Die Große Kreisstadt Riesa liegt auf dem linken Elbufer im sächsischen Landkreis Meißen.

Sehenswürdigkeiten in Riesa

Das Rathaus hat seinen Ursprung in einem Benediktinerkloster. Das wurde nach der Reformation zum Schloss des Ritterguts. Das ehemalige Benediktinerkloster in Riesa war das älteste in der Mark Meißen. Der Klostergarten ist der einzige Teil des historischen Riesa, der von einer Mauer umgeben ist. An die Klosterzeit erinnert der nun restaurierte Kapitelsaal, der jetzt als Hochzeitszimmer und Veranstaltungsraum genutzt wird. Bei der Sanierung wurden Wandmalereien aus der Zeit der Renaissance freigelegt. 1874 erwarb die Stadt Riesa das Gebäude vom Baron Curt Heinrich Freiherr von Welck und nutzt es seitdem als Rathaus.

An den Ostflügel des Klosters schließt sich der Heimattiergarten an. Auf einer Fläche von einem Hektar sind derzeit 160 Tiere in 55 Tierarten zu sehen. Darunter Nerze, Mufflons, Rehe, Tarpane, Füchse, Wildkatzen, Uhus, Störche, Fasane, Schwäne, Ziegen, Nutrias und Minischweine.

Die Klosterkirche wurde 1261 als St. Marien in Ryzowe geweiht. Im Laufe der Jahrhunderte war der Innenraum der Kirche zahlreichen Veränderungen unterworfen. 1828 wurde die Gruft unter dem Altar geöffnet. Darin standen 50 Särge. Viele Leichname waren nicht verwest. Auch die Kleidung der Toten und die Grabbeigaben waren in gutem Zustand. Beigesetzt wurden in der Gruft die Besitzer des Riesaer Rittergutes und ihre Angehörigen. Der älteste mumifizierte Leichnam ist der eines Mädchens aus dem Jahre 1636. Die Gruft, in der auch einige der Mumien gezeigt werden, ist zeitweise zugänglich.

1895 begann der Bau der Trinitatiskirche. Sie wurde 1897 eingeweiht. Ihr 75 Meter hoher Turm weist von weitem den Weg in die Stadt. Den Architektenwettbewerb gewann der Architekt Jürgen Kröger mit einem Entwurf für einen neoromanischen Zentralbau.

Die „Elbquelle“ ist eine große Eisenskulptur mit einer Höhe von 25 Metern in der Form einer Eiche. Sie schuf der deutsche Künstler Jörg Immendorff.

Das heute unter Denkmalschutz stehende Volkshaus in Riesa, es wurde als Gewerkschaftshaus 1930 errichtet, gehört wohl zu den bedeutendsten Beispielen der Moderne, die das Jahrzehnt vor 1933 in Deutschland geprägt hat. Der Entwurf stammt von dem Architekten Hans Waloschek (1899-1985).

Eine moderne Attraktion bietet die Firma Teigwaren Riesa mit ihrer gläsernen Nudelproduktion, dem Nudelmuseum und Kochstudio.

Museum in Riesa

Nach einem vollständigen Umbau sind im Riesaer Stadtmuseum am Poppitzer Platz interaktive und museumspädagogisch gestaltete Ausstellungen zu sehen. In der geologischen Ausstellung Anfassen ausdrücklich erwünscht. Archäologische Funde berichten aus der Zeit von 5.000 v. Chr. bis um 600 n. Chr. Schlachtgetümmel begleitet einen zeitgenössischen Bericht über Eroberung der slawischen Burg. Ein Zeittunnel führt in das Riesa von 1119 mit der Gründung des ersten Klosters in der Mark Meißen. Dann wird über die Umwandlung des Klosters zum Rittergut berichtet. Die Rolle der Industrie in Riesa wird mit Produkten der einst größten Zündholzfabrik Deutschlands, dem Konsum Zündwarenwerk Riesa, beleuchtet. Weiter sind eine historischen Apotheke und ein altes original eingerichteten Klassenzimmer zu sehen.

Zur Geschichte von Riesa

In der römischen Kaiserzeit siedelte im Raum um Riesa ein Stamm der Hermunduren. Der zog mit der Völkerwanderung westwärts. Slawische Stämme besiedelten danach das Gebiet. In der Nähe des Zusammenflusses von Jahna und Elbe entstand die Siedlung „Riezowe“. Im 10. Jahrhundert übernahmen die Sachsen die Oberherrschaft in der Region.

Um 1111 wurde ein Hof am Abhang zur Jahna in ein Kloster umgewandelt. Das bezeugt eine Urkunde des Papstes Kalixt II. von 1119. Es war das erste deutsche Kloster in der Mark Meißen. 1542 wurde das Kloster der Benediktinerinnen aufgehoben und ab 1554 als Lehnsgut vergeben.

1623 wurde dem Marktflecken Riesa das Stadtrecht verliehen. Doch Riesa blieb ein Marktflecken. Bis die Eisenbahn ab 1839 den Ort zum Industriestandort machte. 1859 wurde Riesa zum zweiten Mal zur Stadt erhoben.

Von 1952 bis 1990 war Riesa Kreisstadt im Bezirk Dresden. Seit 1994 ist Riesa Große Kreisstadt im Landkreis Meißen des Freistaat Sachsen.

Lage und Anreise

In Riesa kreuzen sich die Bundesstraßen B 6 und die im Stadtgebiet vierspurige B 169. Über diese Straße geht es zur Anschlussstelle Döbeln-Nord an der Autobahn A 14.

Im Bahnhof Riesa halten Fernzüge der Verbindung von Dresden nach Leipzig, der Regionalexpress RE 50 von Leipzig nach Dresden und die Regionalbahn RB 45 von Elsterwerda über Riesa und Mittweida nach Chemnitz.

Radfahrer erreichen Riesa über den Elberadweg.

Steckbrief von Riesa

  • Bundesland: Sachsen
  • Landkreis: Meißen
  • Höhe: 109 Meter über Normal Null
  • Fläche: 58,8 Quadratkilometer
  • Einwohner am 31.12.2010: 34.013
  • Stadtgliederung in 14 Ortsteile: Altweida, Canitz, Gröba, Jahnishausen, Leutewitz, Mautitz, Mergendorf, Merzdorf, Nickritz, Neuweida, Oelsitz, Pausitz, Pochra, Poppitz und Riesa
  • Anschrift der Stadtverwaltung: Rathausplatz 1, D-01589 Riesa
  • Tourismusinformation: Hauptstrasse 61, D-01589 Riesa, Fon +49 (0)3525 529420, Mail info@tourismus-riesa.de
  • Städtepartnerschaften: Mannheim in Baden-Württemberg, Villerupt in Frankreich, Rotherham in Großbritannien, Glogow (Glogau) in Polen, Sandy City in den USA, Suzhou in der Volksrepublik China

Quellen

  1. Stadt Riesa
  2. Tourismusinformation Riesa
  3. Ev.- Luth. Kirchgemeinde Riesa
  4. Teigwaren Riesa