
- Aufmerksamer freundlicher Blick - Claudia Stein
Mit seiner eigenen Sprache versucht der Hund mit uns zu kommunizieren, um uns als Rudelführer besser verstehen zu können.
Der Hund beobachtet uns Menschen, um die für ihn fremde Sprache zu lernen. Er lernt unsere Mimik, Gestik und den Klang unserer Worte zu verstehen, damit er entsprechend reagieren kann. Für einen Hund ist es lebensnotwendig, sich innerhalb des Rudels verständigen zu können. Durch das Zusammenleben Hund/Mensch entsteht ein gemischtes Rudel, in dem jeder seinen Platz haben sollte und somit auch eine Aufgabe. In der Natur gibt es kein Rudel ohne Rudelführer und jedes Mitglied hat seinen festen Platz innerhalb der Rudelgemeinschaft.
Mensch muss Rudelführer sein
Der Mensch sollte immer Rudelführer sein und alle menschlichen Mitglieder müssen in der Rangfolge über dem Hund stehen, damit ein harmonisches Zusammenleben funktionieren kann. In der Natur ist das stärkste Tier Rudelführer, weil es in der Lage ist das Rudel zu führen und vor allem zu beschützen. Also muss der Mensch sich als Rudelführer bewähren, denn sonst wird er nicht akzeptiert, was leider allzu oft passiert.
Es braucht nicht viel an Beobachtungsgabe und Wissen, um ein harmonisches Zusammenleben mit dem Hund zu finden. Ein paar Regeln beachten, das Wesen des Tieres verstehen lernen, gewisse Grundmerkmale der einzelnen Rassen kennen und vor allem Konsequenz und schon läuft alles in Harmonie, Ruhe und ohne Probleme.
Kleine Unachtsamkeiten oder auch Bequemlichkeiten können auf Dauer zu großen Verständigungs-problemen führen, was ein Zusammenleben mit dem Hund erschwert oder im schlimmsten Fall unmöglich macht.
Grundregel eins: Der Hund braucht eine Aufgabe innerhalb der Rudelgemeinschaft
Sei es das Bewachen des Grundstückes oder das "Aufpassen" auf die einzelnen Familienmitglieder, das spielerische Arbeiten beim Spaziergang, das Begleiten beim Ausritt, der gemeinsame Spaß bei Agility, Obedience, Fährtenarbeit oder einfach nur Zeitung oder Stöckchen holen.
Wir Menschen müssen eine Beschäftigung suchen, die dem Charakter des Hundes entgegenkommt und die beiden Spaß macht. Damit ist die beste Grundlage geschaffen um seinen besten Freund zu verstehen und ein wirkliches Team zu werden.
Grundregel zwei: Der Rudelführer ist der Boss
Der Mensch muss sich als Rudelführer bewähren, um vom Hund akzeptiert zu werden. Er bestimmt, wer welche Stellung innerhalb der Rudelgemeinschaft hat und welche Aufgabe jedes Mitglied hat. Jeder einzelne Wolf hatt seinen festen Platz und seine festen Aufgaben innerhalb des Rudels. Ähnlich ist es bei allen anderen Tierarten, die im Rudel oder in einer Herde leben. Aus diesem Grund muss der Mensch sich diesen Posten erst einmal erarbeiten oder verdienen und bestimmte "Spielregeln" einhalten:
- Der Rudelführer geht immer voraus - nie den Hund zuerst aus der Tür gehen lassen.
- Der Rudelführer frisst immer zuerst, die anderen bekommen das, was übrig bleibt. Hier und da ein Leckerli während des Essens zu verteilen, untergräbt ebenfalls die Rudelstellung des Menschen als Anführer.
- Wer nicht aus dem Weg geht, ist der Stärkere. Das heißt, immer wenn der Mensch einen Raum betritt und der Hund im Weg liegt, muss das Tier aufstehen und den "Chef" vorbeilassen. In der Natur würde kein Alphatier über ein anderes steigen, geschweige denn ein rangniedrigeres Tier würde es wagen, liegen zu bleiben.
- Das ranghöchste Tier liegt immer auf dem höchsten Platz. Sprich der Mensch auf der Couch, der Hund auf dem Boden. Lassen wir als Rudelführer zu, dass der Hund uns anspringt und sein Kopf über unserem ist, dann lassen wir die Herausforderung des Hundes zu, der versucht uns zu dominieren.
Es ist nicht viel, was wir Menschen beachten müssen und doch fällt es den meisten sehr schwer. Der Mensch sieht sich als Unterdrücker und nicht als Rudelführer. Dieses gedankliche Missverständnis führt sehr häufig zu Konflikten, weil ein Hund diese Dominanz benötigt, um glücklich und ausgeglichen sein zu können. Für den Hund bedeutet dieses Verhalten Sicherheit, Geborgenheit und Zufriedenheit. Lernen wir die Sprache des Hundes zu verstehen, haben alle Rudelmitglieder viel Freude.
