
- Monsaraz - Lou Avers
Blendend weiße Häuser gesäumt von rotbraunen und grauen Schiefergassen; das Ganze überragt von einer maurischen Burg und umgeben von einer mittelalterlichen Festungsmauer – so zeigt sich Monsaraz. Das malerische Dorf thront über der lieblichen Seenlandschaft der Barragem da Alqueva.
Kurzgeschichte von Monsaraz
Monsaraz ist einer der ältesten Orte Portugals. Die ersten Ansiedlungen gehen auf die Vorgeschichte zurück und noch heute sind viele steinzeitliche Zeugen in der Region erhalten. Magalith- Monumente wie der Steinkreis von Xerez, die Menhire von Belhoa und Outeiro oder die Steingräber von Olival da Pega. Im Lauf seiner bewegten Geschichte war Monsaraz von Römern, Westgoten, Arabern, Juden und Christen bevölkert. Im 13. Jahrhundert eroberten die Christen unter Dom Sancho I. den Ort aus der Hand der Mauren zurück. Als Dank für die Unterstützung ging der Ort in den Besitz der Ritter des Templerordens. Später gehörte Vila de Monsaraz zum portugiesischen Königshaus Casa de Bragança. Erdbeben, zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen mit Kastilien und letztendlich die Gründung der neuen Bezirksverwaltung Reguengos de Monsaraz ließen den kleinen Ort an Bedeutung verlieren.
Sehenswertes in Monsaraz
Heute erscheint Monsaraz wie ein Open-Air-Museum. Nur noch 55 Einwohner zählt der Ort. Viele der Geschäfte und Restaurants gehören Zugezogenen oder Fremden. Das historische Zentrum mit seiner Pfarrkirche Nossa Senhora da Lagoa, die im 16. Jahrhundert neu über der vorhergehenden Kirche des 13. Jahrhunderts errichtet wurde, ist ein mittelalterliches Kleinod. Mitten auf dem Platz steht ein Schandpfahl (Pelourinho) des 17. Jahrhundert aus weißem Marmor, der bei der Inquisition zum Einsatz kam. Strahlend weiß gekalkte Häuser, schiefe Steinbogentüren; steile, enge Gässchen, die alle zur Burgruine führen machen den Charme von Monsaraz aus.
Barragem da Alqueva
Seit 2002 hat Monsaraz eine weitere Attraktion: Den grössten Stausee Europas, ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Portugal und Spanien. Der Rio Guadiana wurde zu einer 250 Km² weiten Oberfläche gestaut, hat heute 83 Km Länge und 1.100 Kilometer Uferlänge (1.000 Kilometer davon auf portugiesischer Seite). Der See verwandelte die trockene Ebene in eine glitzernde Seenlandschaft, brachte der Landwirtschaft Wasser und der Region eine Energiequelle und einen Zuwachs im Tourismus.
Märchenhafte Unterkünfte in Monsaraz
Casa Pinto – hinter der schlichten Fassade der kleinen Pension Casa Pinto verbirgt sich eine ungeahnte Oase an Kreativität und stilvollem Design. Juan aus Barcelona und Gilberto aus San Sebastian haben sich hier einen Traum erfüllt. Mit viel Liebe fürs Detail und der unverkennbaren Handschrift zweier Künstler haben sie aus dem schlichten Dorfhaus eine Unterkunft geschaffen, die Ihresgleichen in der Region sucht. Wer die Terrakottafliesen des Empfangssaals betritt, wird von sanfter Musik und wohltuenden Gerüchen empfangen. Das Dekor übernahm Juan, die Wandgemälde hat Gilberto alle selber gemalt. Nur fünf Zimmer birgt das Hotel, doch jedes ist anders. Angelehnt an die Seefahrergeschichte der Portugiesen, sind die Zimmer thematisch nach ehemaligen Kolonien eingerichtet. Die Auswahl fällt schwer: soll man im orientalischen Ambiente von Marokko (mit dem schönsten Bad, das genial in einen alten Kaminabzug integriert wurde) nächtigen oder lieber im exotischen Stil von Dili in Ost Timor? Oder darf es eher Mombasa mit afrikanischem Flair sein? Es gibt auch noch indischen Stil nach Vorbild Goas oder chinesisches Feeling von Macau. Jede Suite hat ihren eigenen Duft und angenehm entspannende Aromen. Jedes Bad ist anders gestaltet, da trifft man etwa im WC auf hangemalte Fliesen aus Cordoba. Das Haus liegt mitten im Herzen von Monsaraz gegenüber der Pfarrkirche und direkt am zentralen Dorfplatz.. Der Höhepunkt des Hotels ist seine Dachterrasse mit einer fabelhaften Aussicht auf die sanft gewellte Ebene des Alentejo.
