Die Skandinavischen Weihnachtsmärkte in der Hamburger Neustadt

Skandinavische Weihnachten sind freundlich - Dr. Stephan Barth / pixelio.de
Skandinavische Weihnachten sind freundlich - Dr. Stephan Barth / pixelio.de
Alljährlich im November finden in den Nordischen Seemannskirchen im Portugiesenviertel Weihnachtsbasare statt. Für Weihnachtsliebhaber ein Pflichtausflug.

Die Hamburger haben eine innige Verbindung zu ihren nordischen Nachbarländern. So wundert es auch nicht, dass die jährlichen Weihnachtsbasare der Nordischen Seemannskirchen im November immer gesteckt voll sind. Menschenmassen strömen in die Ditmar-Koel-Straße, in der Hamburger Neustadt zwischen Michel und Landungsbrücken gelegen, und schieben sich durch die vier skandinavischen Kirchen - weil es sich lohnt.

Weihnachten und Skandinavien - das gehört zwingend zusammen

Skandinavien hat in Sachen Weihnachten vieles von dem zu bieten, was die Deutschen sich in verzückten Träumen darunter vorstellen: Der Weihnachtsmann wohnt nördlich des Polarkreises in Finnland, die Elche kommen auch aus Skandinavien, zudem ist es dort im Winter knackekalt und früh dunkel, so dass immer und überall Kerzen auf den vielen Schnee scheinen und alles ist so romantisch wie im Bilderbuch. Vielleicht sind diese Träumereien schon allein der Grund, warum die Weihnachtsmärkte der Nordischen Seemannskirchen in Hamburg so beliebt sind. Vielleicht ist es aber auch die Tatsache, dass sie sehr früh im Jahr liegen und man dann noch nicht die alljährliche Weihnachtsmarktüberdosis genossen hat, die einen spätestens ab Mitte Dezember ereilt. Möglicherweise ist es aber auch einfach das Herzblut, das man in allen Kirchen spürt, die Begeisterung, mit der die in wunderschöne Trachten gewandeten Gastgeber ihre Heimatländer präsentieren und die fehlende Klebrigkeit, die deutschen Weihnachtsmärkten oft anhaftet.

Wem das alles noch nicht genug Grund ist, den Skandinaviern einen vorweihnachtlichen Besuch abzustatten, der lässt sich vielleicht mit den unzähligen Dingen locken, die dort angeboten werden - Glögg natürlich, der Glühwein des Nordens, Handwerkskunst, besonders aus Holz, Kleidung aus Wolle, aber auch Schmuck und weihnachtliche Dekorationsgegenstände, ein kleiner finnischer Supermarkt, süße und deftige regionale Leckereien aus allen vier Ländern und überall Lose für Tombola und Lotterie, die immer einem guten Zweck dienen und tolle Gewinne bereithalten.

Das weihnachtliche Skandinavien kommt im Viererpack

Die Nordischen Seemannskirchen liegen praktischerweise in der gleichen Straße, die Ditmar-Koel-Straße verläuft zwischen Michel und Landungsbrücken. Entsprechend einfach ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad beziehungsweise zu Fuß, mit dem eigenen Auto sollte man allerdings nicht kommen, es lässt sich dort einfach nicht parken. Die nächsten fußläufigen Bahnhaltestellen sind Landungsbrücken, Baumwall und Stadthausbrücke.

Vom Michel kommend trifft man auf der rechten Seite zunächst auf die Dänische Seemannskirche, im Nachbarhaus befindet sich die von Norwegen, noch eine Tür weiter empfangen die Finnen in ihrer Kirche. Um zu den Schweden zu kommen, muss man an das andere Ende der Ditmar-Koel-Straße, an der Ecke zur Straße Johannisbollwerk steht die schwedische Gustav-Adolfs-Kirche. Man sollte bei einem Besuch der Kirchen viel Taschengeld mitführen und immer über genügend Platz in seinen Taschen verfügen, nur wenige Besucher der Basare können nämlich dem Weihnachtsflair entfliehen, ohne etwas eingekauft zu haben.

