
- Höchste Zeit - Rainer Sturm / pixelio
Alternative Heilverfahren finden immer mehr Zuspruch und das Berufsbild des Heilpraktikers ist für viele Menschen reizvoll. Doch vor der Praxisgründung gilt es zunächst eine schriftliche und danach eine mündliche Prüfung erfolgreich hinter sich zu bringen. Diese rein schulmedizinischen Prüfungen stellen sicher, dass der angehende Heilpraktiker keine "Gefahr für die Volksgesundheit" darstellt und somit innerhalb klarer Grenzen praktizieren darf.
Multiple-Choice-Fragen aus der Schulmedizin
Die schriftliche Heilpraktikerprüfung besteht aus 60 Multiple-Choice-Fragen aus dem breiten schulmedizinischen Spektrum. Diese Fragen müssen innerhalb von zwei Stunden beantwortet werden.
Es gibt keinen festen Fragenkatalog. Wer Heilpraktiker werden möchte, sollte sich also zunächst auf eine große Menge an Lernstoff einstellen, der mit alternativen Verfahren nichts zu tun hat. Doch das Wissen aus der Schulmedizin ist absolut unverzichtbar, um später gute Arbeit leisten zu können, die eigenen Grenzen zu kennen und niemanden zu gefährden. Wer sich in diesem positiven Sinn auf die Prüfung einstellt, tut sich leichter.
Tücken der MC-Fragen
In der Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung ist regelmäßiges Training wichtig. Jeder Prüfungskandidat muss für sich eine Strategie entwickeln, wie die teils sehr komplexen Multiple-Choice-Fragen bewältigt werden können. Besondere Fallen und potentielle Fehlerquellen können sein:
- das ungenaue Lesen der Fragen
- Übersehen einer Verneinung
- das Angeben von Mehrfachantworten bei Einfachfragen
- falsches Zeitmanagement
- Fehler beim Übertragen der richtigen Lösungen auf den Lösungsbogen
Konstantes Training von Fragen aus Originalprüfungen ist z.B. mit den Büchern des Kreawi -Verlages möglich. Der Verlag bietet auch eine Online-Plattform und ein Computer-Trainingsprogramm für Heilpraktikerschüler an.
Strategien für die Beantwortung von MC-Fragen
Über die möglichen Fehlerquellen kann ein Prüfungskandidat sich bewusst werden. Wer aus der Übung heraus kennt, zu welchen Fehlern er neigt, kann gezielt gegensteuern. Hier einige Tipps für den Umgang mit Multiple-Choice-Fragen in der Heilpraktikerprüfung:
- Vor Beginn der Prüfung tief durchatmen. Oft ist es gut, sich nicht sofort auf die Fragen zu stürzen, sondern sich einen Moment Zeit zu nehmen, um die eigene Sicherheit und Konzentration zu stärken. Übungen wie das "Ankern" positiver, sicherer Emotionen oder Verstärkung von Gelassenheit im Vorfeld können sich nun auszahlen. Wer bereits während der Lernphase Anker durch bestimmte Düfte zur Konzentration gesetzt hat, sollte diesen Duft während der Prüfung auf einem Stofftaschentuch bei sich haben.
- Im ersten Durchgang kann es sinnvoll sein, mit einem farbigen Stift alle auftauchenden Verneinungen in den Fragen zu kennzeichnen. So werden diese später nicht übersehen. Manchem Prüfungskandidaten hilft es auch, klar anzustreichen, wann es sich um Einfachaussagen handelt und bei welchen Fragen mehrere Antworten gewünscht sind.
- Um unnötige Irritationen durch "Springen" zwischen den Fragen zu vermeiden, sollten die Aufgaben der Reihe nach durchgegangen und beantwortet werden. Wenn eine Frage nicht auf Anhieb sicher beantwortet werden kann, hilft ein individuelles System zur Kennzeichnung, etwa durch Fragezeichen.
- Im Schnitt bleiben maximal zwei Minuten für jede Frage. Darin ist die Zeit für die Übertragung auf den Lösungsbogen, der später abgegeben wird, noch nicht enthalten. Es geht um Effizienz, ohne dabei hektisch zu werden. Also nicht an einzelnen Fragen verbeißen! Lieber im Fluss der Bearbeitung bleiben und den eigenen Rhythmus wahren.
- Wer gut vorbereitet ist, wird einige Fragen auf Anhieb richtig beantworten können. Bei diesen Aufgaben lässt sich Zeit einsparen, die Prüfungskandidaten clever nutzen sollten: für eine Pause! Es ist wichtig, sich nach etwa der Hälfte der Prüfung eine kurze Auszeit zu gönnen. Ein Blick aus dem Fenster, ein rasches Schließen der Augen, um sich neu zu sammeln, oder ein erneutes Verankern positiver Emotionen. Durch das Zwischenschalten einer kleinen Pause reduziert sich die Fehlergefahr aufgrund von Konzentrationsmangel.
- Unbedingt Zeit einplanen für das Übertragen der Lösungen auf den Lösungsbogen! Entweder überträgt man sofort jede Lösung auf den Bogen, oder arbeitet die gesamte Prüfung zum Schluss ab. Bei der zweiten Variante besteht die Gefahr, in Zeitdruck zu geraten und Flüchtigkeitsfehler einzubauen. Auch hier gilt: im Vorfeld an Prüfungen früherer Jahre austesten, welches Verfahren einem besser liegt.
- Vorsicht, Korrektur! Beim nochmaligen Korrigieren der beantworteten Prüfungsfragen kann es passieren, dass richtige Antworten plötzlich angezweifelt und "verschlimmbessert" werden. Wer dazu neigt, Fehler in die Prüfung hineinzubasteln, sollte die Fragen lieber nicht noch einmal überarbeiten. Doch auch dieser Punkt ist individuell sehr verschieden. Da hilft nur: während der Vorbereitung ausprobieren, ob diese Möglichkeit besteht, oder ob man eher zu den Prüfungskandidaten gehört, die Fehler beim Korrigieren ausmerzen.
Das Gefühl von Sicherheit
Ganz wichtig: Ein Prüfungskandidat sollte sich seines umfassenden Wissens bewusst sein! Wer gut vorbereitet ist und die Chancen des Trainings im Vorfeld genutzt hat, kann in der Prüfung Routine walten lassen. Prüfungen müssen nicht automatisch Stress und Aufregung bedeuten! Sie können auch wunderbare Gelegenheiten sein, eine Herausforderung anzunehmen und das Gelernte endlich zu zeigen. So steht einer erfolgreichen schriftlichen Heilpraktikerprüfung nichts mehr im Wege.
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