Die Sprache der Jugend

Junge Menschen haben ihre eigene Form der Fachsprache

Jugend - morguefile
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Wir sprechen zwar alle die gleiche Sprache, doch jede soziale Gruppe hat ihre eigene Regeln. Und das gilt auch für die Sprache.

Jeder hat seine Sprache, die Jugend hat sie immer neu. Goethe: "Ich hör es gerne, wenn die Jugend plappert. Das Neue klingt, das Alte klappert." Sprechen wir Deutschsprachigen alle mit einer Sprache? Mitnichten! Natürlich haben wir alle bei der Arbeit, auf der Straße, beim Einkauf, beim ‚Schwätzchen', bei Festen, unsere einheitliche Sprache, die auch mit der Form des Zusammenlebens verbunden ist. Im Alltag können sich alle problemlos äußern und auch verstehen.

Abgrenzung durch Sprache

Doch wenn man in manchen Berufszweig hineinhört, dann klingt das Gehörte unverständlich: Bestimmte Fachgebiete brauchen ihr eigenes Vokabular. Sachverhalte müssen präzise, mit speziellen Begriffen bezeichnet werden, um kommunizieren zu können. Das kann oft dazu führen, dass nicht mehr jeder jeden versteht. Die Fachsprache gibt außerdem der jeweiligen Gruppe ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und somit auch der Sicherheit. Denn sich von "den anderen" abzugrenzen macht einen zu etwas Besonderem.

Außerdem signalisiert das auch nach außen die Kompetenz. So gibt es die juristische Sprachweise, die medizinische, die Seemannssprache und viele andere mehr und heute natürlich auch noch den Computer-Slang. Eine besondere Form der Fachsprache ist die Jugendsprache. Sie ist schon deshalb etwas Besonderes und von den Fachsprachen zu unterscheiden, da sie sich beständig ändert. Ebenso, wie sich die Jugend ändert. Über Begriffe von gestern sind für die Jugendlichen von heute schon out. Nur kurzlebige Trends sind in.

Jugendsprache = Geheimsprache

Fast könnte man die Jugendsprache als eine Form der ‚Geheimsprache' bezeichnen. Denn sie möchte sich deutlich absetzen von der normalen Alltagssprache. Von Gleichaltrigen wird sie gesprochen und bestätigt und steigert das Gruppenbewusstsein. Mit ihrer Sprache signalisieren die Jugendlichen ihre Abgrenzung zur Erwachsenenwelt. Stark beeinflusst wird sie von den Medien, vom Fernsehen aber natürlich auch stark vom Internet; von der Musik und den Liedtexten, von Begriffen aus der Werbung, aber auch von Äußerungen Prominenter (etwa: "Und das ist gut so.").

Mit der Jugendsprache müssen nicht alle Lebensbereiche abgedeckt werden, denn viele Dinge geschehen ja außerhalb des Freundeskreises und der Gruppe. Sie bezeichnen vor allem bestimmte Tätigkeiten und Gefühlsvorgänge. Tabuthemen werden angesprochen. Wichtig sind Substantive und Adjektive.

Hier noch einige Beispiele

Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln mit gewissen Anreden: "Eh, alles latscho bei dir?" „Eh Alter, ich scan mal die Szene."

Ausdrücke, die Partnerbeziehungen beschreiben: „Tillst du wieder aus, wenn ich mich aufbrezle?" „Nö, dein Style flasht total."

Freizeitbeschäftigung: "Muss erst mal chillen. Ich flack mich auf den Asitoaster." „Bin kurz im I-Net. Facebooken."

Begeisterungs- oder Ablehnungsruf: „Das macht mich völlig gaga!" „Voll krass analog deine Alugurke!" „Nur 50 Tacken? Ist ja aldi!"

Beifalls- und Missfallenkundgebungen: „Mal halblang, sonst tafel ich dir eine!"

Erika Maier, Erika Maier

Erika Maier - Nach dem Abitur habe ich einige Jahre deutsche Literaturwissenschaften, englische und amerikanische Literaturwissenschaften sowie Kunst- ...

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