Die Schlingnatter, häufig vorkommend und selten zu sehen

Obgleich die Schlingnatter recht häufig vorkommt, ist sie wegen ihrer extrem scheuen Lebensweise nur selten zu sehen.

Die Schlingnatter gehört zu den häufigsten Schlangenarten in Europa, allerdings ist sie sehr scheu und auf Grund ihrer guten Tarnung nur selten zu sehen. Die Schlange heißt mit wissenschaftlichem NamenCoronella austraicaund wird auch als Glattnatter oder Kupferschlange bezeichnet.

Das Aussehen der Schlingnatter

Die Schlingnatter ist in der Regel zwischen sechzig und fünfundsiebzig Zentimeter lang, einzelne Tiere erreichen eine größere Länge. Die Färbung der Schlange reicht von Brauntönen bis zu Grautönen, wobei die Farbe ein Indiz für das Geschlecht des Tieres darstellt. Die meisten Männchen sind braun, teilweise geht der Ton ins Rötliche über, während die Weibchen der Natter überwiegend grau gezeichnet sind. Ein sicheres Indiz für das Genus ist die Färbung der Schlange jedoch nicht, da auch bräunlich gefärbte Weibchen und grau gefärbte Männchen vorkommen. Die Schlingnatter hat runde Pupillen, diese sind das sicherste Unterscheidungszeichen gegenüber der Kreuzotter, welche geschlitzte Pupillen aufweist.

Vorkommen der Schlingnatter

Grundsätzlich kann die Schlingnatter jedes Habitat bewohnen, in welchem sie genügend Möglichkeiten zum Verstecken und gleichzeitig ausreichend Platz zum Sonnen findet. Die Glattnatter lebt in den meisten Ländern Europas und Asiens, sie ist in Dänemark jedoch vermutlich ausgestorben. In Deutschland wurden die meisten Vorkommen der Schlingnatter in den süddeutschen und südwestdeutschen Weinanbaugebieten nachgewiesen, weitere nennenswerte Vorkommen existieren in nordrhein-westfälischen Mittelgebirgen wie dem Sauerland. In Norddeutschland gibt es nur vereinzelte Vorkommen, die meisten in der Ueckermünder Heide.

Ernährung und Fressfeinde der Glattnatter

Während junge Schlingnattern bevorzugt Insekten fressen, zählen zur Hauptbeute ausgewachsener Glattnattern Eidechsen und Blindschleichen, wobei die Schlange außer lebenden Tieren auch Eier verzehrt. Des Weiteren erbeutet die Kupferschlange gelegentlich Spitzmäuse und Mäuse sowie junge Schlangen, wobei auch junge Schlingnattern zu den Beutetieren gehören können. Während kleinere Tiere lebend geschluckt werden, erstickt die Schlingnatter größere Tiere mit ihrem Körper und gehört somit zu den Würgeschlangen. Wichtige Beutetiere der Glattnatter sind Iltis, Igel und Marder, einige Tiere fallen auch Raubvögeln zum Opfer.

Die Schlingnatter und der Mensch

Viele Menschen verwechseln die Schlingnatter mit der Kreuzotter und erschlagen sie. Dieses Verhalten ist aus Naturschutzgründen verboten, da beide Reptilien unter Naturschutz stehen, zudem beißt auch die Kreuzotter nur, wenn sie sich bedroht fühlt. Die Schlingnatter beißt sehr selten zu, eher versucht sie zu fliehen oder entleert ein stinkendes Analsekret, wenn sie sich bedroht fühlt. Falls die Schlingnatter doch einmal zubeißt, ist der Biss harmlos, er verursacht wenige Schmerzen und blutet gelegentlich in einem sehr geringen Ausmaß. Eine Besonderheit beim Biss der Schlingnatter besteht darin, dass die Schlange nicht sofort loslässt, sie vollführt stattdessen einige Kaubewegungen während des Bisses. Wer die Schlange in Ruhe lässt, sie nicht anfasst und nicht auf sie tritt, muss keinen Schlingnatterbiss befürchten.

Quellen:

Bericht des NABU über die Schlingnatter

Bericht auf Herpetofauna über die Schlingnatter in Nordrhein-Westfalen

Helmut Agnesson, Helmut Agnesson

Helmut Agnesson - Geboren am 06.04.1960 (09. Nissan 5720). Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel, später Studium der ...

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