Tagsüber arbeitete sie als Richterin, nachts jagt die dreifache Mutter Shannen Rossmiller im Internet Terroristen.
Der 11. September
Mit dem 11.September 2001 hatte alles angefangen: Seitdem verfolgte Shannen Rossmiller im Internet Terroristen. Tagsüber arbeitete die Mutter aus Montana am lokalen Gericht und kümmerte sich um ihre Familie. Ab 3 Uhr nachts begann für Shannen Rossmiller, die auf einer Farm in Montana aufwuchs, ihr ungewöhnlicher Nebenjob. Der ehemalige High-School-Cheerleader verwandelte sich nun zum Schein in einen Cyberterroristen.
Sie hatte sich mehrere virtuelle Identitäten terrorbereiter Islamisten zugelegt. Mit diesen falschen Identitäten getarnt nahm sie im Netz an Chatts und Forendiskussionen teil. Für einen bessere Kommunikation hatte Shannen Rossmiller bereit 2001 begonnen, Arabisch zu lernen. Ihre E-Mails verschickte sie mit angehängten Videos von Enthauptungsszenen. Meinte sie eine ihrer Cyberidentitäten sei nicht mehr brauchbar, schickte sie diese in den Irak. Hier erlitt der virtuelle Gotteskrieger dann den Märtyrertod. Als Köder bot sie ihren Internetkontakten Waffen und Geld für Terroraktivitäten an. Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.
Zwei Amerikaner konnten mit Shannen Rossmillers Hilfe verhaftet werden. Ein Mann aus Pennsylvania der Ölanlagen in die Luft sprengen wollte und der Nationalgardist Ryan G. Anderson aus dem Staate Washington. Anderson war Mitglied einer Panzercrew und beabsichtigte Informationen über Schwachstellen des im Irak eingesetzter Panzers vom Typ M1 Abrams, an islamistische Terroristen weiterzugeben. Shannen Rossmiller traf Anderson im Oktober 2003 in einem englischsprachigen Chat auf einer arabischen Internetseite. Sechs Tage vor Andersons Versetzung in den Irak, nahm man ihn Fest.
Offiziell äußern sich die Geheimdienste nicht zu diesen und anderen Fällen, Dankbarkeit hatte sie noch nicht erfahren. Besonders die Führung der Geheimdienste zeigt sich zurückhaltend. Nur hinter vorgehaltener Hand erkannten Mitarbeiter der Geheimdienste ihre Arbeit an.
Bis zur Verhandlung des Falles Anderson 2004 konnte Shannen Rossmiller ihre Identität geheim halten, nun musste sie als Hauptbelastungszeuge aussagen. Stunden nachdem ihre Aktivitäten bekannt waren, rief ein Mann mit verdächtigen Akzent bei ihrem Arbeitsplatz im Gericht an und erkundigte sich nach ihr. Große Angst hatte Rossmiller jedoch nicht, da in dem kleinen Ort in dem sie wohnte Fremde auffallen und die Einwohner Waffen besitzen. Außerdem stand sie unter dem Schutz der Sicherheitsbehörden. Allerdings hat sie einen anderen Preis für ihren Einsatz bezahlt: Ihre Ehe ging in die Brüche.
Rechte Internetseiten dagegen feierten Shannen Rossmiller, sie betonte aber, dass sie keine Republikanerin sei. Sie sieht sich auch nicht als Mitarbeiterin des FBI, CIA oder Mossard und wollte nicht bezahlt werden. Vielmehr sei sie Patriotin und hinter ihrer Arbeit stehe kein politisches Interesse.
Die Politik der Bush-Regierung sah sie mit Skepsis. Nach ihren Erfahrungen in den islamistischen Chatts hatte der Einmarsch in den Irak und die Verhörmethoden der Regierung die Anzahl der Moslems erhöht, welche die USA hassten.
Rossmiller arbeitete in einem Team das sich 7-Seas nennt. 7-Seas hat sich die Aufgabe gestellt, Terrorverdächtige aufzuspüren und den Behörden zu übergeben. Einer aus dem Team ist der Kanadier Brent Astley, er hatte 2002 bei Rossmiller eine von ihm entwickelte Software installiert, die vortäuscht Shannen Rossmillers Computer stünde in Pakistan und nicht in Montana. Der Softwareentwickler sagte , Shannen Rossmiller sei einer der ersten und besten Terroristenjäger im Internet.
2011 hat Shannen Rossmiller ein Buch mit dem Titel „ The Unexpected Patriot“ veröffentlicht. In dem sie ihre Arbeit als Terroristenjägerin beschreibt. Als „Jägerin“ arbeitet sie seit 2009 nicht mehr und auch die Arbeit im Gericht hat sie aufgegeben. Shannen Rossmillers Wille die Feinde der USA zu bekämpfen ist aber nach wie vor stark. Sie berät Firmen und None-Profit-Organisationen in den Bereichen der nationalen Sicherheit und Spionage.
Quellen:
Telegraph (UK)
CNN News - Paula Zahn Now (06-07-06)
ABC Good Morning America (06-05-06)
Washington Post: "Casting A Web For Terrorists" (06-04-06; PDF)
Fox News - Weekend Live with Brian Wilson (02-12-06)
Philly Inquirer: "Judge Involved in Internet Stings" (02-11-06; PDF)
CBS Evening News (02-11-06)
BBC Special - The New Al-Qaeda (07-25-05)
Fox Affiliate KSTU/Salt Lake City, UT: 2-part feature (03-20-05)
Fox News - Fox Report with Shepard Smith (10-21-04)
Anderson Case - IRD TV News Compilation (10-01-04; 4 minutes)
People Magazine Article: "Terrorist Hunter" (09-24-04; PDF)
ABC Good Morning America (09-09-04)
NBC Today Show (09-03-04)
BBC News - Rear Window on Terror (08-29-04)
http://www.thewip.net/contributors/2011/09/the_unexpected_patriot_how_911.html
