
- Der Strand von Tortuguero - Ließ
Der Nationalpark Tortuguero („Area de Conservación Tortuguero“) wurde 1975 gegründet. Der Hauptgrund für die Einrichtung dieses Schutzgebietes war die Eiablage mehrerer Arten von Meeresschildkröten, die jedes Jahr an den Stränden von Tortuguero stattfindet.
Der Nationalpark Tortuguero in Costa Rica
Tortuguero liegt im karibischen Norden von Costa Rica etwa 80 Kilometer nördlich der Hafenstadt Limón. Der Park erstreckt sich über eine Fläche von 31.187 Hektar. Es sind die Reste eines immerfeuchten Regenwaldes, der vor 50 Jahren noch den gesamten Nordosten Costa Ricas bedeckte, bevor vor allem in den 1940er Jahren weite Flächen durch nordamerikanische Holzverarbeitungsfirmen abgeholzt wurden.
Tortuguero ist heute der letzte Lebensraum für viele Bewohner dieser einst riesigen Region. Eine beeindruckende biologische Vielfalt ist jetzt auf kleinem Raum versammelt. Unter insgesamt rund 2.200 Pflanzenspezies sind 400 Baumarten in Tortuguero heimisch, einige von ihnen sind typisch für die Karibik wie die Strandtraube oder die Kokospalme, andere wiederum sind nur in Mangrovenwäldern zuhause und finden in den Wasserstraßen Tortugueros einen idealen Lebensraum.
Zur Fauna gehören verschiedene Säugetiere, die vom Aussterben bedroht sind. Dazu gehören der Jaguar, der Ozelot, der Tapir, die Manatí und die Tayra (eine Marderart). Außerdem sind Faultiere und drei Arten von Affen in Tortuguero heimisch.
Die 405 Vogelarten im Park machen etwa die Hälfte aller Vogelarten aus, die überhaupt in Costa Rica heimisch sind und geben ein Beispiel für eine Artenvielfalt, die so in ganz Europa nicht zu finden ist.
Die Eiablage der Schildkröten am Strand von Tortuguero
Eine der faszinierendsten und schönsten Attraktionen von Tortuguero sind jedoch seine Schildkröten. Vier Arten von Meeresschildkröten kommen Jahr für Jahr an die etwa 30 Kilometer lange Küste, um im Sand ihre Eier abzulegen. Früher waren die Tiere selbst eine der Lebensgrundlagen für den kleinen Ort Tortuguero. Man machte Jagd auf sie, handelte mit den Panzern, den Eiern, dem Fleisch. Daher hat der Ort auch seinen Namen, denn Tortuguero bedeutet „Schildkrötenjäger“. Durch die Bemühungen von Naturschutzorganisationen ist der Nationalpark heute ein Schutzgebiet für Schildkröten. Die Gegend lebt nun in erster Linie vom Tourismus.
Die Grüne Schildkröte, welche die häufigste Art in Tortuguero ist, und die Echte sowie die Unechte Karettschildkröte kommen von Juni bis September an die Strände. Die Eiablage der Lederschildkröte, der größten Art in Tortuguero, erfolgt von März bis Mai. Nach 18 Uhr darf der Strand während dieser Zeiten nicht mehr ohne Führer betreten werden.
Die Nistzeiten der Schildkröten haben sich zu einem durchorganisierten Geschäft entwickelt. Zertifizierte Führer gibt es in dem kleinen Ort en masse. Wenn eine Schildkröte landet, informieren sie sich gegenseitig über Funk. In der Hochsaison kommt es vor, dass sich dann Hunderte schaulustige Touristen um eine einzige Schildkröte drängen. Auch die Führer behandeln die Nester nicht immer mit der gebotenen Sorgfalt. Seriöse Anbieter bitten die Touristen darum, dunkle Kleidung zu tragen, außerdem Taschenlampen und Kameras zurückzulassen.
Infos für Touristen in Tortuguero
Das Klima im gesamten Park ist sehr warm, verbunden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Regen fällt das ganze Jahr über gleichmäßig, mit Ausnahme des Monats März. Die Temperatur liegt ganzjährig zwischen 26 und 28 Grad Celsius.
Man erreicht die Orte per Boot von Cariari oder Moín aus. Cariari ist über gute Busverbindungen aus San José erreichbar. Die Fahrt nach Tortuguero mit dem Wassertaxi ist für viele eines der schönsten Erlebnisse auf der Fahrt. Wer aufmerksam bleibt, hat gute Chancen, Krokodile, Reiher oder Süßwasserschildkröten am Ufer zu entdecken.
In den Orten Tortuguero und Parimina gibt es eine ordentliche Auswahl an Unterkünften, außerdem mehrere kleine Supermärkte und Restaurants. Die meisten nobleren Hotels liegen entlang des Flusses Río Tortuguero. Sie sind nur per Boot erreichbar, werden aber ohnehin meist von Gästen bewohnt, die Pauschaltouren ab der Hauptstadt San José gebucht haben.
Bootstouren durch die verschlungenen Mangroven und Wasserstraßen des Nationalparks gehören zu den Highlights für viele Besucher. Erfahrene Führer haben ein gutes Auge für die zahlreichen großen und kleinen Lebewesen im Verborgenen. Leider kommt man nicht mehr oft in den Genuss nur den Geräuschen des Regenwaldes zu lauschen, denn viele Anbieter führen ihre Touren mit Motorbooten durch. Wer der Natur etwas näher kommen möchte, kann darauf achten, einen Touranbieter zu wählen, der mit Kanus durch die Kanäle streift. Trotzdem umzingeln in der Hochsaison manchmal vier oder fünf Boote einen einzelnen Kaiman.
Der Eintritt in diesen Nationalpark Costa Ricas kostet derzeit sieben Dollar am Tag für Ausländer und 17 Dollar für drei Tage mit zwei Übernachtungen. Es kann natürlich auch in Colones gezahlt werden.
Lesen Sie hier zu weiteren Highlights von Costa Rica und wo Sie die schönsten Strände Costa Ricas finden.
Quellen und Links:
- Sistema nacional de areas de conversación en Costa Rica
- Umfangreiche Infos zum Nationalpark gibt es bei Tortugueroinfo.com
- Stefan Loose Travel Handbuch Costa Rica und Südnicaragua, DuMont Reiseverlag 2008, Autorin: Julia Reichardt, ISBN 978-3770161584
