Das Sehen ist derjenige der fünf menschlichen Sinne, welcher am häufigsten zum Einsatz kommt. Wie ist es, wenn dieser Sinn ausgeschaltet ist? Plötzlich werden die anderen vier Sinne viel deutlicher wahrgenommen. Es gibt eine Menge Spiele, mit denen Kinder und auch Erwachsene ihre Sinne kennen lernen und trainieren können.
Hören: Wo ist der Partner?
Am zweit häufigsten nutzt der Mensch den Hörsinn. Ein Spiel um genaues Hinhören zu üben, ist die blinde Partnersuche. Hierbei werden Kärtchen verteilt, auf denen Tiernamen stehen. Jeder Tiername kommt doppelt vor. Die Teilnehmer lesen ihr Kärtchen, verraten jedoch niemandem, welches Tier sie sind. Nun werden allen Spielern die Augen verbunden. Jeder macht ein Geräusch, was zu seinem Tier passt, die Katze miaut beispielsweise, die Kuh muht, das Schwein grunzt. Die Spieler müssen den Partner finden, der das gleiche Tier ist, wie sie selbst. Eine Abwandlungsvariante besteht darin, dass den Spielern, nachdem ihnen die Augen verbunden wurden, orffsche Instrumente gegeben werden, also zum Beispiel Triangel, Klanghölzer und Schellenring. Je zwei Spieler bekommen dasselbe Instrument. Nun musizieren alle drauf los und wieder gilt es, den Partner zu finden, der das gleiche Instrument spielt, wie man selbst.
Fühlen: Was ist in der Tüte?
Bei diesem Spiel tut der Spielleiter verschiedene Gegenstände in eine Tüte, zum Beispiel ein Stofftier, ein Stück Seife, einen Holzlöffel, eine Packung Taschentücher. Nun müssen die Spieler reihum in die Tüte greifen und einen Gegenstand ertasten, natürlich ohne hinzusehen. Erkennt ein Spieler einen Gegenstand richtig, darf er diesen behalten. Wer am Ende des Spieles die meisten Gegenstände richtig ertastet hat, hat das Spiel gewonnen. Der Schwierigkeitsgrad kann je nach Alter der Teilnehmer durch die ausgewählten Gegenstände variiert werden. Bei den Gegenständen kann es sich um Artikel aus dem Alltag des Kindes, wie zum Beispiel vertraute Spielsachen, handeln oder es können natürliche Materialien, wie zum Beispiel Tannenzapfen, Reiskörner, Steine oder Nüsse verwendet werden.
Schmecken: Blinder Genuss
Noch schwieriger als Gegenstände zu ertasten, ist es für viele Menschen, etwas blind zu schmecken. Zum Einstieg sollten reine Lebensmittel verwendet werden, also keine Gerichte, für die verschiedene Zutaten gemischt wurden. Mit verbundenen Augen probieren die Spieler etwas, was ihnen der Spielleiter in den Mund legt, zum Beispiel ein Stück Banane oder Apfel oder Schokolade. Geübte Spieler können versuchen, eine Mahlzeit blind zu sich zu nehmen und die einzelnen Zutaten heraus zu schmecken. Ein besonderes Event für Kinder ab 8 Jahren und auch für Erwachsene, ist der Besuch eines Restaurants, wo in völliger Dunkelheit ein mehrgängiges Menü serviert und verspeist wird.
Riechen: Düfte zuordnen
Beim Schmecken spielt immer auch das Mundgefühl, der Geruch und sogar die Geräusche, die beim Verspeisen auftreten, eine Rolle. Soll allein durch den Geruch ein bestimmtes Gewürz oder eine Speise erkannt werden, so ist mit diesem Spiel wohl der höchste Schwierigkeitsgrad der Reise durch die Welt der Sinne erreicht. Der Spielleiter hält dem Spieler beispielsweise Gewürze wie Zimt, Zitronenmelisse, Maggi oder Pfeffer unter die Nase. Der Spieler hat die Aufgabe, allein am Geruch zu erkennen, um welches Gewürz es sich handelt. In einer Mädchenrunde auch beliebt, ist die Variante am Geruch bekannte Parfüms zu erkennen. Diese Spiele stellen nur einige Anregungen dar, um die Möglichkeiten der eigenen Sinne zu erkunden und diese zu trainieren. Wer erst einmal mit der spielerischen Entdeckungsreise begonnen hat, entwickelt sicher bald eigene weitere Ideen.
Quelle: eigene Recherche
