
- Tigermücke - Frank Hollenbachr/pixelio.dew
Der Klimawandel macht es möglich: Man macht Urlaub in Italien und kommt mit einer tropischen Krankheit im Gepäck nach Hause. 2007 gab es bereits einen Ausbruch von Chikungunyafieber in Norditalien. Etwa 200 Personen erkrankten damals an Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. Bleibende Schäden und Todesfälle sind bei dieser Erkrankung Gott sein Dank selten.
Anders sieht es beim Denguefieber aus, das häufig tödlich verläuft. Bislang gibt es weder eine Impfung noch eine wirkende Behandlung gegen diese tückische Infektionskrankheit. Man muss sie regelrecht aussitzen. 2010 wurden Fälle von Dengue in Frankreich und Kroatien bekannt. Und das alles, weil die globale Erwärmung die Ausbreitung eines lästigen, kleinen Blutsaugers begünstigt, welcher diese Krankheiten überträgt: die Asiatischen Tigermücke.
Die tropische Tigermücke in Europa
Die schwarz-weiß gestreifte Stechmücke hat ihre Heimat beispielsweise in Indien und Südostasien.
Neben der Übertragung von mehr als 20 Krankheiten ist ihr Stich schmerzhafter, juckender und leicht entzündlicher als die herkömmlicher Stechmücken in Mitteleuropa.
Mit dem weltweiten Handel und Fernreisen wurde sie in den letzten Jahrzehnten in andere Länder verschleppt. 1979 sah man sie zum ersten mal in Albanien. Anfang der 90er wurde sie nach Italien eingeschleppt. Seit 1999 gibt es sie auch in Frankreich, und in Belgien wurden sie zum ersten mal 2000 gesichtet, so wie 2003 in der südlichen Schweiz und in Griechenland, 2004 in Spanien und Kroatien. Ende 2007 fand man auf einer Autobahnraststätte in Baden-Württemberg Eier der Mücke.
Klimawandel begünstigt Ansiedlung tropischer Stechmücken
Der Klimawandel begünstigt die dauerhafte Ansiedlung der Tigermücke und anderer krankheitsübertragender Stechmücken in Europa. Forscher der Universität Bayreuth rechnen damit, dass zunächst der Nordwesten der Iberischen Halbinsel, der Südwesten Frankreichs und Bereiche in Norditalien betroffen sein werden. Doch auch in Regionen weit ab von den Küsten in West- und Mitteleuropa könnten sich die tropischen Mücken aller Wahrscheinlichkeit nach niederlassen.
Jedoch sollte man wegen der Verbreitung der Mücken allein noch nicht in Panik verfallen. Denn es ist noch nicht vorauszusehen, ob die eigentlichen Krankheitsverursacher, die von den Insekten übertragenen Viren, die neuen Umweltbedingungen überleben werden und sich mit ihrem Wirt zusammen ansiedeln werden. Nach Angaben der Universität Bayreuth müsse dies nicht zwingend der Fall sein.
Ausbreitung der Tigermücke in Deutschland
Bis Mitte des Jahrhunderts entwickeln sich wohl auch größere Bereiche Deutschlands zu potentiellen Lebensräumen für die Tigermücke. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts dann könnte sie schon von Westeuropa bis hin zur Ukraine günstige Wohnbedingungen vorfinden.
Allerdings lässt sich nicht vorhersagen, ob die tropische Mücke sich tatsächlich in allen für sie günstigen Lebensräumen ansiedeln wird. Dies muss nicht zwingen der Fall sein. Doch auch das Umweltbundesamt sagt: "Eine Ausbreitung der Tigermücke nach Deutschland ist bei weiterhin steigenden Temperaturen und verstärkten Starkniederschlägen nur eine Frage der Zeit."
Quellen:
Christian Wißler: Klimawandel begünstigt weiteres Vordringen der Asiatischen Tigermücke in Europa; in: Forschungsmarketing Universität Bayreuth (Hg.): Blick in die Forschung, Mitteilungen der Universität Bayreuth, 23. Mai 2011.
Bundesumweltministerium (Hg.): Tiere als Krankheitsüberträger, Juni 2009.
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