Die wichtigsten Grundprinzipien von Feng Shui

Balance zwischen Mensch und Umgebung - Katharina Elliesen
Balance zwischen Mensch und Umgebung - Katharina Elliesen
Zusammenfassung der taoistischen Weisheit knapp und bündig. Die chinesische Weisheit und ihre wesentlichen Grundprinzipien.

Feng Shui ist eine chinesische Weisheit und gehört zu den großen praktischen Künsten des Taoismus. Feng Shui bedeutet die Kunst, mit seiner Umgebung in Harmonie zu leben. Wer in einer nach Feng Shui eingerichteten Umgebung lebt, führt auch ein schönes und glückliches Leben oder hat zumindest ein besseres Lebensgefühl. Doch da Feng Shui ein komplexes Thema mit vielen in den letzten 6000 Jahren dazugekommenen Weisheiten ist, scheint es schwer, sich in das Thema reinzufinden. Doch im Folgenden werden die vier wesentlichen Grundprinzipien, um die sich Feng Shui kreist, kurz und verständlich erläutert.

1. Die Weisheit des Qi, der Lebensenergie

Die erste Weisheit des Feng Shui ist das Qi, die Lebensenergie. Diese Energie fließt ähnlich dem Verlauf eines Luftzugs durch die Umgebung. Sie gibt dem Menschen Kraft für den Alltag und verhindert, dass er sich träge oder müde fühlt. Bei einem angenehmen Qi-Fluss in einem Raum wird das Qi gleichmäßig in jede Ecke und jeden Winkel geleitet, von der Tür durch den gesamten Raum bis zum Fenster. Bei einem unangenehmen Qi-Fluss schießt die Energie direkt durch den Raum. Von der Tür zum Fenster und geht sofort wieder verloren. Der Raum hat einerseits Energielücken und andererseits mitten drin einen unangenehmen Durchzug. Wer sich in dem sogenannten „Sha-Qi“ befindet, bekommt ein unangenehmes Gefühl.

Die unangenehme Kraft des „Sha-Qi“

Das Sha-Qi wird außerdem durch „geheime Pfeile“ erzeugt. Diese Pfeile entstehen, wenn Qi geleitet oder gebündelt wird. Eckige Möbeln schießen Qi direkt auf ein Bett oder eine Sitzgelegenheit. Laut Feng Shui-Meistern kann in diesem Bett niemand gut schlafen und auf einem Sofa, das durch Sha-Qi bedroht wird, würde sich niemand wohl fühlen. Es herrscht ein Energieüberschuss. Pflanzen können bedrohende Ecken verdecken und runde Möbel das Qi gleichmäßig durch den Raum leiten.

2. Yin und Yang, die Balance zweier Gegensätze

Eine weitere wichtige Weisheit ist die des männlichen und des weiblichen Prinzips. Von Yin und Yang haben Sie sicher schon einmal gehört. Sie stehen für Gegensätze, die nicht ohne einander existieren können. Wie Helligkeit nicht ohne die Dunkelheit oder die Wärme nicht ohne die Kälte. Yin und Yang haben verschiedene Eigenschaften. Im Feng Shui geht es darum, Yin und Yang in der Wohnung richtig zu verteilen und insgesamt eine Balance zwischen den beiden zu schaffen. Im Schlafzimmer bräuchte man beispielsweise viele Eigenschaften, die das Yin verkörpern, weil es ein Ort der Ruhe ist, während man im Arbeitszimmer Aktivität und Kreativität braucht und Yang verstärken sollte.

Eigenschaften von Yin und Yang

  • Yin: weiblich, dunkel, ruhig, passiv, unten, sanft, grün, blau, schwarz
  • Yang: männlich, hell, bewegt, aktiv, oben, rau, rot, orange, gelb

3. Die Balance der fünf Elemente

Aus Yin und Yang wurden auch die fünf Elemente abgeleitet, die nächste Weisheit von Feng Shui. Diese sind Wasser, Feuer, Holz, Erde und Metall. Dies sind die Elemente, die den Menschen umgeben. Sie müssen wie Yin und Yang anhand ihrer Eigenschaften an den richtigen Orten im Haus umgesetzt werden. Gleichzeitig kann jeder Anwender für sich persönlich herausfinden, welches Element im eigenen Leben besonders gebraucht wird. Jedem Charakter eines Menschen kann ein Element zugeordnet werden.

