Nach erneut auftretenden Schweinegrippefällen hat die WHO die Gefährlichkeit einer Pandemie neu eingeschätzt und auf ihrer Pandemie Alarmphasen-Skala das Pandemierisiko von Phase 3 auf Phase 4 (von insgesamt 6 Phasen) hochgesetzt. Bis zum heutigen Tag sollen in Mexiko bereits 149 Menschen aufgrund des Schweinegrippe-Virus verstorben sein. Seit Mitte April erkrankten in Mexiko mehr als 1.600 Menschen. Und das Virus breitet sich aus. Auf 4 Kontinenten gibt es inzwischen Fälle, die auf eine Infizierung mit dem Virus schließen lassen oder den Verdacht ausgelöst haben.
Warum wird das Virus auch H1N1 genannt?
Mit H und N werden die beiden Eiweiße der Virushülle - Hämagglutinin und Neuraminidase - abgekürzt. 1918 wurde das Virus erstmals aufgeführt und da es von beiden Proteinen die Variante 1 hat, wird es dementsprechend H1N1 genannt.
Wie sind die Symptome der Schweingerippe?
Anzeichen für eine Erkrankung sind wie bei einer normalen Grippe. Meist sind die Symtome Fieber, Müdigkeit, Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Husten. Weiter können Schnupfen, Halsschmerzen, Kreislaufprobleme oder Übelkeit auftreten. Die oft starke Übelkeit und der einhergehende Durchfall weisen darauf hin, dass es sich nicht um eine normale Grippe handelt. Die Inkubationszeit (von der Ansteckung zum Ausbruch der Krankheit) beträgt zwei bis drei Tage.
Wie wird die Schweingerippe übertragen?
Das Virus breitet sich von Mensch zu Mensch via Tröpfcheninfektion beispieslweise durch Husten oder Niesen aus.
Welche Behandlungsmethoden gibt es?
Menschen, die sich mit der Schweinegrippe infiziert haben, sollen laut Ärzten sofort mit adäquaten Grippemitteln (z.B. Tamiflu) therapiert werden. Weiters muss das meist sehr hohe Fieber gesenkt werden. Bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (häufig Lungenentzündung) helfen Antibiotika.
Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?
Es gibt derzeit noch keine Impfung gegen den Schweinegrippe-Virus. Folgende Maßnahmen helfen präventiv:
- Hände schütteln vermeiden
- in einem Gespräch Abstand halten
- regelmäßiges Hände waschen
- Mundschutz tragen
Ist es gefährlich Schweinefleisch zu essen?
Nein. Die Schweingerippe kann laut Seuchenschutz nicht durch Lebensmittel übertragen werden.
Kann das Schweinegrippe-Virus auch Haustiere befallen?
Laut Jens Schell, Mitarbeiter Friedrich-Löffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundhei), ist das Virus nicht auf Katzen, Hunde oder andere Haustiere übertragbar. Auch bei Vögeln ist bisher nichts bekannt.
Ist die Schweinegrippe eine Erfindung der Pharmaindustrie?
Immer wieder hört man, dass das Thema Schweinegrippe von der Pharmaindustrie gepusht wird, um spezifische Medikamente in Mengen zu verkaufen. Angeblich helfen bei der Schweinegrippe dieselben Medikamente wie damals bei der Vogelgrippe (Tamiflu, Relenza). Ob diese These wahr ist oder nicht, lässt sich nur schwer pauschal beantworten. Die einen sehen die Pharmaindustrie als Partner, der versucht adäquat auf auftretende Krankheiten zu reagieren, andere wiederum meinen nichts als Panikmache und Geldscheffelei wahrzunehmen.
