Eigentlich ist die Geschichte Zermatts die eines erfolgreichen Hollywoodfilms. „Vom Winde verweht“ hätte auf keiner besseren Romanvorlage basieren können. Und wie alle großen Geschichten dieser Welt basiert sie auf einem Einzelschicksal: Alexander Seiler. Seiler und Zermatt.
Die erste Herberge in Zermatt
Alexander Seiler, 1841 ein unbedeutender kleiner Seifen und Kerzenproduzent wird von seinem Bruder, dem Kaplan eines 400 Seelen Dorfes genannt “Zermatt“, aufgefordert, in dessen Gemeinde zu kommen und dort die erste Herberge zu gründen - Alexander zögert. Noch weitere 3 Jahre lang hält er sich weiterhin mit Seifen über Wasser, bis er endlich beschließt, dieses Bergdorf doch wenigstens einmal anzusehen. Gedacht, getan, er erblickt das erste Mal das Matterhorn – und tief ergriffen lässt ihn dieser Anblick nicht mehr los. Der Traum des Kaplans beginnt sich zu verwirklichen. Alexander mietet sich beim Dorfarzt ein, bestückt das Häuschen mit 6 Betten und beherbergt, wie vorgesehen, dankbare Gäste.
Die Konkurrenz gibt auf
Eines Tages schießt, nur ein paar Schritte die Dorfgasse abwärts, ein stolzer Hotelbau mit dem Namen „Mont Cervin“ - was nichts anderes bedeutet als "Matterhorn" - aus dem Boden. Die Konkurrenz heißt Josef Anton Clemenz, ein Staatsrat, der seine Einkünfte ein wenig aufbessern möchte. Doch Alexander zeigt sich nicht beeindruckt. In aller Seelenruhe betreibt er weiter seine kleine Herberge und schon Ende des 2. Betriebsjahres erweitert er von 6 auf 35 Betten und nennt seine lieb gewonnene Herberge „Monte Rosa“. 13 Jahre später streckt Herr Clemenz die Segel und Alexander ist in der Lage, das Mont Cervin zu kaufen. Kurzerhand wird gleich vergrößert, dieses von 68 auf 180 Betten und das Monte Rosa gleich mit, inzwischen auf immerhin 110 Betten.
Seilers privat geschaffene Infrastruktur
Argwöhnisch wird er von seinen Nachbarn beäugt, niemand hier will so recht seine Herbergen und Gäste. Doch Alexander lässt sich nicht beirren. Er eröffnet weitere Herbergen, Hotels, baut die Straßen aus, kauft Land, er lässt Wege anlegen und 1884 wird schließlich das monumentale Luxushotel „Riffelalp“ eingeweiht. Wohl gemerkt alles noch ohne Zug, Bahn oder gar Auto, alles auf dem Rücken von Pferden, Maultieren oder einfach zu Fuß. Auch wenn seine Freunde und Zermatter Gäste ihm ein Denkmal für seine Pioniertaten gewünscht hätten, die Gemeinde wollte ihn nicht einbürgern und als er 1889 den lang ersehnten „Bürgerbrief“ erhält, ist er inzwischen bereits ein gesundheitlich angeschlagener Mann. Den ersten fahrplanmäßigen Zug 1891 hat er leider nicht mehr erlebt.
Zermatt und das Matterhorn heute - eine internationale Attraktion
Heute führt die 4. Generation der „Seiler-Pioniere“, Christian und Roberto Seiler, die Hotels. Sie tragen immer noch diese wunderbare Gemütsruhe in sich, die Zermatt so liebenswert macht und hören nicht auf, täglich die Worte Alexander Seilers an die mittlerweile 400 Mitarbeiter weiter zu geben: “Den Gästen Gutes tun.“
Es ist wohl eine der schönsten Geschichten der Entstehung einer Hotelkette, der Entstehung einer ganzen, wunderbaren Urlaubsregion. Aber nicht zu vergessen: die zweite Hauptrolle spielt das Matterhorn. Ein unverwechselbares Naturwunder, wer einmal davor gestanden hat, der weiß das, wie seinerzeit Alexander. Inzwischen ist das Matterhorn zum Wahrzeichen der Schweiz geworden und die meist fotografierte Touristenattraktion. Direkt zu Füßen dieses besonderen Berges nun eben Alexanders geliebtes Zermatt. Noch heute autofrei, ein heilklimatischer Ort, umgeben von 38 Viertausendern, ein beeindruckender Anblick. Beschützt und beseelt mit herrlicher Ruhe. Zermatt ist mit Sicherheit eines der wohl schönsten Ganzjahresskigebiete und ein eindeutiges Bergsteigerparadies, mit rund 388 Kilometern schönster Wanderwege in allen Höhenlagen.
Das Mont Cervin Palace - ein Luxushotel mit sagenhaftem Flair
Das „Mont Cervin Palace“ ist heute, und Alexander wäre so stolz darauf, ein „Leading Hotel of the World“, ein ganz besonderes Luxushotel, in dem bei jedem Schritt die Liebe seines Gründers und dessen Familie spürbar ist. Ein Ort, an dem man wie von selbst Kraft tanken kann, der jeden anwesenden Gast bereichert. So war es konzipiert, so ist es geblieben. Von ganz besonderer Klasse sind die neuen Suiten im 6. Stock, hier gibt es diese unglaubliche Gelegenheit bei prasselndem Kaminfeuer das Matterhorn in der untergehenden Sonne zu bestaunen. Erholsamer kann ein Aufenthalt nicht gestaltet werden. Dann noch gepaart mit vitalisierender, frischer Bergluft und kristallklarem Wasser, es warten schon exquisite Gaumengenüsse und ein erlesenes Tröpfchen Rotwein...
Danke Alexander.
