.

Der Kampf gegen das Aussterben des Seeadlers in Österreich

Im Zuge eines speziellen Seeadlerprojekts wurde seit 2000 in Österreich intensiv am Schutz des Seeadlers gearbeitet. Der WWF führte das Projekt gemeinsam mit dem Lebensministerium durch. Unterstützung kam von BirdLife Österreich, der Niederösterreichischen und Burgenländischen Landesregierung, dem Naturhistorischen Museum Wien, dem Verteidigungsministerium und den Nationalparken Donau-Auen und Neusiedler See - Seewinkel. Schwerpunkt des Projekts waren das strenge Monitoring der Seeadler und die Sammlung und Erfassung aller Seeadlerdaten und Meldungen und auch intensive Aufklärung zum Thema Giftköder, sowie strengere Gesetze. Auch in Deutschland wird ein reger Kampf für die Seeadler geführt.

Kämpfen für Seeadler - jeder kann und soll mithelfen

Immer noch legen viele Menschen Giftköder gegen Krähen, Füchse oder Marder aus. Nachdem sich die Seeadler im Winter in erster Linie von Aas ernähren, ist dies sehr gefährlich für sie. Das Auslegen dieser Giftköder ist illegal! Sowohl in Deutschland, als auch in Österreich, hat der WWF eine Gift-Hotline eingerichtet, bei der Vorfälle gemeldet werden sollen. Der WWF warnt davor, dass manche Menschen die Köder sogar in Siedlungsgebieten auslegen. Beobachtet man etwas, soll man weder Köder noch Kadaver anfassen, sondern gleich die Hotline (0676/ 4446612) verständigen. Grundsätzlich sollte man alle Verdachtsfälle melden, denn der WWF ist immer noch auf der Suche nach Tätern. In Deutschland setzte er sogar eine Belohnung für Hinweise aus. Weiters braucht der WWF immer wieder Spendengelder, um die Projekte weiterführen zu können. Dafür kann man auch kleine Patenschaften für Tiere übernehmen.

Wissenswertes über Seeadler

Der Seeadler ist mit einen Flügelspannbreite von bis zu 2,50 Metern der größte europäische Adler. Er kann bis zu 7 Kilogramm wiegen. Die Weibchen sind größer als die männlichen Tiere. Man erkennt die Seeadler an ihrem großen, gelben Schnabel, den hellen Kopf und dem weißen Schwanz. Unter normalen Umständen werden Seeadler zwischen 15 und 40 Jahre alt. Natürliche Feinde haben sie keine. Seeadler bauen Nester, auch genannt Horste, die bis zu 2 Meter Durchmesser haben und somit die größten Nester sind, die im Tierreich zu finden sind. Sie bestehen oft jahrzehntelang. Alte Seeadlerpaare leben in Dauerehe zusammen. Die Paarungszeit ist im Februar und die Brutzeit zwischen Mitte Februar und April. Die Seeadler fressen oft Aas, gehen aber auch auf die Jagd auf frische Beute wie Fische und Seevögel. Seltener jagen sie kleine Säugetiere wie Kaninchen oder Mäuse.

Quellen: ORF, WWF, nationalpark.or.at

Barbara Lechner, Barbara Lechner

Barbara Lechner - Aufgewachsen in Klosterneuburg bei Wien habe ich schon als Kind immer gerne Geschichten und ganze Bücher geschrieben. Nach meiner ...

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