Die schönsten Liebespaare der griechischen Mythologie

Hero und Leander - William Etty
Hero und Leander - William Etty
Hero und Leander, Ödipus und Iokaste, Odysseus und Penelope oder Orpheus und Eurydike. Die bekanntesten Liebesgeschichten der griechischen Mythologie.

Etliche Sagen der Antike, erzählen von unsterblicher Liebe. Oftmals nehmen diese ein frühzeitiges und tragisches Ende, doch die Liebe ist bekanntlich stärker als der Tod, wie etwa die Legende des Sängers Orpheus und seiner geliebten Eurydike berichtet. Und manchen der Liebenden, wurde nach grossem Kummer und Leid, doch noch ein Wiedersehen vergönnt, wie dem lange umherirrenden Odysseus und seiner treuen Gemahlin. Ödipus, sowie Hero und Leander, hatten hingegen weniger Liebesglück. Die bekanntesten und schönsten Paare der griechischen Mythologie, Erzählungen zwischen Liebe, Romantik, Leidenschaft, Verzweiflung und Tod.

Hero und Leander – Liebe durch Meer und Sturm

Der griechischen Mythologie entstammt die Geschichte von Hero, einer Priesterin der Liebesgöttin Aphrodite in Sestos an der Meerenge Hellespont und ihrem Geliebten Leander. Einzig um seine Angebetete zu sehen, durchschwamm dieser Nacht für Nacht die Meerenge. Damit ihr Geliebter in der Dunkelheit zu ihr fand, stellte Hero jeweils eine Lampe auf. Eines Nachts aber erlosch diese durch einen Sturm und Leander verirrte sich im Meer, bis er schliesslich ertrank. Die Verzweifelte entdeckte am nächsten Morgen den Leichnam ihres Geliebten und stürzte sich daraufhin von einer Klippe.

Ödipus und Iokaste – Vatermord und Inzest

Eine bekannte griechische Sage, ist diejenige des Ödipus. Als Iokaste ihrem Gemahl, dem König Laios einen Sohn gebiert, sagt ihnen das Orakel von Delphi voraus, dass dieser einst seinen Vater ermorden wird. Um dies zu verhindert wird der Säugling ausgesetzt. Allerdings wird er von Bediensteten gefunden und grossgezogen. Jahre später erschlägt Ödipus in einem Handgemenge Laios. Daraufhin begibt er sich nach Theben, wo mittlerweile der Bruder der verwitweten Königin herrschte. Die Stadt wurde von einer Sphinx heimgesucht, welche jedem ein Rätsel auflegte und den Unwissenden in den Abgrund stürzte. Wem es nun gelang, das Rätsel zu lösen und damit die Stadt von der Sphinx zu befreien, dem wurden die Hand der Königin Iokaste, sowie der Thron versprochen. Ödipus gelang dies und er erhielt daraufhin seinen Lohn und heiratete die Königin, seine Mutter. Erst Jahre später, erfahren sie durch das Orakel, den Seher Tiresias und Iokastes Beschreibung ihres verstorbenen Ehemannes Aufschluss über Ödipus Herkunft, worauf sich die Königin erhängt und Ödipus sich selbst die Augen aussticht.

Odysseus und Penelope – Liebe und Treue trotz Krieg und Irrfahrt

Insbesondere aus Homers Odyssee, ist die Geschichte des listenreichen Odysseus eine der bekanntesten Sagen überhaupt. Als Telemachos, der Sohn des Ehepaares noch in den Windeln steckt, zieht Odysseus, der König von Ithaka gegen Troja. Der Krieg um die Stadt hält ganz zehn Jahre an, bis die Schlacht durch Odysseus List mit dem trojanischen Pferd entschieden wird. Weitere zehn Jahre dauert anschliessend seine Irrfahrt, welche der ihm zürnende Meeresgott Poseidon schwer macht. Erst dann kehrt er in seine Heimat zurück und findet seinen Palast von etlichen Freiern belagert vor, welche die treue Penelope längst drängen, sich einen neuen Gemahl zu nehmen. Der in Lumpen heimgekehrte Odysseus erschiesst alle mit seinem treffsicheren Bogen und kehrt endlich an die Seite seiner Gemahlin zurück.

Philemon und Baucis – Für alle Ewigkeit vereint

Einst besuchten der Göttervater Zeus und der Götterbote Hermes die Menschen. Ärmlich gekleidet wollten sie deren Gastfreundschaft prüfen. Jedoch wurden sie allerorts weggeschickt oder gar verspottet. Einzig ein altes Ehepaar gewährte dem verkleideten Götterpaar Einlass und bewirtete sie. Durch Zufall erst erkennt das ärmliche Paar, Philemon und Baucis, ihre Gäste und sie entschuldigen sich, für das karge Mahl. Daraufhin verwandelt Zeus als Belohnung für ihre Grosszügigkeit und Freundschaft ihre Hütte in einen goldenen Tempel und machte sie selbst zu Priestern. Und selbst ihr grösster Wunsch, sich niemals trennen zu müssen, wurde dem Paar gewährt. So wurden sie am Ende ihres langen Lebens gemeinsam in zwei Bäume verwandelt. Philemon in eine Eiche und seine Frau Baukis in eine Linde, auf das sie immer zusammen sein können.

Orpheus und Eurydike – Liebe über den Tod hinaus

Liebe ist stärker als der Tod, dies beweist die Sage des wunderbaren Sängers Orpheus und seiner Eurydike. Diese war eine Flussnymphe und eines Tages geschah es, dass sie von einer giftigen Schlange gebissen, den Tod fand. Voller Schmerz über den Verlust seiner Gattin, entlockte Orpheus seiner Leier und seiner Stimme die schönsten Klänge. Doch nichts brachte Euydike zurück. So entschloss er sich, in der Unterwelt selbst nach ihr zu suchen. Als er vor dem dunklen Thron des Hades und seiner Gemahlin Persephone ankam, sang er seine Lieder und alle verdammten Seelen und selbst der Totengott, lauschten und waren zu Tränen gerührt. So gewährten diese ihm, Euridyke mit sich zurück ans Tageslicht zu nehmen. Doch nur unter der Bedingung, sich bis sie das Tor zur Oberwelt durchschritten hatte, nie nach ihr umzudrehen. So eilte er mit seiner Gattin der Welt der Lebenden entgegen. Als er aber weder ihren Atem, noch das Rauschen ihres Kleides hinter sich hörte, wurde er von Angst und Sehnsucht ergriffen und er drehte sich um. Schön wie eh und je stand Eurydike vor ihm, doch mit einem traurigen Blick wich sie zurück und entschwand in der Unterwelt. Alles Bitten und Klagen nützte dem unglücklichen Sänger nichts. Die Götter gewährten ihm keinen zweiten Versuch. Wehklagend durchwanderte er die Wälder, bis er eines Tages auf die berauschten Anhängerinnen des Dionysos stiess. Da er sich von ihnen und ihrer Ausgelassenheit abwenden wollte, zerrissen sie ihn. Nun endlich wurde Orpheus in den Elysischen Gefilden mit seiner Geliebten wieder vereint, während seine Leier von den Göttern als Sternbild an den nördlichen Himmel gesetzt wurde.

Quellen und Weiterführende Informationen:

Sarah A. Friedli, Sarah A. Friedli

Sarah A. Friedli - Kurzvita: Geboren wurde ich 1985 in der Schweiz. Nach der Schulzeit absolvierte ich den Vorkurs für Gestaltung und anschliessend ...

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