Die Tiere des Jahres 2012

HirschKäfer: Insekt des Jahres 2012 - Odontolabis / flickr.com
HirschKäfer: Insekt des Jahres 2012 - Odontolabis / flickr.com
Erfahren Sie hier mehr über die Tiere des Jahres 2012: Vogel, Insekt, Spinne, Schmetterling, Lurch, Fisch, Weichtier, gefährdete Nutztierrasse und weitere.

Die verschiedenen Gesellschaften, Naturschutzbunde und Stiftungen haben für 2012 wieder ihre Wahl zu den Tieren des Jahres getroffen. Kurz zusammengefasst erfahren Sie hier alles Wissenswerte über die schützenswerten Tiere des Jahres 2012.

Vogel des Jahres 2012: die Dohle

Sie ist eine der intelligentesten und geselligsten heimischen Vogelarten: die Dohle (Coloeus monedula). Sie zählt zu den kleinsten Rabenvögeln in Europa. Obwohl das Tier sehr anpassungsfähig ist, findet es immer weniger Nistmöglichkeiten und steht schon in einigen deutschen Bundesländern auf der Roten Liste beziehungsweise auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Der Vogel mit den hellblauen Augen nistet gerne in Höhlen oder in Gebäudenischen (beispielsweise in Kirchtürmen). Die Dohle bleibt ihr Leben lang ihrem Partner treu und kümmert sich liebevoll um ihre Jungen. Die Ernennung zum Vogel des Jahres 2012 soll verstärkt auf den schwarzen Federfreund aufmerksam machen. 2011 wurde übrigens der Gartenrotschwanz zum Vogel des Jahres gekürt.

Insekt des Jahres 2012: der Hirschkäfer

Er ist wohl einer der bekanntesten und auffälligsten Käfer in Europa: der Hirschkäfer (Lucanus cervus). Er wird auch als Feuerschröter, Hornschröter oder Donnergugi bezeichnet. Schon in der Antike galten seine Larven als Delikatesse und seine "Hörner" wurden als Trophäen getragen. Der Hirschkäfer gilt als die größte europäische Käferart. Das Männchen wird 25 bis 75 Millimeter lang, das Weibchen höchstens 40 Millimeter. Der Hirschkäfer ist in den letzten Jahren immer seltener geworden und inzwischen vom Aussterben bedroht. Auf diesen Missstand soll mit der Wahl zum Insekt des Jahres 2012 hingewiesen werden. Insekt des Jahres 2011 war übrigens die Große Korbameise.

Dreifacher Preisträger 2012: die Große Höhlenspinne

2012 hat die Große Höhlenspinne (Meta menardi) gleich in dreifacher Weise Auszeichnungen abgeräumt: Sie ist die Spinne des Jahres 2012, das Höhlentier des Jahres 2012 und die Europäische Spinne des Jahres 2012. Sie wird auch als Höhlenkreuzspinne bezeichnet, obwohl sie zur Familie der Kieferspinnen gehört und nicht wie die Kreuzspinne zu den Radnetzspinnen. Sie lebt überwiegend in Naturhöhlen, in Felskellern oder in Bergwerksstollen. Das Männchen wird etwa 11 bis 13 Millimeter groß, das Weibchen 14 bis 17 Millimeter. Obwohl die Große Höhlenspinne auch Netze spinnt, fängt sie ihre Beute meist an der Höhlenwand hängend. Käfer, Asseln und Tausendfüßler stehen auf ihrem Speiseplan ganz oben. 2011 konnte übrigens die Gemeine Labyrinthspinne die zwei Titel Spinne und Europäische Spinne des Jahres für sich entscheiden. Höhlentier des Jahres 2011 war das Große Mausohr.

Schmetterling des Jahres 2012: das Kleine Nachtpfauenauge

Das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia) hat es auf das Siegertreppchen bei der Wahl zum Schmetterling des Jahres 2012 geschafft. Es ist einer der größten und farbenprächtigsten Nachtfalter überhaupt. Das Männchen besticht mit seinen weißen und orangefarbenen Flügeln, während das Weibchen etwas unauffälliger gefärbt ist. Dafür ist es allerdings mit einer Spannweite von acht Zentimetern deutlich größer als das Männchen. Das Kleine Nachtpfauenauge nimmt keine Nahrung zu sich. Es zehrt lediglich von der Nahrung, die es als Raupe aufgenommen hat. Deshalb wird es auch nur wenige Tage alt. 2011 konnte der Große Schillerfalter den Titel Schmetterling des Jahres für sich behaupten.

