
- Zeitungsstapel - Thomas Siepmann / pixelio.de
Wer aufmerksam Flyer, Werbeanzeigen und Informationsbroschüren studiert, begegnet zur Zeit immer wieder einem speziellem Thema: dem Schnelllesen. Immer häufiger, so scheint es, werden Kurse und Seminare angeboten, in denen Coaches die Technik des "Schnellen Lesens" an all diejenigen vermitteln, die in der Ausbildung, im Beruf oder im Privatleben viel lesen müssen. Diese Seminare erfahren einen hohen Zuspruch. Kein Wunder, denn wie soll man ohne geeignete Lesetechnik die Informationsflut, mit der man jeden Tag konfrontiert wird, überhaupt noch bewältigen können?
Mit der richtigen Lesetechnik die Informationsflut bewältigen
Emails, herkömmliche Briefe, die Tageszeitung und Wochenzeitschrift, Webseiten, Werbeprospekte, Berichte und Protokolle landen täglich auf dutschen Schreibtischen und Bildschirmen. An Informationen mangelt es im heutigen "Informationszeitalter" wahrlich nicht. Damit man auf dem aktuellen Stand bleiben kann, muss man sich Strategien und Techniken aneignen, mit denen man effizient mit der Fülle an Informationen umgehen kann. Eine davon ist die Optimierung der Lesetechnik, besonders die Optimierung der Lesegeschwindigkeit.
Schnelllesen heißt Lesebremsen ausschalten
Um Zeit zu sparen muss man schneller lesen. Dabei geht es nicht darum, dass man seinen Lieblingsroman künftig nicht mehr ausgiebig genießen darf. Ziel soll es sein schriftliche Informationen zu verarbeiten, die beispielsweise für Prüfungen relevant sind, für die Arbeit im Büro oder die Recherche im Internet. Backwinkel und Sturtz geben in ihrem Ratgeber Tipps, wie man eine höhere Lesegeschwindigkeit erreicht. Dabei setzen sie vor allem auf das Vermeiden von "Lesebremsen". Zu diesen zählen sie:
- das laute Mitsprechen des Textes beim Lesen
- das Formulieren des Textes mit der "inneren Stimme"
- das Bewegen des Kopfes beim Lesen oder das Erfassen jedes einzelnen Wortes mit den Augen
- das Mitlesen mit dem Finger
Doch auch Ablenkbarkeit, das Zurückgehen zum Textanfang und Wiederholen von einzelnen Passagen und Unkonzentriertheit sind Lesebremsen, die die Lesegeschwindigkeit verringern.
Die Inhalte von Schnellleseseminaren
In Schnellleseseminaren werden Techniken vermittelt, die auf Dauer die Konzentration erhöhen und die Blickspanne erweitern. Eine These ist, dass langsames Lesen ablenkt. Wer langsam liest, hat mehr Zeit, seine Gedanken schweifen zu lassen. Besser ist hier, bewusst schnell zu lesen. So muss sich das Gehirn auf die Leseaufgabe konzentrieren und erfasst mehr Inhalt. Wer sein Lesetempo steigern möchte, muss sich von einzelnen Worten lösen und ganze Sätze in den Blick nehmen, manchmal sogar ganze Absätze oder Seiten. Beim Schnelllesetraining ist auch wichtig, dass man lernt, seine Augen zu entspannen, besonders bei der Arbeit am Bildschirm.
Viele Seminare geben dem Teilnehmer auch Strategien an die Hand, mit denen er aus der Fülle von Informationen gezielt die auswählt, die er dringend benötigt. Es werden zudem Bereiche thematisiert, die auf die Leseumgebung abzielen. Beispielsweise legen Coaches Wert darauf ihren Leseschülern zu vermitteln, jederzeit auf gute Beleuchtung des Leseplatzes oder die Ordnung der zu lesenden Dokumente zu achten.
Zeit ist Geld - aber nicht alles ist Gold was glänzt
Doch Vorsicht: Nicht alle Schnelllesestrainings halten, was sie versprechen. Neben den unzähligen Guten, gibt es leider immer auch welche, die die Teilnehmer abzocken. Es lohnt sich also vorher, Erfahrungsberichte einzuholen, denn billig sind solche Seminare meistens nicht. Aber wie sagt man so schön: Zeit ist Geld - und somit ist ein Schnelllesetraining für manch einen bestimmt eine gute Investition.
Quellen:
- Backwinkel, H. & Sturtz, P.: Schneller Lesen. 5. Aufl. Haufe-Verl.: Planegg. 2009
- Spiegel online. Unispiegel: Schneller Lesen. 150 Seiten in 7 Sekunden. 13.11.2011 (Seite zuletzt besucht am 05.12.2012)