Dabei sollten Menschen, denen es beispielsweise an Kreativität mangelt, überwiegend auf das Holzelement achten. Als Materialien viel Holz verwenden und hohe, nach oben aufstrebende Formen nutzen (siehe Tabelle über die Eigenschaften der fünf Elemente).

4. Persönliche Faktoren im Feng Shui

Feng Shui berücksichtigt zudem auch viele persönliche Faktoren, die zur vierten Weisheit zusammengefasst sind. Dazu gehört beispielsweise die „Gua-Zahl“. Ein Wert, der anhand des Geschlechts und des Geburtsjahres (nach dem chinesischen Kalender) errechnet wird. Diese Zahl ordnet eine Persönlichkeit verschiedenen Gruppen zu und sagt beispielsweise aus, welche Himmelsrichtungen für den Charakter die Besten sind, etwa auf welcher Betthälfte man schlafen sollte und welche Orte im Haus eine besondere Bedeutung für denjenigen haben. Sollte der Bettnachbar gleiche Himmelsrichtungen haben, sollte man abends schneller im Bett sein als er/sie.

Zu den persönlichen Faktoren zählt zudem das Bauchgefühl. Wenn einem etwas persönlich nicht gefällt oder zusagt, fühlt man sich damit auch nicht wohl und sollte es deshalb nicht in seiner Wohnung umsetzen. Völlig logisch.

Kleine Tipps zur Inneneinrichtung

Yin, Yang und die fünf Elemente sollten im Haus an den richtigen Stellen durch Licht, Materialien, Gestaltungsmittel, Möbel, Formen oder Farben verstärkt oder abgeschwächt werden.

Ebenfalls zu berücksichtigen bei der Innengestaltung sind Faktoren wie Schutz, Stabilität und Ruhe. Eine Treppe mit offenen Stufen beispielsweise vermittelt keinen stabilen Eindruck. Eine geschlossene Treppe dagegen gibt nach Feng Shui ein wohleres Gefühl. In einem Arbeitszimmer, wo der Schreibtisch mit dem Rücken zur Tür gerichtet ist, kann sich niemand ungestört fühlen, da er nie sehen kann, wer jeden Moment durch die Tür kommen. Auch Spiegel sind mit Bedacht einzusetzen, da sie ähnlich wie einem Papagei im Käfig einem das Gefühl geben, nicht allein sondern beobachtet zu werden.

Ein unordentlicher und voll gestellter Raum vermittelt Unruhe. Es gilt die Regel, je weniger Möbel und Schnickschnack, desto besser. Generell ist ein ordentliches Zimmer und eines, in dem keine Störfaktoren wie eine verwelkte Blume oder eine kaputte Glühbirne den Bewohner Tag für Tag belästigen, ein energiereicherer Raum. Wichtig ist immer, dass jedes Zimmer nach den Bewohnern ganz individuell und auch hinsichtlich des Charakters und seiner Nutzung gestaltet werden sollte.

Die eigene Wohnung mal mit anderen Sichtpunkten betrachten

Schießen unangenehme geheime Pfeile auf das Bett oder die Sitzecken? Sitzt man in einem direkten Qi-Schuss oder etwa mit dem Rücken zu Tür und Fenster? Ist ein Spiegel auf das eigene Bett gerichtet? Ob man an die Weisheiten von Feng Shui glaubt, bleibt jedem selbst überlassen, aber es ist wichtig zu bedenken, dass Feng Shui keine festen Regeln vorgibt, sondern nur Orientierungshilfen, die jeder auf seine eigene Art interpretieren muss.

Quellen:

  • Sator, Günther (2007): Feng Shui, Lebe und Wohnen in Harmonie. 4. Auflage, Gräfe & Unzer
  • Skinner, Stephen (1998): Feng Shui. 1. Auflage, Augsburg: Weltbild Verlag GmbH
  • Adelmann, Nina (2006): Die Kunst des Gleichgewichts, Die Essenz des Feng Shui. Stuttgart: Karl F. Haug Verlag
  • Honos Verlag (1980):Feng Shui – Wissen und Weisheit- Harmonie in Haus und Garten. Köln: Honos Verlag GmbH
  • Moosbach, Martin (2007): Feng Shui – Der Harmonische Weg. Erftstadt: Area Verlag Gmbh.
Profilbild, Katharina Elliesen

Katharina Elliesen - Katharina Elliesen studiert zurzeit Germanistik, Arbeitslehre und Erziehungswissenschaften in Berlin. Seit sie lesen und schreiben ...

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