Die Teutonen - Wie ein Stamm Rom das Fürchten lehrte

Teutonen Wanderung - Terra-x (ZDF)
Teutonen Wanderung - Terra-x (ZDF)
Die aus Jütland stammenden Teutonen schlossen sich um 120 v. Chr. mit den Kimbern zusammen. Auf ihrem Marsch zogen sie eine Schneise der Verwüstung.

Ursprung / Herkunft

Die Teutonen waren schreckliche Gegner die ohne Furcht, dafür mit umso mehr Mut und brutaler Entschlossenheit, auch vor den Truppen des Römischen Imperiums nicht zurück schreckten. Woher die Teutonen, wie auch die Kimbern und Ambronen die sie begleiteten, genau stammten ist nicht eindeutig belegt. In römischen Quellen wird der Name teutones oder auch teutoni erwähnt. Vermutlich wurden die Teutonen dem keltischen oder Vor germanischen zugeordnet. Fest steht jedoch das sie Ende des 2. Jahrhunderts durch Europa wanderten. Vor diesem Aufbruch waren die Teutonen vermutlich im heutigen Dänemark, Schleswig-Holstein und südlich der Oder und Elbe ansässig.

Der römische Geschichtsschreiber, Titus Livius, schreibt das im Jahre 5 n. Chr. eine römische Galeere auf Jütland die Überreste kimberscher Dörfer entdeckt hat und diese teilweise Überflutet waren. Heute nimmt man an, das eine Jahrhundertflut die Böden unkultivierbar machte, sodass die Versorgung der Menschen nicht mehr gewährleistet war und dies vermutlich der Grund für das verlassen Jütlands war.

Der Aufbruch

Die Teutonen wanderten zusammen mit den Kimbern zunächst westwärts der Oder in Richtung Süden. Hatten sie keine Orientierungspunkte wie Flüsse, Bäche oder dergleichen, nahmen sie das Blut der Feinde und gossen dieses über eine Steinkugel. In die Richtung in die das Blut floss, setzten die Teutonen dann ihre Reise fort. Nahe Noreia trafen sie erstmals auf römische Truppen. Die Legionäre unterschätzten die "Barbaren" und wurden von den materiell Unterlegenen Kimbern und Teutonen Horden vernichtend geschlagen. Immer wieder kam es auf der Wanderung zu Kämpfen zwischen Teutonen und römischen Legionen. Die Kimbern und Teutonen wanderten nun bis in das Gebiet des Römischen Reiches. Da sie den Römern in ihrem eigenen Gebiet nicht ausweichen konnten, kam es auch hier zu schweren Kämpfen. Da die "Barbaren" zwar planlos, dafür aber außergewöhnlich brutal zu kämpfen verstanden, wurden sie zu einer existentiellen Gefahr für das Römische Imperium.

Marius und der Untergang der Teutonen

Nach langer Vernachlässigung machte sich nun Panik im Imperium breit und in Rom machten die Gerüchte über die Gräueltaten der "Barbaren" die Runde. Feldherr Marius, der sich im Afrika Feldzug bereits einen Namen machte, sah jenseits der Alpen aus Norden kommend den 15.000 Menschen, Frauen und Kinder eingeschlossen, starke Teutonen und Kimbern Zug kommen. Die hat ihn sowohl beeindruckt wie auch beängstigt, hatte man doch noch die Alpenüberquerung Hannibals vor Augen.

Daraus hatte man gelernt und so verschanzte sich Marius mit 6 Legionen, eigens von ihm Ausgebildeten und gedrillten Soldaten, bei Aquae Sextiae. Von hier mussten die Legionen mit ansehen, wie die "Barbaren" einen Fluss unter ihre Kontrolle brachten, den die Römer gern als Trinkwasser genutzt hätten. Dies schürte natürlich den Hass und den Kampfeswillen der Legionäre.

Bei der blutigen Schlacht von Aurasio damals kam es zu einem Gemetzel. Diese Schlacht gilt heute als charakteristisch für die Teutonen. Das Krieger Volk ging mit äußerster Brutalität vor. Die Gegner wurden aus dem Hinterhalt angefallen und erschlagen. Die wenigen die das Massaker überlebten wurden an Bäumen aufgehangen und ihre Pferde im Fluss ertränkt.

Für dieses Massaker wollten die Legionäre sich nun rächen. Diese Schlacht an Aquae Sextiae war nicht weniger spektakulär. Die Römer hatten eine ausgeklügelte Taktik und lockten die Teutonen in einen Hinterhalt. Durch die Zahlen und Materielle Überlegenheit der Römer, war es nun möglich die Teutonen vernichtend zu schlagen. Nach dieser Schlacht gibt es in den Römischen Quellen keine Erwähnungen der Teutonen oder Kimbern mehr.

Zwei germanische Völker die aus Not ihr Land verlassen mussten und aus Angst vor Angriffen sterben mussten. Ihr Ruf über ihre Brutalität eilte ihnen voraus. Auch die teilweise sehr übertriebenen finsteren Geschichten über die Völker wurde ihnen zum Verhängnis.