Churros sind ein typisch spanisches Fettgebäck, eine Art länglicher Krapfen mit sternförmigem Querschnitt. Sie werden aus Brandteig zubereitet, der in siedendem Öl frittiert und anschließend mit Zucker bestreut wird. In Spanien isst man sie zu jeder Tageszeit, doch besonders lecker munden Churros, wenn sie in heiße dickflüssige Schokolade getunkt werden.

Diese Spezialität können Freunde spanischer Delikatessen jetzt auch in Berlin genießen. Das klitzekleine Schokoladencafé »nibs cacao« in der Charlottenburger Bleibtreustraße 46 nahe Savignyplatz serviert Churros aus eigener Produktion. Seit 2005 betreibt die Medienwissenschaftlerin Lara Aref Omar ihren Nischenladen im Format eines schmalen Handtuchs. Alles dreht sich darin um Kakao.

Alles dreht sich im Schokoladencafé um Kakao

Zu den angebotenen Kakaoköstlichkeiten zählen legendäre Schokolade von Claudio Corallo, Extravagantes von Enric Rovira, Klassisches von Amedei oder auch duftende Kakaoseifen. Die Inhaberin empfiehlt köstliche Wein- und Schokolade-Zusammenstellungen oder das allseits beliebte Schokoladenabonnement: ein Jahr lang jeden Monat ein Schokoladen-Überraschungspaket per Post. Es gibt Schoko-Bier aus Belgien, Kosmetik mit Kakao-Butter, Duftöle, Kuvertüren und Duftkalender mit wohlriechenden Rubbelflächen, die sämtliche Glückshormone auf einmal in Wallung bringen.

»Schokolade macht glücklich«, behauptet Lara Aref Omar, »das liegt an den netten Nebenwirkungen«. Kakao enthält wichtige Mineral- und Nährstoffe sowie Theobromin, das Glücksgefühle auslöse, und eine anregende Wirkung hat. Kakao verbessere die Cholesterinwerte und beuge sogar Hautalterung vor. Schokolade mache aber nicht nur glücklich. Schokolade macht auch schön und schlau, sagt die Schoko-Fee und serviert eine Marzipanschokolade auf Milchbasis.

Wie man Schokolade trinkt

Die »Fundamentalisten« unter den Schokofans trinken ihre Schokolade mit Wasser. Nur so kommen die Geschmacksstoffe voll zur Geltung. Je höher der Kakaoanteil, desto stärker und aromatischer ist der Geschmack des Heißgetränks. Interessant wird Schokolade eigentlich erst mit einem Kakaoanteil von mehr als sechzig Prozent. Je reiner der Kakaogehalt, desto höher der Anteil an Theobromin. Die Dosis Theobromin einer Haschischzigarette erreicht allerdings auch hundertprozentiger Kakao nicht.

Der Name von »nibs cacao« leitet sich von den gerösteten und gebrochenen Kakaobohnen ab, die Nibs genannt werden. Die Betreiberin der süßen Oase ist schon seit ihrer Kindheit Schoko-Junkies. Durch Reisen entdeckte Lara Aref Omar, »was es jenseits von Milka und Ritter Sport noch so alles gibt«. Ihr kleiner Laden liefert einen anschaulichen Beweis dafür. Und das Tollste dabei ist, dass die Preise erschwinglich sind.

Deutschland kennt Schokolade seit dem 17. Jahrhundert

Die Spanier brachten den Kakao 1519 nach der Eroberung des Aztekenreiches nach Europa, im 17. Jahrhundert kam er als Arznei nach Deutschland, zuerst in deutsche Apotheken. In europäischen Adelskreisen entwickelte er sich rasch zum Modegetränk, dem besondere Bekömmlichkeit und allerlei Heil- und auch aphrodisierende Wirkungen nachgesagt wurden.

Entscheidend für die Verbreitung des Kakaos als Genussmittel war die Entdeckung, dass er gesüßt aromatischer wird. Kakao war das Lieblingsgetränk Ludwigs XIV. und viele große und kleine Machthaber wollten ihm nacheifern. Im Bürgertum konnte sich Kakao nicht durchsetzen, es erinnerte an die Morbidität des Adels. Der aufgeklärte Deutsche verzehrte statt dessen Kaffee. Das hat sich heutzutage grundlegend verändert.

nibs cacao. Bleibtreustraße 46. 10623 Berlin

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag 11:00 - 19:00 Uhr

Sonntag 13:00 - mind. 18:00 Uhr