Es scheint eine unendliche Geschichte zu sein, die die USA angesichts ihres politischen Status in der Welt immer wieder in Erklärungsnot bringt. Die Todesstrafe ist seit ihrer Wiedereinführung 1976 eines der am heißesten diskutierten gesellschaftspolitischen Themen in und außerhalb der USA.

Todesstrafe in den Südstaaten deutlich häufiger

Ganze 35 Bundesstaaten (von 50) haben in den USA auch in der heutigen Moderne noch die Möglichkeit, schwere Tötungsdelikte mit der Todesstrafe zu ahnden. Angeführt muss hier werden, dass es deutliche Diskrepanzen bei der Häufigkeit der Durchführung auftreten. Während New Hampshire die Todesstrafe seit 1939 nicht mehr ausgeführt hat, sind Staaten wie North Carolina mit über 1.000 Exekutionen deutlich aktiver. Tendenziell agieren die Südstaaten der USA (mit Texas und Virginia) deutlich häufiger mit der Todesstrafe als Vollzugsmittel im Vergleich zu den West- und Nordoststaaten.

Staaten mit der Todesstrafe

In folgenden Staaten ist die Todesstrafe rechtlich legitim: Alabama, Arizona, Arkansas, Colorado, Connecticut, Delaware, Florida Georgia, Idaho, Illinois, Indiana, Kalifornien, Kansas, Kentucky, Louisiana, Maryland, Mississippi, Missouri, Montana, Nebraska, Nevada, New Hampshire, North Carolina, Ohio, Oklahoma, Oregon, Pennsylvania, South Carolina, South Dakota, Tennessee, Texas, Utah, Virginia, Washington und Wyoming.

Exekutionsvarianten

Die meisten aller Staaten (insgesamt 32 Staaten) greifen bei der Ausführung des "death penalty" auf die Giftspritze, mit Begründung auf die "humanitären" Umstände im Vergleich zu Methoden wie dem Elektrischen Stuhl, zurück. Dennoch gelten die Gaskammer, zum Beispiel in Kalifornien, oder aber der elektrische Stuhl, unter anderem in Florida, immer noch als mögliche Exekutionsarten der Verurteilten. Bizarrer Weise besteht weiterhin die Option auf eine Vollstreckung durch Erhängen in Washington, Idaho, New Hampshire und Utah. Bis 2004 konnte die Todesstrafe in Utah zudem noch durch Erschießen ausgeführt werden. Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA sind durch die Todesstrafe bis zur Hinrichtung von Louis Salazar am 11.03.2009 1.156 Hinrichtungen ausgeführt worden.

Immense Kosten durch Todesstrafe

Der Kostenfaktor der Todesstrafe wird oftmals unter den Teppich gekehrt, zeigt er doch auf, dass die Vollstreckung richterlicher Todesurteile im Vergleich zu lebenslangen Haftstrafen deutlich höher sind. In Kansas übersteigt der Kostenfaktor des Todesvollzugs den der lebenslangen Haftstrafe sogar um 70 Prozent. Ferner kostet das kalifornische Todesstrafen-System dem amerikanischen Steuerzahler neben den lebenslangen Haftstrafen stolze 114 Millionen Dollar im Jahr. Daraus resultierend müssen die Steuerzahler mit 250 Millionen Dollar für jede vollzogene Todesstrafe aufkommen, laut der L.A.Times vom 6. März, 2005.

Die Diskussion - Amerika im Wandel

Im Konsens der Diskussion um die Todesstrafe wird immer wieder die Verletzung der Menschenrechte angeführt. Besonders Einrichtungen wie ‚Alive – Die Koalition gegen Todesstrafe’ führt eben diese Missachtung immer wieder als Hauptmotivationsgrund an. Besonders da die USA als weltweiter Vorreiter der Demokratie, des Rechts und der Freiheit gelten, spiegelt sich in der Diskussion die Doppelmoral der stärksten Weltmacht wider. Kriminologen widersprachen dem von Befürwortern der Todesstrafe, unter anderem der ehemalige amerikanische Präsident, George W. Bush, heran gezogenen Abschreckungsmotiv durch den Vollzug der Todesstrafe.

Trotz der bestehenden Möglichkeit der Todesstrafe befindet sich die amerikanische Öffentlichkeit in einem Wandel zum moralischen Umdenken: Zwar befürworteten in einer Umfrage aus 2006 noch ganze 66 Prozent die Todesstrafe, dennoch sank der Wert deutlich von noch 80 Prozent im Jahr 1994. Hätten die Befragten die Wahl zwischen Todesstrafe oder Lebenslänglich, tendierten sogar 48 Prozent zu lebenslänglichen Strafen.