Öffnungszeiten der Weihnachtsbasare in den Nordischen Seemannskirchen

Die Basare sind nicht über die gesamte Vorweihnachtszeit geöffnet, sondern finden immer ungefähr Mitte November an zwei aufeinander folgenden Wochenenden (Freitag, Sonnabend und Sonntag) statt, in 2011 am zweiten und dritten Novemberwochenende, das heißt vom 11.11. bis 13.11. und vom 18.11. bis 20.11, aber auch da sind die Öffnungszeiten nicht identisch. Als Faustregel kann man sich merken, dass am Freitag, Sonnabend und Sonntag des zweiten Wochenendes zwischen 12 und 18 Uhr alle Kirchen geöffnet sind.

Die dänische Kirche befindet sich in der Ditmar-Koel-Straße 2, sie ist 2011 an allen Kerntagen von 12 bis 18 Uhr geöffnet, die norwegische Kirche in der Hausnummer 4 hat 2011 die gleichen Öffnungszeiten wie die dänische. Die finnische Kirche in der Hausnummer 6 ist nur am zweiten Wochenende geöffnet, fängt als Ausgleich dafür allerdings auch schon einen Tag früher, am Donnerstag den 17.11.2011, an. Die Zeiten im einzelnen: Donnerstag von 17 bis 20 Uhr, Freitag und Sonnabend von 12 bis 19 Uhr, Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Die Schweden in der Hausnummer 36 fangen am ersten Wochenende an, haben am Freitag von 16 bis 20 Uhr geöffnet, am Sonnabend von 12 bis 20 und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Am zweiten Wochenende öffnen sie ihre Kirche am Freitag und Sonnabend von 12 bis 20 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr.

Das Nordische Weihnachtskonzert gehört auch zum skandinavischen Weihnachten in Hamburg

Die Skandinavier beglücken die Hamburger nicht nur mit den Weihnachtsbasaren, es gibt zudem auch Musik im Michel. Das 16. Nordische Weihnachtskonzert im Michel findet am 12. Dezember 2011 statt, es gibt drei Aufführungen um 14, 17 und 19:30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei der organisierenden dänischen Seemannskirche unter julekoncert@dankirke.de oder 040 / 3750 3378 ab dem 1. November 2011 zu bestellen. Die Preise reichen von 5 bis 25 Euro, dazu kommen jeweils 3 Euro Bearbeitungsgebühr. Am Tag des Konzertes wird es Glögg und Weihnachtsgebäck geben und alle nordischen Kirchen öffnen noch einmal ab 15 Uhr ihre Türen und verkaufen skandinavische Weihnachtskunst.

Wer Mitte November oder Mitte Dezember 2011 in Hamburg ist und keinerlei Angst vor Menschenmassen hat, sollte sich einen Besuch bei den weihnachtlichen Skandinaviern nicht entgehen lassen. Es ist eine gute Möglichkeit, die eigene Einstellung zu Weihnachten zu reflektieren, wenn man sieht, wie andere Länder mit diesem frohen Fest umgehen. Und wenn es da nichts zu überdenken gibt, dann wird das einfach nur eine kleine Reise in eine wunderbare Weihnachtswelt, aus der man bestimmt mit ein paar schönen Geschenken wieder auftaucht. Und vielleicht ist der alljährliche Besuch der skandinavischen Weihnachtsbasare ja sogar auch ein Grund, warum die Hamburger die glücklichsten Deutschen sind.

Bildnachweis: Dr. Stephan Barth / pixelio.de

Manuela Käselau, www.valeriewagner.de

Manuela Käselau - Schreiben zu können fand ich gleich nach dem Erlernen desselben eine prima Sache. Und mit der Anwendung hat es dann auch gleich recht ...

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