Francis Collins, amerikanischer Humangenetiker und bekennender Christ, beschreibt in seinem Buch "Gott und die Gene" seine Sicht eines harmonischen Miteinanders von Wissenschaft und Glauben.
Atheismus vs. Kreationismus
Im Spannungsfeld zwischen Glaube und Wissenschaft spielen sich dieser Zeit wahre Schlachten ab. Die „neuen Atheisten“ streiten darin mit den „Kreationisten“ um die Deutungshoheit im Bereich der Sinnhaftigkeit unseres Daseins, ja des Daseins überhaupt.
Da gibt es Aussagen wie die von Richard Dawkins, dass die Wissenschaften ein „Superhighway in Richtung Atheismus“ seien, wie er in seinem Buch „Der Gotteswahn“ darstellt. Richard Dawkins ist Autor einer Reihe von populärwissenschaftlichen Büchern und einer der Protagonisten des „neuen Atheismus“.
Auf der anderen Seite geben sich manche Kreationisten kämpferischen Behauptungen hin und proklamieren eine Unterordnung der Wissenschaft unter die in jeder Hinsicht wörtlich zu nehmenden Aussagen der Bibel auch in naturwissenschaftlichen Fragen.
Da tut es gut einem der bekanntesten Wissenschaftler unserer Zeit zuzuhören, der sich auf die ehrliche Suche nach Für und Wieder beider Seiten macht und zu einem erstaunlichen Ergebnis kommt.
Die Reise
Francis Collins, der als Leiter des Genomprojektes zusammen mit seinem wissenschaftlichen Kontrahenten Craig Venter beim ehemaligen US Präsident Bill Clinton die Entzifferung des menschlichen Genoms bekannt gab, beschreibt in seinem Buch „Gott und die Gene“ seine Reise vom Agnostiker über den überzeugten Atheisten zum Glauben an den christlichen Gott.
Aufgewachsen in einem agnostischen Elternhaus, in der er zu kritischem, eigenverantwortlichem Denken ermuntert wurde, interessiert sich Collins seit seiner Jugend für die Wissenschaften. Studierte er zunächst Chemie und Physik wendete er sich später der Biologie zu, als er erkannte welch „digitale Eleganz“ in der DNA zu finden ist. Er absolvierte außerdem ein Medizinstudium und arbeitete als Arzt unter anderem in Afrika. In dieser Tätigkeit hatte er zwei einschneidende Erlebnisse, die in zum Nachdenken über seine atheistische Haltung brachten.
Das Gespräch am Sterbebett einer Frau, die ihn fragte, woran er glaube, berührte Ihn zutiefst. Collins hatte keine Antwort und bewunderte gleichzeitig die Festigkeit und Kraft dieser Frau, die dem Tode geweiht war.
Eine Begegnung mit einem afrikanischen jungen Mann gab ihm schließlich den Anstoß, seine bisherigen Überzeugungen grundlegend zu überprüfen.
Dieser Mann wurde mit schweren Herzrhythmusstörungen in ein afrikanisches Krankenhaus eingeliefert, in dem Collins eine Zeit lang Dienst tat. Niemand wusste so recht, wie man ihm helfen könnte. Collins bemerkte einen sogenannten „atypischen Puls“, bei dem bei verstärkter Herztätigkeit Puls und Blutdruck stark absinken. Er kam zu dem Schluss, das sich ein Herzbeutel mit Blut gefüllt haben muss und die Arterie abdrückt. In einer wagemutigen Operation gelang es Collins den Herzbeutel zu entlasten und den Patienten dem Tod von der Schippe zu reißen.
Als er einige Tage später am Bett dieses Mannes in diesem afrikanischen Krankenhaus stand, schaute dieser ihn geradezu belustigt an. „Ich sehe ihnen an, was sie gerade denken. „Warum bin ich hier an diesem Ort?“ Ich sage es Ihnen. Sie sind genau meinetwegen hierher geschickt worden“.
Die Wende.
Konnte das sein, gibt es so etwas wie einen Plan?
Collins beschloss seine atheistische Grundposition einer genauen Prüfung zu unterziehen und die Frage nach Gott ein für allemal für sich zu klären. Er war sich ziemlich sicher, dass dieser Prozess mit einer Bestätigung seiner bisherigen Geisteshaltung enden würde.
Doch, weit gefehlt. Je mehr er sich den biblischen Aussagen und vor allem der Person Jesus Christus näherte, desto mehr reifte in Ihm die Überzeugung, dass es sich hier nicht um einen altmodischen Aberglauben handelt, sondern viele Fakten und Argumente den christlichen Glauben auch objektiv zu einer intellektuell vertretbaren Position machen. Doch eine Entscheidung wollte er noch nicht treffen.
Auf einer Reise in den Nordwesten Amerikas schließlich erreichte ihn die Aufforderung Gottes, eine Entscheidung zu fällen. Als er bei einer Wanderung in den Cascade Mountains um eine Biegung trat, tat sich eine unglaubliche Szenerie vor ihm auf. Ein hundert Meter hoher gefrorener Wasserfall, perfekt aufgespalten in drei Teile, verschlug ihm die Sprache. Er erkannte darin die Schönheit und Weisheit Gottes und legte sein Leben in die Hände Jesu Christi.
Biologos
Doch jetzt ging sein Ringen erst richtig los. Wenn, wie er jetzt überzeugt war, die Bibel Gottes Wort ist, wie lässt sich das mit seiner wissenschaftlichen Arbeit und Erkenntnis in Einklang bringen? Besteht da nicht ein grundlegender Widerspruch?
In „Gott und die Gene“ entwickelt Collins seine Theorie des „Biologos“, der Wissenschaft und Glaube nicht nur versöhnt, sondern beide zu sich gegenseitig befruchtenden Partnern macht.
Wer mehr wissen will, schaut am besten in das Buch.
Es lohnt sich!
