Die Trinität des christlichen Gottes

Die Trinität ist eine Besonderheit im Christentum - Gerd Altmann / www.pixelio.de
Die Trinität ist eine Besonderheit im Christentum - Gerd Altmann / www.pixelio.de
Der monotheistische Gott umfasst drei Personen.

Die Diskussion um den Anspruch des Christentums, eine monotheistische Religion zu sein, wird immer wieder neu angeheizt. Der Grund dafür ist die scheinbare Widersprüchlichkeit zwischen der Vorstellung eines konkreten Gottes und eines Gottes, der drei differente Personen umfasst.

Monotheismus meint den Glauben an nur einen Gott

Die drei großen Religionen Judentum, Islam und Christentum bezeichnen sich selbst als monotheistisch, da bei ihnen nur ein Gott angebetet und verehrt wird. Das christliche Verständnis vom Monotheismus ist im Gegensatz zu den anderen beiden Religionen lockerer gefasst, denn im Christentum spricht man von dem einen Gott, der in drei Personen präsent ist. Diese Dreifaltigkeit wird „Trinität“ genannt und ist ein besonderes Merkmal des Christentums. Der Gegensatz zum Monotheismus ist der Polytheismus, wie er beispielsweise im Hinduismus zu finden ist. Hierbei werden viele verschiedene Gottheiten angebetet.

Gott-Vater, Gott-Sohn und Heiliger Geist

Die drei göttlichen Gestalten Gott-Vater, Gott-Sohn und Heiliger Geist stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang. Zwar wird in der Bibel nicht explizit vom Glauben an die Trinität gesprochen, dennoch ist ein Verständnis für dieses Gottesbild nur über die Bibel möglich. In der Bibel findet man einige Textstellen, die auf die Verbundenheit der drei Personen hinweisen. Im Neuen Testament ist zum Beispiel die Stelle Johannes 10,30 für die Trinität relevant. Hier sagt Jesus: „Ich und der Vater sind eins.“ Andere Textpassagen machen ebenfalls diese Einheit deutlich. In Johannes 6,57 spricht Jesus davon, dass er vom Vater gesandt wurde.

An anderen Stellen findet man Hinweise auf die Verbundenheit zwischen Jesus und dem Heiligen Geist. So heißt es beispielsweise in Lukas 1,35, dass Jesus zum Mensch wurde in der Kraft des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ist es auch, der Jesus in die Wüste sendet, damit er dort beten und fasten kann. In den paulinischen Briefen, also den Texten, die dem Apostel Paulus zugeschrieben werden, sind ebenfalls Hinweise auf die Verbindung von Gott, Jesus und Heiliger Geist zu finden. In Römer 8,11 wird gesagt, dass Jesus durch Gott in der Kraft des Heiligen Geistes von den Toten aufgeweckt wurde. Die Beziehung zwischen Gott-Vater, Gott-Sohn und Heiliger Geist ist eine unmittelbare und direkte. Bereits die frühen Christen bekannten sich nicht nur zu Gott als den Vater aller Dinge, sondern auch zu dem „Sohn Gottes“, also zu Jesus.

Paulus und die frühen Christen

Das Bekenntnis der ersten Christen lässt sich bei dem Apostel Paulus finden. In seinen Briefen, die er an die verschiedensten Gemeinden sandte, sind Grußformeln zu lesen, in denen er sich auf die drei göttlichen Gestalten bezieht. Als Beispiel sei dafür 2 Korinther 13,13 genannt. Hier steht: „Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.“ Um sich von dem heidnischen Polytheismus abzugrenzen, wurden in der Zeit des frühen Christentums verschiedene Versuche unternommen, den Drei-Personen-Gott zu erklären und zu legitimieren. Ein Erklärungsversuch war der Glaube an die Untertänigkeit des Sohnes und des Heiligen Geistes unter den Vater. Diese Sicht auf die Trinität konnte sich jedoch nicht lange halten. Ein weiterer Versuch, diese Einzigartigkeit des Christentums anderen zu erklären, bestand darin, Gott-Vater, Gott-Sohn und den Heiligen Geist als Erscheinungsformen einer zentralen Gottheit zu betrachten. Dieser Idee nach zeigte sich Gott als Vater während der Schaffung der Welt, als Sohn zeigte er sich in Jesus Christus und damit im Erlösungsgeschehen und als Heiliger Geist zeigt er sich im Vollendungsprozess der Geschichte.

Die moderne Theologie

Auch in der Gegenwart ist das Verständnis der Trinität immer wieder auf die Probe gestellt. Die Trinität bringt Spannungen mit sich, Spannungen, die sowohl Christen als auch andere Gläubige und Atheisten spüren können. Ist es für eine monotheistische Religion hinnehmbar, drei verschiedene Gottesbilder zu besitzen? Die Dreieinigkeit macht deutlich, dass der christliche Gott in einer Einzigartigkeit auf verschiedene Weise in Erscheinung tritt. Gott ist eine Einheit und dennoch eine Verschiedenheit. Dieser Widerspruch ermöglicht es, ein unendliches Gottesbild zu erhalten. Die drei Gott-Personen sind miteinander verbunden, stellen aber auch ein jeweiliges Gegenüber dar. Auf der intellektuellen Ebene ist diese göttliche Beziehung nicht zu verstehen, da sie ein Paradoxon zu sein scheint. Dieses Paradoxon kann als ein Sinnbild der göttlichen Liebe aufgefasst werden. Die drei verschiedenen Personen ergänzen sich einander zu einer hingebungsvollen Einheit, in der sie sich völlig annehmen. Erst diese Verschiedenheit bringt die Vollkommenheit Gottes mit sich, denn nur in der völligen Vereinigung findet die Liebe ihren Ausdruck.

Christoph Eydt, Christoph Eydt

Christoph Eydt - Christoph Eydt ist als freier Texter und Ghostwriter tätig.Auf Suite101 veröffentlicht er Fachartikel zu verschiedenen Themen. ...

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