Die Sensation blieb aus: Holstein Kiel - Borussia Dortmund 0:4

Holstein Kiel Deutscherb Meister 1912 - Holstein Kiel
Holstein Kiel Deutscherb Meister 1912 - Holstein Kiel
Am 7. Februar kam es im Schlagerspiel im Rahmen des Viertelfinales um den DFB-Pokal zum „Spiel der Spiele" zwischen Holstein Kiel und dem Deutschen Meister

So viel Presseresonanz wie gegen den Deutschen Meister und aktuellen Tabellenführer der ersten Bundesliga, Borussia Dortmund, hatte der Viertligist Holstein Kiel noch nie erlebt. Zum Pokalknüller hatten sich 175 Fernseh- und Hörfunkjournalisten, 60 Vertreter der verschiedensten Printmedien und 40 Fotografen bei Holstein Kiel akkreditieren lassen. Selbst aus dem fernen Japan waren fünf Journalisten zur Pressekonferenz und natürlich zum Spiel angereist. Ihr einziges Anliegen war die Berichterstattung für ihre japanische Kundschaft über den in Dortmunder Diensten stehenden Japaner Shinji Kagawa.

Die Ausgangslage

Mehr Klassenunterschied in einem wichtigen Spiel geht kaum: Ein Viertligist empfing den Deutschen Meister im Viertelfinale des Deutschen Pokals! Die Kieler „Störche" hatten bereits Zweitligist Energie Cottbus mit 3:0 , Zweitlist MSV Duisburg mit 2:0 und Erstligist Mainz 05 mit 2:0 aus dem Wettbewerb geworfen. Gelingt gegen Dortmund der nächste Coup oder geht es in die Verlängerung oder kommt gar ein Elfmeterschiessen, fragten sich viele? Ganz Deutschland konnte dabei sein, denn Das Erste übertrug die Begegnung live

Das Spiel Kiel gegen Dortmund 0:4 (0:2)

Das Spiel stand unter der Leitung von Schiedsrichter Felix Zwayer aus Berlin.

Kiel trat ohne Tim Siedschlag an, der noch lange verletzt sein wird. Siedschlag ist für die „ruhenden Bälle“ verantwortlich. Auf Dortmunder Seite fehlten Kevin Großkreutz, Mario Götze und Sven Bender. Für Weidenfeller stand Mitchell Langerak im Tor.

Kiel hatte vor 11.700 Zuschauern bei ungewohnter erstmaliger Fernseh-Live-Übertragung eines Kieler Spiels Anstoß. Beide Mannschaften hatten anfangs Schwierigkeiten mit dem knochenhart gefrorenen Platz. Wie erwartet, drängte Dortmund die Kieler in die eigene Hälfte und versuchte, die Kieler einzuschnüren. Kiel gab das Mittelfeld frei, stand aber sehr kompakt.zirka 30 Meter vor dem eigenen Tor und hoffte auf das gewohnte Konterspiel. Die erste Chance dazu ergab sich in der 9. Minute für Marc Heider, der aber ganz knapp an Torwart Langerak scheiterte. In der 11. Minute schießt Perisic, trifft den Ball nicht richtig und Lewandowski staubt zum 1:0 für Dortmund ab. Das warf Kiels Plan komplett über den Haufen. Aber schon sieben Minuten zeigte Dortmund eine schöne Kombination, Kehl spielte auf den rechts durchlaufenden Piszczek, der in den Rücken der Kieler Abwehr passt und Kagawa mühelos zum 2:0 einschießen konnte. Das dürfte schon die Entscheidung gewesen sein. In den folgenden Minuten spielte Kiel durchaus frech mit, kam zu zwei Torschüssen und der ersten Ecke. Nach 30 Minuten hatte sich Dortmund mit dem 2:0 eine komfortable verdiente Führung herausgespielt, aber Kiel versteckte sich nicht und spielte gut mit. Dortmund allerdings wirkte souverän und spielte überlegt. Ein schöner Versuch, als Kazior einen Freistoss aus 25 Metern in der 39. Minute gefährlich auf das Dortmunder Tor brachte, Langerak den Ball aber festhalten konnte. 0:2 zur Halbzeit für Dortmund.

In der zweiten Halbzeit kamen beide Mannschaften unverändert aufs Feld. Weil Kiel die Offensive verstärkte, wogte das Spiel mehr hin und her. Die besseren Möglichkeiten erspielte sich aber Dortmund, obwohl immer wieder beim schnörkellosen Abwehrverhalten zu sehen war, wie ernst die Dortmunder die Kieler nahmen. Nach einer Stunde stand es weiter 0:2. Die Statistik gibt Auskunft, dass die Dortmunder 70 Prozent der Zweikämpfe gewinnen. Aber das scheint dem Klassenunterschied geschuldet. In der 69. Minute kommen Barrios für Lewandowski und Großkreutz für Blaszczykowski. Kazior hatte eine Kopfballchance, aber Langerak war da und hielt sicher. Mit einem schönen Angriff stürmte Dortmund in der 80. Minute gegen das Kieler Tor, Perisic flankte und Barrios drückte zum 0:3 ein. Das war die endgültige Entscheidung des Spiels. Gündogan wurde für Kagawa für die letzten acht Minuten eingewechselt und auf Kieler Seite Wetter für Lindner. Morten Jensen nahm unüberlegt eine Rückgabe im eigenen Strafraum in die Hand, und den fälligen Freistoß aus 5 Metern verwandelte Perisic zum 0:4.

Die Überraschung ist ausgeblieben. Dortmund trat souverän auf und Kiel erlebte mit dem „Spiel aller Spiele gegen den deutschen Meister“ einen echten Saisonhöhepunkt mit durchaus guter Leistung trotz des großen Klassenunterschiedes..

Quellen: DasErste Live-Übertragung, DFB, DFL, Holstein Kiel

Dieter Helmut, Dieter Helmut

Dieter Helmut - Dieter Helmut ist Jurist im Ruhestand und schreibt seit Dezember 2010 für suite101. Seine Themenschwerpunkte sind aktuelle ...

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