Wien ist ständig für Überraschungen gut ist. Auch, wenn man in Wien geboren und aufgewachsen ist oder jahrelang in der Stadt gelebt hat, gibt es eine Vielzahl an Winkeln und Ecken, die entdeckt werden wollen.
Der Servitenplatz
Möchte man in Wien einen Kurztrip nach Italien machen, ist man am Servitenplatz genau richtig. Besonders im Sommer, wenn die Wirte des Viertels im 9. Bezirk ihre Gastronomie nach draußen verlegen und der Platz von unzähligen Tischen, Zeitung lesenden älteren Männern und Ball spielenden Kindern bevölkert ist, fühlt man sich in den Süden versetzt.
Der Silbersee
Ein kleiner See mitten in der Großstadt. Das Wässerchen, das eigentlich eher die Größe eines Teichs hat, befindet sich in einem alten Steinbruchgelände im 14. Bezirk. Eingerahmt von bemerkenswerten Sandsteinfelsen, tümpelt es geheimnisvoll vor sich hin. Setzt man sich an das Ufer, dauert es nicht lange und die Magie der Wasserwesen nimmt einen völlig ein. Badequalität hat der Silbersee keine, aber dafür freut sich so mancher Vierbeiner, der mit seinem Herrchen des Weges kommt, über eine Abkühlung.
DerJüdische Friedhof Seegasse
Besuchern des Jüdischen Friedhofs in der Seegasse im 9. Bezirk, der im 16. Jahrhundert angelegt und bis 1783 als Begräbnisstätte genutzt wurde, wird der Zutritt nicht leicht gemacht. Wenn man nicht weiß, wo der Eingang ist, kann es schon vorkommen, dass manch einer enttäuscht wieder aufgibt. Aber das ist auch gut so. Findet man nämlich den Eingang, ist man mit hoher Wahrscheinlichkeit der einzige, der zwischen den alten Grabmälern mit hebräischen Schriften und verwucherten Bäumen entspannt wandelt. Denn dieser Friedhof hat eine meditative und geheimnisvolle Ausstrahlung, der man sich nicht entziehen kann. Den Eingang findet man im Inneren des Pensionistenheims in der Seegasse 9 bis 11.
Der Jodok Fink Platz
Der wunderschöne Platz hinter dem Theater an der Josefstadt, wurde nach dem österreichischen Landwirt und Politiker Jodok Fink (1853 – 1929) benannt. Imposanter Mittelpunkt dieses Platzes im 8. Wiener Gemeindebezirk, ist die barocke Piaristenkirche Maria Treu. Ob man sich von den detailreichen Gebäuden oder vorbeiziehenden Menschen inspirieren lässt, ist Geschmacksache.
Der Böhmische Prater
Der Wiener Wurstel Prater, ist mit Sicherheit jedem Wiener und auch Nicht-Wiener ein Begriff. Wenige wissen aber, dass Wien noch einen zweiten Prater aufweisen kann. Seit 150 Jahren versprüht das Familienausflugsziel, das sich inmitten des Laaer Waldes im 10. Bezirk befindet, einen unvergleichbaren Charme. Die leicht heruntergekommenen Buden und veralteten Attraktionen haben ihre Magie längst nicht verloren. Nicht nur für Kinder ist das 100 Jahre alte Ringelspiel oder die 80 Jahre alte Raupe ein Erlebnis, dass man nicht wieder vergisst.
