Die schönsten Liebespaare der Literatur

Tristan und Isolde - John William Waterhouse
Tristan und Isolde - John William Waterhouse
Romeo und Julia, Tristan und Isolde oder Faust und Gretchen. Die bekanntesten Liebesgeschichten und Tragödien der Literatur.

Seit jeher beflügelte die Liebe viele bekannte Autoren und Dichter zu Meisterwerken. Bereits vor Jahrhunderten begeistere Shakespeare mit seiner unsterblichen Liebesgeschichte der unglückseligen Julia und ihrem Romeo, welche noch heute Tausende zu Tränen rührt. Kaum weniger bekannt ist die Erzählung um Tristan und Isolde, welche sich bloss durch ein Missgeschick ineinander verlieben. Goethes Faust hingegen, ging gar einen Pakt mit dem Teufel ein, um Gretchen zu erobern. Tragische Liebesgeschichten zwischen Romantik, Liebe, Leidenschaft, Verzweiflung und Tod.

Romeo und Julia – Nur der Tod konnte sie trennen

Die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Literatur überhaupt, entsprang 1597 der Feder William Shakespeares. Doch auch er stützte sich bereits auf eine ähnliche, ältere Erzählungen von Masuccio Salernitano aus dem Jahre 1476 und Luigi da Porto, 1524.

In Verona herrscht seit Generationen eine tiefe Feindschaft zwischen den Familien Montague und Capulet. Als sich Romeo Montague unbemerkt auf einen Maskenball der Capulets schleicht, begegnet er Julia, der schönen Tochter des Hauses. Sogleich ist es um die beiden geschehen. Heimlich lassen sich Romeo und Julia von Pater Lorenzo trauen. Doch nur wenig später kommt es zum Kampf zwischen Romeo und Tybalt, einem Vetter Julias, in welchem dieser seinen Gegner erschlägt und daraufhin aus Verona verbannt wird. Nur eine einzige Nacht dürfen die frisch Vermählten miteinander verbringen, bevor Romeo nach Mantua flüchtet. Julia hingegen wird von ihren unwissenden Eltern gedrängt, Paris zu ehelichen. Um der Hochzeit zu entgehen, lässt sie sich einen Trank geben, welcher sie für die Dauer eines Tages, in einen todesähnlichen Zustand versetzen soll. Die Nachricht erreicht Romeo jedoch nicht, nur die Botschaft ihres Todes findet zu ihm. Voller Kummer reitet er zu ihrem Grab, um bei ihr seinem Leben mit Gift ein Ende zu bereiten. Erst als dieses bereits beginnt zu wirken, erwacht Julia aus ihrem Schlaf. Allen Lebensmut verlässt sie und sie stürzt sich verzweifelt in den Dolch ihres Geliebten. Über dem Grab der Liebenden, versöhnen sich schliesslich die so lange verfeindeten Häuser.

Tristan und Isolde – Das Verhängnis eines Liebestrankes

Wann und wo genau die Legende von Tristan und Isolde entstand, lässt sich nicht mit Bestimmtheit feststellen. Jedoch wird ein keltischer Ursprung vermutet. Die älteste in der Forschung namentlich erwähnte Fassung des Liebesdramas, ist die französische Estoire, welche auf Mitte des 12. Jahrhunderts datiert wird.

