Die schönsten Ausflugsziele rund um Karlsruhe

Top fünf der Sehenswürdigkeiten in der nördlichen Hälfte Badens

Blick auf den Schwetzinger Schlossgarten - Eberle
Blick auf den Schwetzinger Schlossgarten - Eberle
Von Karlsruhe aus kann man zahlreiche interessante Städte, Denkmäler und Museen besichtigen. Für Kunstinteressierte ein Muss: Schwetzingen, Maulbronn und Baden-Baden.

Um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang dem mittleren Oberrhein zu besuchen, ist Karlsruhe der ideale Ausgangspunkt. Ob mittelalterliche Klosterkultur, prunkvolle Barockschlösser oder mondäne Kurstadtatmosphäre: Diese Ziele sind immer einen Besuch wert und allesamt in weniger als einer Stunde mit dem Auto zu erreichen.

Grüne Oase und historisches Kleinod: Der Schlossgarten in Schwetzingen

Der Park der ehemaligen Sommerresidenz der Kurfürsten von der Pfalz vereint bis heute die beiden wichtigsten historischen Gartenstile: Den französischen Barockgarten nach dem Vorbild von Versailles, der mit zentraler Mittelachse und geometrischer Gliederung die Ausrichtung des gesamten Staates auf den absolutistischen Herrscher symbolisiert und den natürlicher wirkenden, englischen Landschaftsgarten, den man in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts anlegte. Derzeit läuft ein Antrag zur Aufnahme des Gartens ins Unesco Welterbe. Für die weitläufige Anlage, der beim Durchwandern stets neue Eindrücke bereit hält und von zahlreichen Gebäuden wie einer Moschee und künstlichen Ruinen durchzogen ist, sollte man sich ausreichend Zeit nehmen. Der Topp-Tipp für alle, die Kultur und Grünes lieben.

Mittelalterliche Klostermauern: Maulbronn

Die mystische Atmosphäre eines mittelalterlichen Klosters ist in Maulbronn bis heute präsent. Das Ensemble gilt als die am besten erhaltene Klosterlage nördlich der Alpen und zählt zum Welterbe der Unesco. Räume wie der große Speisesaal der Mönche und die Vorhalle der Klosterkirche, das „Paradies“, gehören zu den frühen Beispielen gotischer Architektur in Deutschland. Aufteilung und Organismus eines Zisterzienserklosters lassen sich in Maulbronn noch besonders gut nachvollziehen. Im Anschluss an die Klosterkirche sind Klausur und Kreuzgang erhalten, vor dem eigentlichen Klosterbau stehen noch zahlreiche Nebengebäude – eine Anlage mit besonderem Flair!

Kurstadt der Belle Epoque: Baden-Baden

Mit dem Natogipfel am 3. April 2009 rückte die Stadt für einen Tag ins Blickfeld der ganzen Welt. Doch berühmt und geliebt ist dieser Fleck schon immer: Im 19. Jahrhundert galt Baden-Baden als „Sommerhauptstadt Europas“. Kaiser, Könige, Künstler und Glücksspieler: Sie alle zog es in die weltberühmte Kurstadt mit ihrem Casino. Prächtige Kur- und Badegebäude, luxuriöse Hotels und vornehme Parkanlagen wie die zwei Kilometer lange Lichtentaler Allee prägen das elegante Flair bis heute. Entlang der Allee haben sich neben der Kunsthalle in den letzten Jahren auch neue Museen angesiedelt. Das Museum Frieder Burda beispielsweise bietet regelmäßig hochkarätige Ausstellungen. Und wer auch am Abend Lust auf Kultur hat: Das moderne Festspielhaus lockt mit Konzerten von Weltrang, während das Baden-Badener Stadttheater bezahlbares Theater in historischer Kulisse bietet.

