
- Paris und seine Viertel - Peter Klau
Alle Bewohner eines Viertels sind selbstverständlich Lokalpatrioten. Das „Quartier Latin“ ist das Viertel der Scholaren, entstanden auf der alten Römersiedlung. Trendig, jedoch auch mit verwinkelten Gassen und wunderschönen Innenhöfen wartet das „Marais“ auf. Das bekannteste Künstlerviertel ist ohne Zweifel Montmartre. Absolut „in“ ist auch das Künstlerviertel in der Gegend, in der früher die Bastille stand.
Bastille - Künstler und Trödel
Bis Anfang der 1980er Jahre verirrte sich kaum jemand in das Viertel jenseits des „Place de la Bastille“. Dann schossen plötzlich Galerien, Bistros, Cafés und Discotheken aus dem Boden – und Paris hatte ein neues Szene-Zentrum. Das ehemalige Arbeiter- und Handwerkerviertel ist längst Nachfolger von Montmartre und Montparnasse geworden. Immer mehr Künstler beziehen die früheren Werkstätten der Handwerker und Holzlager der Möbelhersteller an der „Rue de Faubourg Saint-Antoine“. Auch ein buntes Völkergemisch aus Italiener, Spaniern, Russen, Arabern, Juden und Asiaten trägt zur Anziehungskraft des Viertels bei. Die „Rue de Lappe“, erlangte in den 1920er und 1930er Jahren eine zwielichtige Berühmtheit und gilt immer noch als ein wenig verrucht, doch inzwischen vergnügen sich hier die Pariser in immer neuen Trendlokalen. Nicht weit vom Herzen des Bastille-Viertels stoßen Sie auf eine Attraktion ganz anderer Art: den Trödlermarkt am „Place de Aligre“.
Lage: Östlich des „Place de la Bastille“
Erreichbar mit: Métro, Linie 1,5,8 „Bastille“.
Marais - verwinkelte Gassen und großzügige Plätze
Man sieht diesem quirligen Viertel mit den noblen Geschäften, zahlreichen Restaurants und Bars nicht an, dass es sich ursprünglich um einen Sumpf handelte, in dem sich bestenfalls Mücken wohl fühlten. Nachdem man diesen trocken gelegt hatte, wurden Plätze (zum Beispiel „Place des Vosges“) angelegt, um die herum sich das Großbürgertum ansiedelte, während das einfache Volk sich in verwinkelten Gassen drängelte. Rund um die "Rue de Rosiers" hatte sich ein Großteile der jüdischen Pariser Bevölkerung niedergelassen. Auch heute finden Sie dort noch koschere Fastfood-Läden und Restaurants, jüdische Spezialitätengeschäfte und die wohl malerischsten Innenhöfe. Ebenfalls im Marais befindet sich das „Centre Pompidou“, Kulturtempel mit einer Vielzahl von Musikpubs und Künstlercafés im nahen Umkreis.
Lage: 3. und 4. Arrondissement.
Erreichbar mit: Métro, Linie 1, Saint Paul, Linie 9, „Chemin Vert“ und Linie 11 „Rambuteau".
Montmartre - ein Dorf in der Stadt
Die Besiedlung auf dem Montmartre bildet ein Dorf für sich. In dem nach dem Ersten Weltkrieg bei Künstlern sehr angesagten Viertel tummelt sich immer noch zahlreiches kunstschaffendes Volk. Dieses hat es jedoch vornehmlich auf das Geld der Touristen abgesehen. Da aber niemand von Luft und Liebe leben kann, ist es sicherlich keine schlechte Tat, sich von einem der zahlreichen Portrait-Zeichner zu Papier bringen zu lassen. Wer dazu zu schüchtern ist, dem bleibt immer noch ein Bummel durch die romantischen Gässchen Montmartres und ein grandioser Ausblick auf Paris. Zu den Highlights des Viertels gehören auf jeden Fall die Kirche „Sacré Coeur“ und der Varieté Palast „Moulin Rouge“.
Erreichbar mit: Métro, Linie 2, „Blanche“ und „Anvers“, Linie 12, „Pigalle“ und „Abbesses“, Linie 13, „Place de Clichy“.
Quartier Latin - ein Viertel der Wissenschaft
Benannt wurde dieses Viertel nach der lateinisch sprechenden Bevölkerung, erst Römer, dann Scholaren. Neben verwinkelten Gassen mit allerlei Restaurants befindet sich hier auch die erste der französischen Universitäten, die Sorbonne. Hatte Marie Curie Anfang des 20. Jahrhunderts hier noch Chemie und Physik gebüffelt, werden hier heute nur noch Geisteswissenschaften unterrichtet. Die Naturwissenschaften sind in den modernen, direkt an der Seine gelegenen Prunkbau umgezogen. Vorsicht, bei Sonnenschein werden Sie hier eine Sonnenbrille benötigen. Weit weniger akademisch geht es hingegen in der „Arènes de Lutèce“ zu. Hier wirkt die Physik höchstens beim Boulespielen.
Erreichbar mit: Métro, Linie 7, „Jussieu“, Linie 10, „Cluny/La Sorbonne“ oder „Maubert/Mutualité“.
Die Arrondissements und die Orientierung in der Stadt
Es erleichtert die Orientierung ungemein, wenn man sich vor dem Besuch der Metropole ein wenig mit den Arrondissements (Stadtbezirke) vertraut macht. In Paris gibt es zwanzig Arrondissements, die wiederum in je vier Quartiers oder Faubourgs aufgeteilt werden. Die Nummer eines Arrondissements findet man auf jedem Straßenschild, sie bildet auch die Endziffer der jeweiligen Postleitzahl. Man kann sich das System der Arrondissements wie eine Spirale vorstellen, die sich im Uhrzeigersinn von innen nach außen dreht. Ausgangspunkt ist das 1. Arrondissement, das zwischen dem „Palais de Justice“ und dem Museum „Louvre“ liegt. Die Vorstädte, die außerhalb der Arrondissements liegen, werden „Peripherieque“ oder „Banlieu“ genannt.
Der Pariser teilt seine Stadt außerdem in die Bereiche rechts (Rive Droite) und links (Rive Gauche) ein. Am linken Seineufer befinden sich die Viertel „Montparnasse“, „Quartier Latin“ und „St-Germain-de-Pres“ als Zentren für das bunte Leben, Studenten und trendige Lokale. Am rechten Flussufer befinden sich eher die konservativen und geschäftlichen Viertel.
Als Paris-Besucher kommt man um eine Shopping-Tour kaum herum. Wenn Sie wissen möchten, wo Sie in der Stadt preiswert einkaufen können, wird Sie der Artikel Die besten Einkaufsmöglichkeiten in Paris interessieren. Air Fance, Lufthansa und Air Berlin bieten von vielen deutschen Flughäfen preiswerte Flüge in die französische Hauptstadt an.
