
- Standbild Friedrich des Großen - Harald Rossa
Am 12. August 1759 kam es im Verlauf des Siebenjährigen Krieges zur Schlacht bei Kunersdorf. Hier standen sich eine gemeinsame Streitmacht aus Russland und Österreich der Armee Preußens unter dem Kommando des preußischen Königs Friedrich II. gegenüber. Die für beide Seiten sehr verlustreiche Schlacht endete mit einer vernichtenden Niederlage der preußischen Truppen. Doch die Sieger zogen sich zurück und die sicher geglaubte Niederlage Preußens blieb aus.
Die Entwicklung zur Schlacht bei Kunersdorf
Am 23. Juli 1712 wurde bei Kay bzw. Patzig in Hinterpommern ein preußisches Korps unter dem Kommando von Carl Heinrich von Wedel von russischen Truppen besiegt. Das russische Heer mit 41.000 Mann konnte dann im August 1759 sich mit einem 30.000 Mann starken österreichischen Korps unter dem Oberbefehl von Feldmarschall-Leutnant Gideon Ernst Freiherr von Laudon und Feldmarschall Pjotr Semjonowitsch Saltykow östlich von Frankfurt (Oder) vereinen. Diese Streitmacht bezog ein Lager in einem hügeligen Gelände bei Kunersdorf, dem heute Kunowice genannten Ortsteil von Slubice So wurde das preußische Kernland, die Mark Brandenburg, bedroht. Preußens König Friedrich II. rief Wedels Truppen herbei und verfügte über eine Armee mit rund 49.000 Mann.
Der Verlauf der Schlacht von Kunersdorf
Am 12. August 1759 suchte Friedrich II. die Entscheidungsschlacht gegen die in einer befestigten Hügelstellung lagernden Russen und Österreicher. Die Schlacht begann mit einer erfolgreichen Flügelattacke der Preußen. Der Generalstab gab den Rat, es bei dieser Attacke zu belassen. Doch König Friedrich II. wollte trotz der quantitativen Überlegenheit seiner Gegner die die Entscheidung suchen. Er plante ein Umgehungsmanöver unter Anwendung der schiefen Schlachtordnung. Doch das schlug fehl und der zweite Angriff der Preußen blieb in den gegnerischen Linien stecken. Gegen Abend kam es zu einer Offensive der russischen und österreichischen Kavallerie. Die abgekämpften preußischen Soldaten ergriffen ungeordnet die Flucht. Mehr als ein Drittel der preußischen Soldaten fiel in der Schlacht oder erlag später den erlittenen Verwundungen.
Das Ende der Schlacht von Kunersdorf
Ganze 3.000 Männer waren am Ende der Schlacht Friedrich II. noch verblieben. Der preußische König wurde nach dieser Niederlage depressiv. Er dachte wohl an Selbstmord und übertrug das Kommando über die Armee an den General Finck. Seinen Bruder Heinrich ernannte er zum Generalissimus.
Das Mirakel des Hauses Preußen
Vier Tage später wurde klar, dass die feindlichen Truppen ihre Chance zum Marsch auf Berlin nicht nutzten. Sondern sie zogen über die Oder und die Orte Müllrose und Lieberose in Richtung Sachsen ab.
In der Zwischenzeit hatten sich rund 19.000 versprengte Soldaten im Hauptquartier in Reitwein gesammelt. Der König übernahm nun wieder selbst das Kommando. Mit seiner auf 33.000 Mann verstärkten Armee bezog er eine Verteidigungsstellung bei Fürstenwalde an der Spree.
Am 1. September 1759 schrieb Friedrich II. an seinen Bruder Heinrich: „Ich verkündige Ihnen das Mirakel des Hauses Brandenburg“. So blieb die fast vernichtende Niederlage der preußischen Armee im Siebenjährigen Krieg ohne Folge für den Ausgang des Siebenjährigen Krieges.
Literatur
- Jürgen Sternberger: Das Mirakel von Brandenburg. Pro Business Verlag Berlin 2009, ISBN 978-3-86805-413-2
- Johannes Kunisch: Das Mirakel des Hauses Brandenburg. Studien zum Verhältnis von Kabinettspolitik und Kriegführung im Zeitalter des Siebenjährigen Krieges, R. Oldenbourg Verlag München und Wien 1978, ISBN 978-3-48648-481-6
