Die Slowakische Volkspartei (SLS / HSLS) 1906-1945

Die SLS trat für die Slowakei ein und kam zum falschen Zeitpunkt in der Slowakei zur Macht.

Die Slowakische Volkspartei (SLS) wurde formell 1906 gegründet. Obwohl die SLS als Teil der Slowakischen National Partei (SNS) bis 1913 offiziell antrat, gab es zwischen den beiden kein gemeinsames Parteiprogramm. Die SLS und die SNS waren 1906 im ungarischen Parlament vertreten und hatten sechs bzw. einen Sitz.

Die Partei vor 1919

Die SLS bestand ursprünglich aus slowakischen Mitgliedern der ungarischen Volkspartei und aus ehemaligen Mitgliedern der SNS. Das Parteiprogramm bestand aus klerikal-katholisch und nationale Reformen. Dabei waren während der ungarischen Herrschaft auch die Forderungen nach Meinungsfreiheit und allgemeinen Wahlrecht vorhanden. 1913 wurde die SLS in Žilina als souveräne Partei in der politischen Landschaft Österreich-Ungarns begründet. Der Vorsitzende der Partei wurde Andrej Hlinka.

Nach dem Weltkrieg

Nach dem Krieg nahm die SLS ihre Tätigkeit wieder auf und nahm sogar an der Gründung des Slowakischen Nationalrats teil. Im Oktober 1925 nannte sich die SLS in Hlinkas Slowakische Volkspartei (HSLS) um. Die Partei Hlinkas hatte in der ersten Tschechoslowakei (1918-1938) versucht, die Rechte der Slowakei zu vertreten, die sie niemals bekam, obwohl es im Pittsburger Abkommen zwischen Tschechen und Slowaken vereinbart wurde. Dabei ging es auch gegen den Zentralismus und die Machtkonzentration der Republik in Prag, sowie gegen den Tschechoslowakismus.

Wer wählte die HSLS

Je mehr die HSLS gegen den Tschechoslowakischen Zentralstaat arbeitete und für die Rechte der Slowakei eintrat, umso größer wurde die Wählerschaft . Anfangs hatten die slowakischen Bauern die Partei unterstützt, da Hlinkas Partei gegen die Landreform (1920-1929) der Zentralregierung war. Um ins gemeinsame Parlament der Tschechoslowakei zu gelangen, musste die SLS mit der Tschechischen Volkspartei als Tschechoslowakische Volkspartei antreten. Nur ein Mal war die Volkspartei in einer Koalition. Doch wurde die Koalition verlassen als gegen Vojtech Tuka, einem Mitglied der HSLS, ein Gerichtsverfahren wegen Hochverrat geführt werden sollte.

Nach Hlinkas Tod

Nach Andrej Hlinkas Tod im August 1938 folgte Jozef Tiso, ein Priester und ehemals Vizeparteichef, nach. Dieser musste sich mit den Turbulenzen der Zeit herumschlagen. Denn die Tschechoslowakische Republik geriet in eine Krise wegen ihres Nachbars – dem Deutschen Reich. Die Republik verlor nach dem Münchner Abkommen das Sudetenland an das Deutsche Reich. Im Oktober 1938 erklärte die HSLS und die meisten Slowakischen Parteien die Autonomie der Slowakei innerhalb der Tschechoslowakei. Doch beim Wiener Schiedsspruch verlor die Slowakei den Süden des Landes an Ungarn. Alle Parteien bildeten mit der HSLS - Hlinkas Slowakische Volkspartei – Partei der slowakischen Nationalen Einheit (HSLS – SSNJ).

Alle anderen Parteien wie die jüdische, sozialdemokratische und auch die kommunistische Partei wurde verboten. Im März 1939 wurde der souveräne Staat Slowakei ausgerufen und das Ende der Tschechoslowakei war besiegelt.

Im Slowakischen Staat

Als allein regierende Partei kam es intern zu Konflikten. Zwei Flügel, der klerikal-gemäßigte und der slowakisch-nationalsozialistische hatten zwei verschiedene Einstellungen zum neuen Staat. Der Staatspräsident und Parteivorsitzende Tiso war Anhänger des klerikal-gemäßigten Flügel und kämpfte gegen Vojtech Tuka von den slowakischen Nationalsozialisten. Tuka hatte seine Anhänger in den Hlinka-Garden (vergleichbar mit der SA). Doch zu seinem Pech war die Bevölkerung mehrheitlich hinter Tiso.

Forderungen der Partei

In der Tschechoslowakischen Republik forderte die Partei bis zur Auflösung der Republik die Autonomierechte für die Slowakei, sowie die Gleichberechtigung der Slowaken im gemeinsamen Staat. Sie kämpfte vehement gegen den Begriff „Tschechoslowakismus“ – ein Kunstbegriff, der nie richtig zu leben begann. Denn die zwei Teile waren sehr unterschiedlich. All diese Punkte konnte die HSLS nicht erreichen und so wurde 1939 die Unabhängigkeit vollzogen.

Ende der Partei

Nachdem das Deutsche Reich besiegt wurde, verlor auch die Führung der HSLS ihre Macht und musste sich den neuen Herren im Lande den Sowjets geschlagen gegeben. Die neuen Parteien die Demokratische Partei und Kommunistische Partei der Slowakei übernahmen die Macht und die alten Mitglieder der HSLS wurden wegen ihren Kriegsverbrechen angeklagt.

Mag. Rene Schreiber, Mag. Rene Schreiber

Rene Schreiber - Zu meiner Person: Ich bin Absolvent der Universität und habe Geschichte mit dem Modul Osteuropäische Geschichte studiert. ...

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