Noch viel zu unbekannt: Die Rastatter Barockschlösser

Zwei barocke, original erhaltene Schlösser hat die ehemalige Residenzstadt der Markgrafen von Baden-Baden zu bieten: Die Staatsresidenz des „Türkenlouis“, des Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, entstand 1700-1707 als Dreiflügelanlage nach dem Vorbild von Versailles. Gebaut wurde es von dem italienischen Architekten Domenico Egidio Rossi. Höhepunkte im Innern sind die beiden Treppenhäuser, der zentrale Ahnensaal und die Deckengemälde italienischer Künstler. Ludwig Wilhelms Gemahlin Sibylla Augusta schuf sich nach dessen Tod das Lust- und Porzellanschloss Favorite: Kostbare Textilien, Böden aus Stuckmarmor, Leuchter aus böhmischem Glas, Dekorationen aus Asien und Intarsien aus Halbedelsteinen machen die Vielfältigkeit und den besonderen Reiz des Schlösschens aus. Zu den umfangreichen Keramiksammlungen der Markgräfin gehören Porzellane aus den ersten Jahren der Meißener Manufaktur, Steinzeug mit schwarzer Lackmalerei und Straßburger Fayence-Terrinen in Tierform. Ein noch viel zu unbekanntes Kleinod, dessen Besuch sich mit einem Spaziergang im umliegenden Garten verbinden lässt.

Inbegriff der Romantik: Heidelberg

Heidelberg war bis zum Umzug 1720 nach Mannheim die Residenzstadt der Kurfürsten von der Pfalz. Bis heute wird die malerische, touristisch viel frequentierte Studentenstadt von der Ruine des 1689 zerstörten ehemals kurpfälzischen Schlosses überragt, das im 19. Jahrhundert als Inbegriff der Romantik galt und Künstler, Literaten und Touristen aus aller Welt anlockte. Die Anlage besteht aus mehreren Gebäuden, deren erhaltene Teile größtenteils im 16. und 17. Jahrhundert im Stil der deutschen Renaissance entstanden. Entgegen häufiger Meinung ist nicht alles Ruine: Im Friedrichsbau sind Innenräume mit aufwendig gestalteten Böden aus Stuckmarmor und prächtigen Decken zu besichtigen. Sie stammen vom Ende des 19. Jahrhunderts, als man das Schloss restaurierte und im Zuge des damals vorherrschenden Historismus unter Verwendung von Stilzitaten vor allem der Renaissance ausbaute.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Natürlich hat die Region noch viel mehr zu bieten: Zum Beispiel das Barockschloss Bruchsal mit seinem ovalen Treppenhaus des berühmten Architekten Balthasar Neumann oder Mannheim mit Schloss, zahlreichen Museen und der Jugendstilanlage des Friedrichsplatzes rund um den Wasserturm. Die nahegelegene Pfalz lockt unter anderem mit dem Speyerer Kaiserdom. Und wer auch einen etwas weiteren Weg nicht scheut, dem sei eine Fahrt über die Grenze empfohlen – in das Zentrum der Gotik am Oberrhein, die ehemals freie Reichsstadt Straßburg. Neben dem Münster und der Altstadt sind dort unter anderem das Palais Rohan mit seinen Schlossräumen aus der Zeit des Rokoko und mehrere Museen sehenswert. Besonderer Höhepunkt der Keramikausstellung: Terrinen in Tier- und Gemüseformen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, wie sie auch im Rastatter Lustschloss Favorite erhalten sind. Im Palais Rohan zählen zu den erhaltenen Stücken der Straßburger Fayencemanufaktur auch Teller mit hartgekochten Eiern.

Hat man von höfischem Prunk am Oberrhein noch nicht genug, findet man in der ehemals württembergischen Residenz Ludwigsburg rund 100 Schlossräume und mehrere Museen - ein Angebot, deren Besichtigung mehr als einen Tag in Anspruch nimmt.

Sandra Eberle, Eberle

Sandra Eberle - Als freie Kunsthistorikerin ist es mein besonderes Anliegen, auch Nicht-Experten für Kunst und Architektur – und das, was ...

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