Die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden besitzt viele berühmte und wertvolle Gemälde von verschiedenen Meistern aus unterschiedlichen Epochen. Ein Bild, das auf jeden Fall dazu gehört und vielen Menschen bekannt ist, ist die "Sixtinische Madonna". Teile des Gemäldes, die zwei Putten vom unteren Bildrand, kann man als Reproduktion auf Postkarten, Taschen, Porzellan und vielen anderen Dingen und Souvenirs wiederfinden.
Die "Sixtinische Madonna"
Raffael (1483 - 1520) hatte dieses Bild für eine Kirche in Piacenza gemalt, die dem Heiligen Sixtus geweiht war. Daher kommt auch der Name "Sixtinische Madonna". Kurfürst August III. von Sachsen, der Sohn August des Starken, hatte das Bild 1754 erworben, denn für seine Sammlungen wollte er unbedingt noch ein Gemälde von Raffael haben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde das Gemälde mit vielen weiteren durch die Rote Armee nach Moskau entführt, im Jahre 1956 wurde es an die Dresdner Galerie zurückgegeben.
Die "Madonna von Foligno"
Raffaels Gemälde "Madonna von Foligno" zeigt fast dasselbe Motiv, die Mutter Gottes mit dem Kind auf dem Arm. Dieses Gemälde ist nahezu zeitgleich, nur wenige Wochen vor der "Sixtinischen Madonna", entstanden. Allerdings ist auf diesem Gemälde die Erde noch zu sehen. Das etwa drei Meter hohe Altarbild war zunächst auf Holz gemalt und hing in der Kirche St. Anna in Foligno. 1797 geriet das Gemälde durch die Napoleonischen Truppen nach Frankreich. Dort wurde es auf Leinwand übertragen. Seit 1820 gehört dieses Bild dem Vatikan.
Vatikanische Kostbarkeiten in der Dresdner Ausstellung
Im September 2011 wird Papst Benedikt Deutschland besuchen. Auch viele Einwohner Dresdens hätten sich über einen Besuch gefreut. Aber es wurden die Städte Berlin, Erfurt und Freiburg ausgewählt. Dresden kann sich jedoch auf etwas anderes freuen:
Papst Benedikt XVI. hat sich entschieden, einen anderen Beitrag für die Kunst- und Kulturstadt Dresden zu leisten. Dieses Gemälde der Madonna wird erstmalig für eine Auslandsausstellung verliehen. Normalerweise verleiht der Vatikan solche Kunstwerke nicht. Nach 500 Jahren werden die "Schwestern" nun in der Dresdner Gemäldegalerie vom 6. September 2011 bis zum 8. Januar 2012 zu bestaunen sein. Somit sind sicherlich Vergleiche möglich, zu Farben oder auch dem Modell des Jungen. Weitere Madonnen-Bilder, unter anderem von Albrecht Dürer und Lucas Cranach, bieten zusätzliche Möglichkeiten, diese Thematik im wahrsten Sinne des Wortes näher zu betrachten.
Dies soll der Anfang einer Zusammenarbeit zwischen Dresden und Rom sein. Eine weitere Ausstellung mit Werken aus den Depots der Vatikanischen Museen - Indianerbüsten und -statuen vom Dresdner Bildhauer Ferdinand Pettrich (1798 - 1872) - ist bereits geplant.
Quelle: Sächsische Zeitung vom 16. Juni 2011
