Die schönsten Ausflüge in Bochum: Chinesischer Garten der Uni

Chinesischer Garten, Bochum, Ruhr-Uni - Vera Kriebel, 2010
Chinesischer Garten, Bochum, Ruhr-Uni - Vera Kriebel, 2010
Die schönsten Stellen in Bochum: Der Chinesische Garten ist ein kontemplatives Kleinod mit poetischer Schönheit - und braucht dringend Förderer und Spenden.

Bochum ist berühmt durch Herbert Grönemeyer und sein "Bochum". Selbst in diesem Lied kommt aber nicht der Eindruck auf, dass Bochum ein wirklich schöner Ort ist. In den 1980er Jahren war Bochum als Standort der Uni mit den meisten Selbstmorden deutschlandweit bekannt. Die Uni ist auch heute noch von erschreckend zeitloser Hässlichkeit. (In den 80ern wurde kolportiert, dass die Studenten aus den hässlichen Uni-Betonbunker-Hochhäusern gesprungen seien.)

Natur-Kultur an der Ruhr-Uni Bochum: Ruhrtal und Botanischer Garten

Und doch gibt es direkt anbei echte Natur und Natur-Kultur: Die Uni liegt auf dem Gipfel eines kleinen Berges, dessen Südhang ins Ruhrtal hinabführt. Und dieses ist dort renaturiert mit Waldflächen und Wiesenauen und durchzogen von kleinen Bächlein. Am Uni-Südhang zieht sich der Botanische Garten entlang, der einer grundlegenden Überarbeitung harrt und daher eher eine Enttäuschung ist.

Der entzückendste Ort in Bochum: Chinesischer Garten in Bochum

Der Chinesische Garten ist Teil des Botanischen Gartens an der Ruhr-Uni Bochum, die eine recht große sinologische Fakultät hat. Obwohl nur wenige ummauerte Quadratmeter groß, umfasst der Garten Teiche, Schreine, stille Eckchen, Sitzgruppen, Inseln, Arkaden, verschlungene Wege. Er spielt mit Ausblicken und erschafft ganze Landschaften. In den Teichen schwimmen Koi-Karpfen und sogar ein Eisvogel ist dort beheimatet.

Der Garten ist so chinesisch, dass der Besucher jeden Augenblick Konfuzius oder Richter Di, den Helden der Krimis von Robert van Gulik, zu treffen erwartet. Am schönsten dürfte es dort an heißen Sommertagen sein, sofern es dann ebenso still und menschenleer ist wie an einem verregneten Septembertag (die Fotos stammen vom September 2010).

Sponsoren und Spenden benötigt

Der Chinesische Garten, der von der Tongji-Universität Shanghai gestiftet wurde, hat schon einmal bessere Tage gesehen - die Dächer müssten dringend saniert werden, einige der Gebäude wirken fast baufällig, es fehlt an regelmäßiger Pflanzen-Pflege - und die dürfte bei einem Chinesischen Garten einen immensen Aufwand bedeuten. Um diesen Garten tatsächlich in einen guten Zustand zu bringen und vor allem auch zu erhalten, benötigt es sicherlich einen kompletten Vollzeitjob.

Trotz einer für Bochumer Verhältnisse imposanten Sponsoren-Liste am Eingang zum Chinesischen Garten - es fehlt sichtbar für jedermann an Geld. Wer etwas Gutes tun und eine stille Schönheit in Bochum unterstützen möchte, der hat im Förderverein ein reiches Betätigungsfeld. Angesichts der Finanzlage der Stadt Bochum ist sonst das Schlimmste für den Chinesischen Garten zu fürchten - der Verfall ist an einigen Stellen sichtbar und fortgeschritten. Ohne Privatgelder wird der Chinesische Garten in Bochum zugrunde gehen.

Infos Chinesischer Garten (Bochum)

Der Bochumer Chinesische Garten ist frei zugänglich, allerdings nur tagsüber. Am besten erreicht man ihn durch den Botanischen Garten zu Fuß vom Gelände der Ruhr-Universität aus (Südhang hinuntergehen) oder über den Parkplatz unterhalb des Botanischen Gartens, an der Straße "Im Lottental" (etwa 500 Meter Fußweg).

Bochum hat noch andere attraktive Ecken - der Westpark mit der Jahrhunderthalle ist eine davon und ebenso wie der Chinesische Garten eine besonders schöne.

Vera Kriebel, Vera Kriebel

Vera Kriebel - Themen: u.a. Wirtschaft, Technik, Literatur, Reisen, IuK, Politik, Kultur, Geistes- und Sozialwissenschaften Texte, Recherchen, ...

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