Fisch des Jahres 2012: das Neunauge

Das Bundesamt für Naturschutz und die Sportfischer- und Anglerverbände haben das Neunauge zum Fisch des Jahres 2012 gekürt. Obwohl es dem Fisch in den letzten Jahren durch besondere Bemühungen wieder etwas besser ging, soll die Wahl zum Fisch des Jahres darauf hinweisen, den Fortbestand des Neunauges weiter zu sichern. Genau genommen gehört das Neunauge nicht zu den "Fischen", sondern zu den "Rundmäulern". Es ist eines der ältesten noch lebenden Wirbeltierklassen der Geschichte. Zu seinem Namen kam das Neunauge durch eine frühere ungenaue Beobachtung des Tieres: Die seitlichen Kiemenöffnungen, sein eigentliches Auge und die Nasenöffnung erwecken den Anschein von neun Augen. In Deutschland gibt es vier Arten der Neunaugen (Petromyzontidae): das Meerneunauge, das Bach- und Flussneunauge sowie das Ukrainische Neunauge. Fisch des Jahres 2011 war die Äsche.

Lurch des Jahres 2012: die Erdkröte

Zum Froschlurch des Jahres 2012 wurde die Erdkröte (Bufo bufo) gewählt. Sie ist in fast ganz Europa verbreitet und ist in Deutschland neben dem Teichmolch und dem Grasfrosch die häufigste Amphibienart. Die Weibchen der Erdkröten werden 12 bis 16,5 Zentimeter groß, die Männchen dagegen höchstens 9 Zentimeter. Erdkröten können ein relativ hohes Alter erreichen. Das nachgewiesen älteste Terrarientier wurde 36 Jahre alt; in freier Natur werden Erdkröten etwa 10 bis 15 Jahre alt.

Internationales Tier des Jahres 2012: die Fledermaus

Zum Internationalen Tier des Jahres 2012 wurde die Fledermaus ernannt. Neben dem Flughund ist die Fledermaus das einzige flugfähige Säugetier der Welt. Entgegen vieler Meinungen gehören die Fledermäuse (Microchiroptera) nicht zu den Mäusen, sondern zur Ordnung der Fledertiere. Weltweit gibt es etwa 900 Fledermausarten.

Weichtier des Jahres 2012: die Schlanke Bernsteinschnecke

Zum Weichtier des Jahres 2012 wurde die Schlanke Bernsteinschnecke (Oxyloma elegans) gewählt. Sie gehört zur Familie der Succineidae und bekam ihren Namen aufgrund der Färbung und der Transparenz ihres Gehäuses. Dieses wird etwa 20 Millimeter groß, ist länglich geformt und hat lediglich etwa drei Windungen. Die Schlanke Bernsteinschnecke kommt in Deutschland so gut wie überall vor: an Meeresküsten ebenso wie im Gebirge in 2000 Meter Höhe. Weichtier des Jahres 2011 wurde übrigens die Zierliche Tellerschnecke.

Gefährdete Nutztierrasse 2012: die Deutschen Sperber

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) hat die Hühnerrasse "Deutsche Sperber" zur Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2012 gekürt. Stellvertretend für über 100 gefährdete heimische Nutztierrassen soll die Wahl der Deutschen Sperber für die Erhaltung der Vielfalt der Rassen stehen und eine vermehrte Aufmerksamkeit auf den Naturschutz in der Landwirtschaft lenken. Zur Gefährdeten Nutztierrasse 2011 wurde das Limpurger Rind gewählt.

Quelle:

Autorin Bettina Daiber, Foto: Bettina Daiber

Bettina Daiber - Bettina Daiber entschied sich nach ihrem Abitur für den Beruf der Arzthelferin und studierte nach erfolgreichem Abschluss ...

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