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Die Taube als Haustier

Vom Nachrichtendienst zum Spitzensport - die Karriere der Taube

Tauben haben sich fast weltweit verbreitet.  - FRIVB
Tauben haben sich fast weltweit verbreitet. - FRIVB
Einst überbrachten sie Nachrichten, heute sind sie Sportler oder Schönheitsköniginnen: Die Taube gehört seit Jahrtausenden zu den beliebtesten Haustieren.

Für die einen ein Symbol des Friedens, für andere schlicht „Flugratte“. Bei einigen Völkern gilt sie als eine Delikatesse. Andere Kulturen betreiben einen aufwändigen Sport mit ihr: Die Taube zählt zu den ältesten domestizierten Tieren und ist fast überall auf der Erde zu finden. Die Familie der Tauben gehört zu den besonders artenreichen, es gibt sie in zahlreichen unterschiedlichen Farbschlägen und mit differierenden Verhaltensweisen. Auch deshalb sind Menschen so fasziniert von ihnen. Fachleute behaupten sogar, dass die Taubenzucht bereits 4000 Jahre vor Christus begann. Eine kleine Geschichte der domestizierten Taube.

Tauben überbrachten Namen der Sieger der Olympischen Spiele

In Ägypten, Indien und Vorderasien galt sie als Symbol der Muttergottheit, im späteren Christentum als Personifikation des Heiligen Geistes. Und von den Griechen weiß man, dass sie bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. Tauben nutzten, um sie von ihren Schiffen in Richtung des nächstliegenden Landes fliegen zu lassen.

Schon früh erkannten die Menschen, dass Tauben eine besondere Fähigkeit haben: Sie finden schnell nach Hause zurück. So verwendete man beispielsweise in Ägypten Tauben, um die Nachricht zu übermitteln, dass ein neuer Herrscher gekrönt wurde. Griechen nutzen Tauben, um die Namen der Sieger der Olympischen Spiele zu überbringen. Der Kalif von Bagdad und einige ägyptische Sultane richteten im Mittelalter gar eine staatliche Taubenpost ein. Für diesen Zweck wurden kleinen Röhrchen mit den Depeschen an den Beinen der Vögel befestigt. Selbst in den beiden großen Weltkriegen wurden Tauben noch genutzt, um wichtige Nachrichten zu übermitteln. Obwohl die Posttaube schon lange Zeit nicht mehr benötigt wird, hat das Interesse an der Zucht dieser Vögel nicht nachgelassen.

Heute zählen Schönheit, Ausdauer und Schnelligkeit der Tauben

Der Römer Plinius der Ältere (ca. 23 bis 75 n. Chr.) bemerkte, dass es viele gäbe, die vor lauter Taubenliebhaberei verrückt seien. Das hat sich bis heute nicht geändert. Man vermutet, dass sich die ersten Taubenzuchtvereine im 16. Jahrhundert in den Niederlanden gegründet haben. Unzählige Taubensportvereine beleben seit Jahrzehnten den deutschen Alltag, sie veranstalten jahrein, jahraus ungezählte Ausstellungen und Wettbewerbe.

Heutzutage werden an die 350 unterschiedliche Taubenrassen gezüchtet und gehalten. Es handelt sich dabei um Farben- und Formentauben, die in erster Linie für Schauen gezüchtet werden. Es sind wahre Schönheitswettbewerbe, bei denen es um elegante Körper und Schnäbel geht. Es werden spezielle Federstrukturen und besonderes Gefieder wie beispielsweise Locken oder Perücken bewertet. Die heute hinlänglich bekannten Brieftauben zählen zu den Sporttauben. Sie wurden vor allem in den vergangenen Jahrzehnten auf Ausdauer, Schnelligkeit und Orientierungsvermögen gezüchtet. Immerhin können sie heute bis zu 700 Kilometer täglich zurücklegen und „Spitzensportler“ finden auch dann nach Hause zurück, wenn ihr Heim 2000 Kilometer weit entfernt ist. Rasse- und Brieftaubenzüchter sind heute in separaten Verbänden organisiert, veranstalten regelmäßig Ausstellungen und Wettbewerbe in der gesamten Bundesrepublik.

Friederike von Bülow, Friederike von Bülow

Friederike von Bülow - Friederike v. Bülow ist Journalistin und Buchautorin (7 Buchveröffentlichungen), Bildhauerin und Pferdetherapeutin. Sie hat sich ...

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