Die vegetarische Rohkost

Heilnahrung für Körper und Geist

In der heutigen Zeit wird viel über gesunde Ernährung geredet. Was ist dran an der vegetarischen Kost?

In den Zeiten von Übergewicht, Fastfood und Fertiggerichten wird dennoch viel über gesunde Ernährung geschrieben und gesprochen. Diäten werden angepriesen, Nahrungsergänzungsmittel angeboten, Getränke mit Vitaminen angereichert und damit viel Geld gemacht.

Menschen, die einen anderen Weg gehen und sich zum Beispiel vegetarisch oder gar vegan ernähren, werden oft als Spinner bezeichnet. Doch was bewegt solche Leute dazu, anders zu essen als allgemein üblich? Ist es nur eine religiöse Einstellung?

Viele Faktoren bestimmen den Gesundheitszustand des Menschen. Umwelteinflüsse, Vererbung, aber ganz besonders auch die Ernährung. Jeder weiß, dass Übergewicht bestimmte Krankheiten fördert, zum Beispiel Herzerkrankungen, Diabetes, Gicht und Gelenkschäden. Zu einseitige Ernährung, wie es oft bei Diäten der Fall ist, führt zu einem Nährstoffmangel im Körper. Und wenn sich der Leib nicht wohlfühlt, kann sich auch die Seele nicht wohlfühlen.

Die vegetarische Kost aus anatomischer Sicht

Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Mensch von Natur aus ein „Frugivore“, ein Früchteesser ist. So unter anderem der Naturforscher Carl von Linné (1707-1778), der Arzt bei der schwedischen Marine, Präsident der Akademie der Naturwissenschaften und Professor der Botanik in Stockholm und an der Universität von Uppsala war. „Essbare Früchte und Pflanzen bilden die geeignete Nahrung für den Menschen“, schrieb er.

„Nach seiner Anatomie zu schließen, ist der Mensch physiologisch nicht dazu vorbereitet worden, Fleisch zu essen. Früchte sind die passendste Nahrung für den Menschen, wenn man die Struktur der Zähne und des Verdauungsapparates von Menschen und entsprechenden Tieren vergleicht.“

In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts fand man in Skandinavien Moorleichen, die ca. 2000 Jahre alt waren. In ihren erhaltenen Därmen wart keine Spur von Fleisch zu finden, stattdessen Getreidekörner, und Samen- und Pflanzenreste. Das Gebiss zeigte keine Anzeichen von Karies.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen Fleisch- und Pflanzenessern sind unter anderem die Beschaffenheit des Gebisses, die Zusammensetzung der Magensäure, die Länge des Darmes, die Beschaffenheit des Urins und selbst die Form der Hände, beziehungsweise Pranken oder Pfoten. (nach H. Diamond, Ernährungsexperte)

Die vegetarische Rohkost

Jede Verarbeitung von Lebensmitteln mindert ihren Wert. Durch das Erhitzen werden Nährstoffe und Vitamine zerstört, die der Mensch eigentlich benötigt. Die vegetarische Rohkost orientiert sich an den Naturgesetzen, die seit Anbeginn der Zeit, seit der Schöpfung, ihre Gültigkeit haben. Die Ganzheitlichkeit steht im Mittelpunkt, nicht nur die „Maschine Mensch“. Des Weiteren spielt auch die Ethik eine große Rolle, warum sich Menschen von Fleischessen abwenden.

Starker Fleischverzehr und die Einnahme denaturierter (Denaturieren = die Natur eines Dinges verändern) führt zu einem Eiweiß–Überschuss und bewirkt eine Übersäuerung des Organismus, welche ständig neutralisiert werden muss. Daraus resultierende Erkrankungen sind unter anderem Stoffwechselstörungen, die weitere Krankheiten nach sich ziehen können. Selbst psychische Störungen sollen durch die Übersäuerung hervorgerufen werden. Von den Schäden durch den Gehalt von Medikamenten als „Masthilfe“ oder von Umweltgiften, die sich in tierischen Nahrungsmitteln einlagern, ganz zu schweigen.

Pioniere der vegetarischen Rohkost

Es befinden sich renommierte Ernährungswissenschaftler darunter, Professoren und Ärzte, aber auch Laien, die diese Kostform selbst ausprobiert haben und zu verblüffenden Ergebnissen gekommen sind. Auffällig ist, dass die meisten sehr gottverbunden waren.

Einer von ihnen war Dr. Max Gerson, ein deutscher Arzt (1881–1959), der in seiner Jugend an Migräne litt. Durch Selbstversuche kam er zur vegetarischen Rohkost, mit der die Kopfschmerzen verschwanden. Er entwickelte für alle möglichen Krankheiten seine Gerson–Diät, die jedoch nicht unumstritten ist.

Fazit

Tatsache ist, dass viele Vegetarier und Rohköstler von positiven Begleiterscheinungen berichten. Sie haben weniger Schmerzen, sind nicht mehr so anfällig für Krankheiten und fühlen sich allgemein wohler. Die Sinne, wie Riechen und Schmecken, werden intensiver. Natürlich sollte man darauf achten, dass die Nahrung vielseitig genug ist, um sich mit allem, was der Körper braucht, zu versorgen. Aber man muss nicht zum Fanatiker werden, der sich nur noch von Gräsern und Früchten ernährt. Jeder muss für sich selbst ausprobieren, ob und inwieweit er einer solchen Nahrungsumstellung folgen kann oder möchte. Der Körper braucht allerdings einige Zeit, um sich umzustellen, dass darf man nicht vergessen.

(Quelle: Die vegetarische Rohkost, Gregor Wilz)

Claudia Seise - Ich wurde 1976 in Stollberg im Erzgebirge geboren. Schon als Kind hatte ich eine geflügelte Fantasie und schrieb Kurzgeschichten. Ich ...

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