In Mexiko wurden die ersten Fälle der Schweinegrippe bekannt. Ihr schnelles Umsichgreifen erschreckte die Welt und eine Verbreitung der neuen Krankheit auf alle Kontinente war nicht zu verhindern. Während man sich hierzulande auf die erwarteten Impfungen vorbereitet und der gelinde Verlauf der inzwischen auch Amerikagrippe genannten Viruserkrankung vielen die Angst nimmt, erreichen Europa nur noch wenige Nachrichten aus Mittelamerika.
Doch worauf müssen Reisende achten, die in Länder wie Guatemala oder Costa Rica kommen? Wie verläuft die Ausbreitung vor Ort?
Fakten zur Schweinegrippe in Mittelamerika
„Gripe A-H1N1“ ist inzwischen neben „Gripe porcina“ die offizielle Bezeichnung für die Amerikagrippe in Mittelamerika. Bis Ende August 2009 bestimmte die Panamerikanische Organisation für Gesundheit (Organización Panamericana de la Salud, OPS) 116.000 Fälle der Schweinegrippe auf dem gesamten amerikanischen Doppelkontinent. In der Region, zu der 22 Länder gezählt werden, erlagen bisher 2.234 Personen der Erkrankung (Stand: 02.09.2009). In Mittelamerika ist Costa Rica bisher am meisten betroffen, Honduras und Panama meldeten die wenigsten Fälle.
Die Länder des mittelamerikanischen Festlandes lassen keine größere Panik gegenüber der Grippe spüren. Auch wenn wiederholt vor den Gefahren einer weiteren Ausbreitung gewarnt wird, hält sich die Zahl der Verstorbenen bisher wie überall sehr in Grenzen. In den meisten Fällen nimmt die Grippe einen relativ milden Verlauf. Der Großteil der Infektionen konzentriert sich immer auf Ballungsräume, ländliche Gegenden sind weit weniger affektiert.
Dennoch haben manche Länder bei der Einreise besondere Kontrollen eingeführt und lassen ankommende Personen Gesundheitsfragebögen ausfüllen. Reisende müssen sich derzeit vor allem auf diese Kontrollen einstellen. Es sind die üblichen Hygienehinweise einzuhalten. Aktuelle Informationen für die Reise stellt das Auswärtige Amt laufend zur Verfügung.
Die Schweinegrippe in Guatemala
Das südliche Nachbarland Mexikos meldet bisher 624 bestätigte Fälle von Schweinegrippe, davon etwa die Hälfte in der Hauptstadt Guatemala-Stadt (Stand: 15.08.2009). In dem extrem armen Land sorgen die langsame Reaktion der Gesundheitsbehörden und die mangelnde Information der Bevölkerung für Unbehagen. Mehrere Alarmpläne sind aber im bevölkerungsreichsten Land Mittelamerikas in Kraft gesetzt worden. Reisende aus Mexiko werden an den Grenzen und Flughäfen kontrolliert und mit Formularen befragt.
Die Schweinegrippe in Honduras
Die Bevölkerung von Honduras wurde gerade in Lateinamerika zur verletzlichsten bestimmt was Auswirkungen des Klimawandels wie Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen angeht. Neben der ohnehin sehr hohen Armut und der politischen Unruhen der letzten Monate ist die A-H1N1 ein Thema, das die Menschen mit Sorge erfüllt. Etwa 20 neue Fälle werden in Honduras pro Woche gemeldet. Bisher starben 10 Personen, etwa 400 Fälle von Infektionen wurden gemeldet (Stand: 02.02.2009). Die meisten Erkrankungen treten in den Großstädten Tegucigalpa und San Pedro Sula auf, mit jeweils etwa 30% der Fälle. In den letzten Tagen gingen die Erkrankungen zurück, was man vor allem auf die sehr hohen Umgebungstemperaturen zurückführt.
Die Schweinegrippe in Costa Rica
Costa Rica ist neben Mexiko und den USA eines der drei Länder in Amerika, wo eine erste Studie mit der Schweinegrippeimpfung durchgeführt wird. 784 Personen aus Costa Rica nehmen daran teil. Das Land ist bisher in Mittelamerika mit am stärksten von der A-H1N1 betroffen, jedoch ist die Heilungsrate aufgrund der guten medizinischen Versorgung in Costa Rica sehr hoch. In Costa Rica hat die Amerikagrippe bisher 33 Todesfälle verursacht (Stand: 20.08.2009). Anfang September wurden Untersuchungen gestartet, um festzustellen, inwieweit die Indio-Population nahe der Grenze zu Panama, zu der etwa 10.000 Personen zählen, von der Schweinegrippe betroffen ist.
Reisende müssen mit gesonderten Kontrollen aufgrund der Amerikagrippe rechnen, die an allen Flughäfen, Grenzübergängen und Häfen durchgeführt werden, und müssen Gesundheitsfragebögen ausfüllen.
Prominentester Patient war in Costa Rica der Präsident und Friedensnobelpreisträger Oscar Arías, bei dem die Erkrankung einen normalen, relativ milden Verlauf nahm.