Monte Saraz – wenige Kilometer ausserhalb des Dorfes liegt das beschauliche Landgut Casa de Campo Monte Saraz. Der Holländer Marc Lammerink und seine chilenische Frau Luz haben diesen typischen Alentejo Monte (wörtlich Hügel und sinngemäss Bauernhof) aus dem 19. Jh. vor sieben Jahren gekauft und in ein wohltuendes Land-Gästehaus verwandelt. Die Gäste können zwischen zwei Doppelzimmern im Haupthaus oder vier kleinen unabhängigen Häusern für zwei bis sieben Personen wählen. Die Einrichtungen sind rustikal und einladend. Ein maurisch anmutender Pool, der mit eigenem Quellwasser gespeist wird, bildet das erfrischende Herz des Patios. Der Garten mit knapp zwei Hektar Fläche ist für das sonst eher trockene Alentejo mehr als ungewöhnlich. Rosen, Flieder, Palmen, tausendjährige Olivenbäume, Orangen- und Zitronenbüsche, Obstbäume, Kräuter und Blumen, alles wächst neben- und durcheinander. Das frische Grün tut Augen und Seele gut, die Ruhe wird nur vom Zwitschern der vielen bunten Vögel und dem Quaken der Frösche im Teich unterbrochen. Wer die Natur und eine reiche Vegetation liebt, wird im Monte Saraz voll auf seine Kosten kommen. In unmittelbarer Nähe sind prähistorische Gräber aus der Megalithkultur zu sehen und nach Monsaraz sind es nur wenige Minuten.
Souvenirs aus Monsaraz
Ganz in der Nähe von Monsaraz, auf dem Weg zur Bezirkshauptstadt Reguengos de Monsaraz liegt Portugals größtes Töpferzentrum. São Pedro do Corval ist ein typisches Alentejodorf mit weiss gekalkten Häusern mit blauen Umrandungen. Doch birgt fast jedes der Häuser eine Olaria, eine Töpferfabrik mit eigener Werkstatt und Verkaufsräumen. Mehr als 23 Töpfereien produzieren und exportieren die für die Region so charakteristischen Keramikteller, - vasen, -schalen und –krüge. Bunt mit ländlichen Szenen oder Blumen, zweifarbig blau-weiss oder auch nur einfarbig braun gibt es die Töpferwaren. In Monsaraz gibt es gleich mehrere Geschäfte, die ihre eigenen und andere Produkte aus São Pedro de Corval anbieten. Und fast jeder Besucher nimmt ein Souvenir aus Keramik oder eine typische Wolldecke aus Monsaraz mit nach Hause. Sei es von der Olaria Carrilho Lopes, Mufla oder anderen. Auch im Laden von Toula und Francis in der Rua Direita gibt es neben handgemachten Luxusseifen, edlen Stoffen und Dekowaren schlicht-schöne Landhauskeramik mit kräftigen Farben aus deren Töpferei in São Pedro.
Gastronomie und Weine der Region
Die Alentejoküche ist kräftig und nahrhaft. Das schwarze Schwein porco preto, bei den andalusischen Nachbarn als pata negra bekannt, ist eine regionale Spezialität. Die Region Reguengos de Monsaraz kann zudem einige der besten Rotweine Portugals ihr eigen nennen. Die bekanntesten sind die Weine der Herdade de Esporão, Carmim oder die Adega José de Sousa. Die meisten Weingüter können auch besichtigt werden und bieten Weinproben und Direktverkauf an.
Quellangabe: Guia de Monsaraz, Reguenguos de Monsaraz, Alentejo, Portugal
