
- Bremen - Schlachte und Teerhof - © Lucy M. Laube
Mitten in der Innenstadt, zwischen Wilhelm-Kaisen-Brücke und Bürgermeister-Smidt-Brücke, erstreckt sich die Schlachte – die Weserpromenade Bremens. In ihrer heutigen Form, als Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen gleichermaßen, besteht sie nun seit zehn Jahren.
Programm zum 10-jährigen Schlachte-Jubiläum in Bremen
An der Bremer Schlachte geht es immer lebhaft und trubelig zu. Doch am Wochenende des 29. und 30. Mai trifft das in besonderer Weise zu. Das EXPO-Projekt Schlachte wird zehn Jahre alt und feiert das mit einem besonderen Programm.
Am Samstag geht es um 10 Uhr morgens los, umsonst und draußen und für alle. Natürlich wird es vielerlei Musik zu hören geben, unter anderem stilecht den Shanty-Chor MS Friedrich. Auch für die Kleinen sind viele Aktionen geplant – Radio Bremen Vier steuert eine große Hüpfburg bei. Auf dem Wasser gibt es eine Schiffsparade mit über 50 Booten zu sehen, und natürlich kann man auch selber eine Schiffstour auf der Weser machen. Gegen Mitternacht endet der Tag mit einem großen Feuerwerk.
Am Sonntag wird von 10 bis 18 Uhr gefeiert, unter anderem mit einer Schlachte-Rallye, Live-Musik, maritimen Geschichten und Tanzauftritten. Auch die Bremer Stadtmusikanten werden in Form des Theaters Interaktiwo anwesend sein.
Die Entwicklung der Schlachte – vom Schmuddelkind zur Vorzeigepromenade
Früher war die Bremer Schlachte eine Schotterstraße mit Lagerhäusern und Handelskontoren. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1250. 600 Jahre lang war die Schlachte Hafengelände. Hansekoggen liefen hier ein und aus. Im 16. Jahrhundert wurde die Schlachte modernisiert und bekam eine steinerne Kaimauer. Ende des 19. Jahrhunderts verlor die Schlachte ihre Funktion als Hafen und wurde zur Grünanlage umgebaut.
Nach der Zerstörung der Schlachte und der Bremer Innenstadt im Zweiten Weltkrieg wurden aus den Trümmern die Obere Schlachte und die Untere Schlachte gebaut. Viel los war hier aber nicht mehr.
Im Rahmen des EXPO-Projektes "Stadt am Fluss" begann Anfang der 1990er Jahre der zehnjährige Umbau zu einem zentralen Treffpunkt für Buten- und Binnenbremer sowie Touristen.
Bremer Schlachte heute – Partymeile, Promenade und Kajenmarkt
Es entstand eine Promenade mit steinernen Stufen, von denen man auf die Weser und den Teerhof schauen kann. Heute reihen sich an der Schlachte Restaurants, Bars und Biergärten aneinander. Jeden Samstag ist hier Flohmarkt und außerdem von Mai bis September der Kajenmarkt mit maritimen Leckereien.
Jedes Jahr im Dezember findet am Ufer der Weser der Schlachte-Zauber statt, ein Mittelaltermarkt, der bei Dämmerung in ein märchenhaftes blaues Licht getaucht ist. Und alljährlich im Sommer startet hier ebenfalls ein großes Spektakel: Die Badeinselregatta, ein Wettpaddeln auf der Weser.
Was bedeutet eigentlich das Wort "Schlachte"?
Schlachte klingt martialisch, ist es aber gar nicht. Keine Ritter, keine Schwerter und kein Blutvergießen haben der Weserpromenade ihren Namen verliehen. Schlachte leitet sich aus dem niederdeutschen Begriff "Slait" ab und meint die Befestigung des Flussufers durch das Einrammen von Pfählen und Pflöcken aus Eichenholz. Im 13. Jahrhundert wurde auf diese Weise das Weserufer gegen Wellenschlag und Eisgang geschützt.
