Die weißen Katzen - wie entsteht die Fellfarbe?

Weißer Kater mit orangefarbenen Augen - Kerstin Fink
Weißer Kater mit orangefarbenen Augen - Kerstin Fink
Woran liegt es, dass weiße Katzen weiß sind? Was hat Melanin damit zu tun? Die Farbgenetik gibt darüber Aufschluss.

Weiß ist keine Farbe. Weiß ist die Abwesenheit von Farbe und wird Leuzismus genannt. Weiße Katzen sind also farblos und die Gründe dafür liegen in der Genetik.

Ein kleiner Ausflug in die Farbgenetik der Katzen

Stark vereinfacht gibt es nur ein Hauptfarbgen bei Katzen mit zwei Auswirkungen (Allele): Wie bei einer Schalterstellung “An” oder “Aus”, bestimmen die Allele des Gens O , ob eine Katze Rot ist “O” (Schalter An) oder Nicht-Rot “o“ (Schalter Aus). Und Nicht-Rot bedeutet, die Katze ist schwarz.

Kommt nun das Gen für die Farblosigkeit (Weiß) W ins Spiel, werden alle anderen Farb- und Zeichnungsgene überschrieben. Dieses Gen ist eine Defekt-Mutation, dadurch entstehen auch die Risiken für die Katzen. Ab und zu werden weiße Kätzchen mit einem roten oder schwarzen Fleck auf dem Kopf geboren. Dieser gibt die Grundfarbe an, die unter dem Weiß steckt. Nach ein paar Wochen ist davon aber nichts mehr zu sehen.

Reinerbige Katzen für das Gen W sollte es nicht geben

W ist ein dominantes Gen. Die Verpaarung von weiß mit weiß ist verboten, dadurch gibt es keine reinerbigen weißen Katzen in einer guten Zucht. Der genetische Code für reinerbige Katzen wäre WW (beide Allel-Schalter stehen auf “An”). Diese Kätzchen sind in der Regel aber nicht lebensfähig. Sind sie es doch, haben sie ausgeprägte genetische Defekte. Würde man mit einer reinerbigen Katze züchten können, würden 100% weiße Kätzchen fallen, egal welche Farbe das andere Elternteil hat, da jeder Nachwuchs ein dominantes W mitbekommen würde.

Da es aber nur mischerbige weiße Katzen in der Zucht geben sollte, die den genetischen Code Ww haben (Schalter “An” UND Schalter “Aus”), fallen statistisch gesehen 50% weiße Kätzchen und 50% farbige Kätzchen. Wobei sich die farbigen Kätzchen aus dem unterdrückten genetischen Farbmaterial der Mutter und dem normalen des Vaters zusammensetzen - oder umgekehrt natürlich. Durch geschickte Testverpaarungen und Studium des Stammbaums kann man den genetischen Farbcode einer weißen Katze in Erfahrung bringen.

Was gibt Haaren ihre Farbe?

Die Pigmentierung von Haaren wird durch die eingelagerte Menge zweier Melanintypen gesteuert, die in den farbgebenden Zellen, den Melanozyten gebildet werden. Das Phaeomelanin ist das Rot-Pigment, sehr feinkörnig von der Struktur her. Das Eumelanin ist das Schwarz-Braun-Pigment, sehr fest und grobkörnig. Das erklärt auch den Unterschied zwischen feinem blonden Haar und kräftigem schwarzen Haar.

Das Gen W verhindert die Auswanderung von Melanin aus den Melanozyten in die entsprechenden Bereiche. Bereits während des Embryonalstatus wird diese Wanderung des Melanins unterbunden und hat zur Folge, dass das Fell weiß bleibt und der Augenhintergrund bei Katzen oftmals blau ist. Bei weißen Katzen mit normalfarbigen Augen in Orange oder Grün hat ein geringer Anteil Melanin die Auswanderung geschafft.

Maine Coon Kater Mikka - Neugierig wie alle Katzen, Kerstin Fink

Kerstin Fink - Hallo ^^ Da ich gern und mit Leidenschaft schreibe, denke ich, ich bin hier genau richtig. Ich habe 2009 mein erstes Sachbuch beim ...

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