
- Weihnachten in der Blankenhainer Tafel - Bundesverband Deutsche Tafel e.V.
Weltweit sind es 20 Millionen Tonnen Lebensmittel, die auf dem Müll landen. Würde man diese Menge in LKW verladen, reichte die Fahrzeugschlange einmal rund um den Erdball, wie Günther Jauch in seiner Sendung „Essen für die Tonne - wie stoppen wir den Wegwerfwahnsinn?“ am 9. Oktober mit einem Trailer überzeugend dokumentierte. Die Tafeln bemühen sich um einen Ausgleich. Sie sammeln Lebensmittel, denen der Müll droht, und geben sie an Bedürftige weiter, die ihre Bedürftigkeit nachweisen. Dafür sorgen ohne große Verwaltungskosten, aber mit viel sozialem Engagement Tausende von ehrenamtlichen Tätigen.
Die Tafeln in Deutschland – Zahlen und Fakten
In den 17 Jahren seit dem Entstehen der ersten Tafel 1993 in Berlin haben sich die Tafeln zu einer der größten sozialen Bewegungen der heutigen Zeit entwickelt. Jedes Jahr entstanden neue Tafeln, weil auch die Hilfsbedürftigkeit immer mehr erkannt wurde. 1994 gab es sieben, 1995 schon 35 Tafeln in Deutschland. Im Jahr 2000 waren es schon 260 und 2005 fast doppelt so viele Tafeln wie noch erst sechs Jahre zuvor, nämlich 480. Heute gibt es in der Bundesrepublik Deutschland 884 Tafeln, die im Bundesverband Deutsche Tafel e.V. unter der Schirmherrschaft von Dr. Kristina Schröder, der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, organisiert sind.
Der Kreis der Hilfsbedürftigen
Täglich geben die deutschen Tafeln regelmäßig an ungefähr 1,3 Millionen bedürftige Personen Lebensmittel und andere für den Lebensunterhalt wichtige Gegenstände. Aufgeschlüsselt auf Altersgruppen handelt es sich dabei zu 24 Prozent um Kinder und Jugendliche, zu 12 Prozent um Rentner und zu 64 Prozent um Erwachsene im erwerbsfähigen Alter. Abnehmer in diesem Kreis sind gegen Vorlage der entsprechenden Bescheinigung hauptsächlich ALG-II- oder Sozialgeld-Empfänger, Spätaussiedler und Migranten.
Besondere Fürsorge für Kinder und Jugendliche
Mehr als hundert Tafeln betreiben bereits spezielle Kinder- und Jugendprojekte. Hier wird erfolgreich Kontakt mit Kindern und Jugendlichen aufgenommen, um ihnen schnell und unbürokratisch zu helfen. Schließlich haben ja nicht die Kinder die Umstände zu verantworten, in denen sie aufwachsen. Besonders erfolgreich sind dabei Kooperationen mit Kindergärten und Schulen, wenn es um die Beköstigung geht. Außerdem finden die Kinder bei den Tafeln Zuhörer und Gesprächspartner, die zu Hause oft fehlen. Gerade für diesen Sektor finden sich immer mehr Freiwillige, besonders Rentner, die die notwendige Zeit für Gespräche und Hilfestellung aufbringen.
Die regionale Verbreitung der Tafeln
Da die Existenz der Tafel und deren wirksame Hilfe nur dort gewährleistet ist, wo es genügend Sponsoren und private Spender gibt, haben Tafeln in strukturschwachen Regionen immer mit großen Problemen zu kämpfen, sich überhaupt zu behaupten. Hier gehen besonders in den ostdeutschen Bundesländern die Tafeln in jüngster Zeit mit einigem Erfolg den Weg, sich zu regionalen Liefer-Verbünden zusammen zu schließen. Die Notwendigkeit dazu zeigen die Zahlen auf: In Nordrhein-Westfalen bestehen unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin162 oder Bayern 159 Tafeln, in Berlin-Brandenburg aber nur 41, in Sachsen 35, in Thüringen32, in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt je 28 Tafeln.
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Quellen: Bundesverband Deutsche Tafeln e.V., Landesregierung NRW
Bildnachweis: © Bundesverband Deutsche Tafeln e.V.