Im englischen Cornwall herrschte einst König Marke. Einer seiner tugendhaftesten Ritter und zugleich sein Neffe ist der junge Tristan. Einst aber forderte Morholt, der Schwager des irischen Königs, einen längst fälligen Tribut, welcher Marke nicht entrichten kann. Stattdessen soll ein Zweikampf den Zwist entscheiden, in welchem Tristan seinen Gegner tödlich verwundet. Doch auch er trägt eine Wunde von Morholts vergiftetem Schwert davon, welche nur durch die Königin von Irland, geheilt werden kann. So begibt sich Tristan verkleidet nach Irland, wird geheilt und kehrt nach Cornwall zurück. Um für Marke um die Hand der Königstochter Isolde anzuhalten, segelt er abermals nach Irland, erschlägt einen Drachen, wird aber von Isolde als Morholts Mörder erkannt. Nur durch den Rat der Königin, gelingt es Tristan trotzdem, die schöne Isolde als Markes zukünftige Braut heimzuführen. Um sich dem Glück ihrer Tochter sicher zu sein, braut die Königin heimlich einen Liebestrank, welcher nach der Vermählung getrunken werden sollte. Doch der Trunk wird auf der Überfahrt, aus versehen von Isolde und Tristan eingenommen. Sofort entbrennen ihre Herzen füreinander und alle Versuche König Marke treu zu bleiben scheitern. Marke aber kommt seiner untreuen Gemahlin eines Tages auf die Schliche, nimmt sie jedoch später wieder zurück, während Tristan verbannt wird und in der Ferne Isolde Weisshand heiratet. An der Seite seines Schwagers wird er aber auf einem Kriegszug schwer verwundet. Er schickt nach der blonden Isolde an Markes Hof, denn nur sie kann ihm noch helfen. Ein Schiff mit weissem Segel sollte ihre Ankunft verkünden, doch Isolde Weisshand verkündet ihrem Gemahl in ihrer Eifersucht ein schwarzes Segel. Voller Kummer stirbt Tristan. Als sie ihren Liebsten leblos da liegen sah brach auch Isolde, der Blonden, das Herz und sie brach tot über Tristans Leiche zusammen.

Faust und Gretchen – Pakt mit dem Teufel

Die bereits 1772 im Urfaust von Johann Wolfgang von Goethe erzählte Tragödie um den Gelehrten Faust und Gretchen, handelt von einer zum Scheitern verurteilten Liebesbeziehung. Kaum unterschiedlicher könnten die Liebenden sein. Während Faust, ehrgeizig, weltoffen und leidenschaftlich ist, zeichnet sich Gretchen durch Bescheidenheit, Zurückhaltung und Religiosität aus. Faust weiss im Grunde, dass er sie mit seiner Begierde, mit sich in den Abgrund reissen wird und trotzdem kann er nicht widerstehen. Gretchens kleine, schlichte Welt fasziniert Faust, seit er sie zum ersten mal vor der Kirche sieht. In Begleitung Mephistopheles (Mephisto), mit welchem er einen Pakt eingegangen ist, besucht er Gretchen und weckt ihre Neugierde. Zweimal schenkt er ihr ein Schmuckkästchen und schliesslich behält sie zweites, entgegen ihrer Erziehung, im geheimen. Wodurch Mephistopheles einen kleinen Sieg über ihre Seele erringt. Bei einem Spaziergang im Garten schliesslich gestehen sich Faust und Gretchen ihre Liebe und Faust überredet sie, ihrer Mutter Schlaftropfen zu verabreichen, um sie des Nachts besuchen zu können. An diesen stirbt die Mutter jedoch und auch Gretchens Bruder findet durch Faust und Mephisto den Tod. Gretchen hingegen ist mittlerweile Schwanger und weiss, dass sie eine grosse Sünde auf sich genommen hat. Erst nach längerem erfährt Faust von ihrem Kummer. Inzwischen hat die Unglückliche ihr Neugeborenes umgebracht und soll hierfür selbst hingerichtet werden. Als Faust sie aus dem Kerker befreien will, weigert sie sich jedoch mit ihm zu gehen.

Bild 1: (c) Oliver Weber / pixelio.de

Bild 2: Gemälde von Ford Madox Brown

Quellen und Weiterführende Informationen:

Sarah A. Friedli, Sarah A. Friedli

Sarah A. Friedli - Kurzvita: Geboren wurde ich 1985 in der Schweiz. Nach der Schulzeit absolvierte ich den Vorkurs für Gestaltung und anschliessend ...

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