
- Wasseramsel mit Nahrung - Re.Ko / Pixelio.de
Kaum eine Tiergruppe ist wissenschaftlich so gut erforscht wie die Klasse der Vögel. Vieles was wir über das Leben, über die Natur und unsere eigene Umwelt wissen, wurde mit Hilfe der Vögel entdeckt und bekannt. Viele Fachzeitschriften berichten fast in jeder Ausgabe über Neuigkeiten in der Vogelkunde. Die Welt der Vögel ist sehr vielseitig. Es haben sich im Zuge der Entwicklung die verschiedensten Arten herausgebildet.
Die Persönlichkeit der Wasseramsel
Die Wasseramsel, Cinclus cinclus, ist kleiner als die Amsel aber etwa so groß wie ein ein Star und hat vorn an der Brust einen weißen Latz Sie gehört zur Ordnung der Singvögel und zur Familie der Wasseramseln. Die Körperform der Wasseramsel ist rundlich und der Schwanz kurz und meist gestelzt. Der Kopf und der Nacken sind dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt. Die restliche Oberseite und die Schultern haben eine schiefer graue Färbung. Die Flügel sind kurz und gerundet. Sie dienen unter Wasser als Antrieb. Die Augen sind oben und unten weiß gesäumt. Ihre Nasenlöcher und Ohren sind verschließbar. Auffallend sind die kräftigen langen Beine, mit denen sie auf dem Grund der Gewässer laufen kann. Das Gefieder der Wasseramsel ist sehr dicht und lässt kein Wasser durch. Es wird zusätzlich mit Hilfe des Bürzeldrüsenfetts gründlich eingerieben. Weibchen und Männchen besitzen die gleiche Färbung. Die Wasseramsel ist dämmerungs- und tagaktiv. Bei Erregung knickst sie. Ihr winterlicher Gesang ist abwechslungsreich und sehr laut. Er übertönt meist die Wassergeräusche. Der Gesang besteht aus zwitschernden und knirschenden Geräuschen. Im Abflug kann man ein „zjrrb“ hören. Die Wasseramsel fliegt mit raschem Flügelschlag geradlinig und knapp über das Wasser.
Das Verbreitungsgebiet der Wasseramsel
Die Wasseramsel ist nur wenig in Europa und Vorderasien verbreitet. Sie bevorzugt mittlere Lagen und geht nur selten in die Ebenen, die unter einer Höhe von 200 Metern über den Meeresspiegel liegen. Da die Wasseramsel sehr kältefest ist, findet man sie auch in den Alpen. Vorzugsweise besiedelt sie mindestens zwei Meter breite, schnell fließende Bäche mit klarem Wasser und kiesigen Grund. Solange im Winter noch offenes Wasser in ihren Lebensraum fließt, bleibt die Wasseramsel in ihrem Revier standhaft. In Sibirien hält es dieser kleine Vogel bis zu minus 40 Grad Celsius aus. Die beste Beobachtungszeit für die Wasseramsel sind die Monate März bis Juli.
Fortpflanzung und Brutpflege der Wasseramsel
Das Männchen beginnt im Februar mit dem bauen des Nestes. Hat sich ein Weibchen eingefunden, bauen beide Vögel zusammen weiter. Das Nest besteht aus einem kugelförmigen Moos-Außennest und einem napfförmigen Gras-Innennest. Der Eingang ist meist zu einer Röhre aus Moos erweitert. Er befindet sich immer über fließendem Wasser. Manchmal befindet sich das Nest auch unter einem Wasserfall. Dadurch müssen die Vögel durch das herabstürzende Wasser hindurch fliegen. Das Weibchen legt vier bis sechs weiße Eier. Es brütet von März bis Juni. Während der Brutzeit hält sich das Männchen in Nestnähe auf. Die Brutdauer beträgt ungefähr 16 Tage. Die Jungen bleiben dann noch bis zu 25 Tagen im Nest. Wenn die Jungtiere ausfliegen, können sie bereits schwimmen und tauchen. Jungvögel sind fahlgrau und unterseits quer gebändert. Der weiße Latz ist nur angedeutet. Im Alter von sieben Wochen verlassen die Jungvögel das elterliche Revier.
Die Nahrung der Wasseramsel
Die Wasseramsel ist der einzige Singvogel der sich auch von Insekten unter Wasser ernährt. Tauchend, schwimmend und auf dem Gewässergrund laufend stellt sie der Beute nach. Die Nahrung besteht aus Wasserinsektenlarven, Bachflohkrebsen, Strudelwürmern, Fischbrut und kleinen Amphibien. Wenn die Zahl der Insektenlarven stark abnimmt, fängt die Wasseramsel auch im Rüttelflug Insekten aus der Luft. Auch bei starker Wassertrübung weicht die Wasseramsel auf Insekten aus, die in der Ufervegetation oder auf Wassergrundstücken erbeutet werden können.
Quellen:
- Axel Gutsjahr - Vögel zu Gast im Garten – NGV
- Einhard Bezirze – Vögel - blv
- Pierandrea Brichetti Vögel in Garten, Park und freier Natur – Neuer Kaiser Verlag
- Faltblätter Atlas Verlag
Nachweis der Bilder: Bild 1 © Re.Ko / Pixelio.de * Bild 2 © Peashooter / Pixelio.de * Bild 3 © Peaschooter / Pixelio.de * Bild 4 © Albrecht E. Arnold / Pixelio.de
