Die Wiener Innenstadt

Ein Streifzug durch historische Bauten, Museen, Kaffeehäuser.

Sehenswürdigkeiten wie Stephansdom und Hofburg erzählen Geschichte, die Kärntner Straße lädt zum Flanieren und Einkaufen ein: Die Wiener Innenstadt bietet jedem etwas.

Sie liegt im Herzen der Stadt, die Innenstadt, der 1. Wiener Gemeinde-Bezirk oder schlicht „der Erste“, wie die Wiener ihn nennen. Etwas über 100.000 Menschen leben heute dort. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts trennten Stadtmauern diesen Bezirk von den Vororten, danach separiert die Ringstraße die Innenstadt von den Inneren Bezirken 3-9.

Der Stephansdom

Quasi im Zentrum des Zentrums ist das Wahrzeichen Wiens platziert, der Stephansdom („Steffl“). Der Dom wurde zum steinernen Zeitzeugen der Pest und der beiden Türkenbelagerungen, er überdauerte Plünderungen und Brandanschläge. Der Grundstein für die gotische Kirche wurde 1137 gelegt, heute ist sie 107m lang und 22m breit. Sie besteht aus vier Türmen, mehreren kleinen Kapellen, dem Langhaus und den Chorschiffen. Im Nordturm hängt die 21 Tonnen schwere Glocke, die Pummerin. Die zweitgrößte Glocke Europas begrüßt jedes Neue Jahr und läutet zu den hohen katholischen Festtagen. Morgens und abends finden im Steffl Gottesdienste statt.

Flanieren durch Kärntner Straße und Graben

Gegenüber vom Stephansdom steht das Haas-Haus, ein elegantes Einkaufszentrum aus Glas und Chrom. Zum Einkaufen verführen auch der autofreie Graben gleich hinter dem Haas-Haus, der Kohlmarkt und die Kärntner Straße. Sie sind übersät mit Filialen großer Einkaufsketten und mit noblen Boutiquen, Straßenkünstler laden zum Verweilen ein. Die Kärntner Straße führt vom Stephansdom zur Staatsoper. Sie war 1869 der erste Monumentalbau der neuen Ringstraße.

Albertina: bedeutendste Grafiksammlung der Welt

Neben der Staatsoper, auf dem Albertinaplatz, befinden sich das von Alfred Hrdlicka gestaltete Mahnmal gegen Krieg und Faschismus und die Albertina, ein Museum. Die Albertina gilt mit über 1,5 Millionen Druckgrafiken und 44.000 Zeichnungen und Aquarellen als bedeutendste Grafiksammlung der Welt. Werke von Leonardo da Vinci, Rubens bis hin zu Klimt und Schiele sind in diesem Museum ausgestellt.

Hofburg: Residenz der Kaiser

Fünf Gehminuten von der Albertina entfernt ist die Hofburg, ein pompöser Häuserkomplex der Stile aus Gotik, Barock und Renaissance vereint. Heute ist die Hofburg der Sitz des amtierenden Bundespräsidenten, früher war sie die Hauptresidenz der regierenden Habsburger. Die drei Museen in der Hofbug – die Kaiserappartements, das Sissi-Museum und die Silberkammer - vermitteln einen guten Einblick in das kaiserliche Wien. Von der Hofburg führt ein Weg in die Neue Burg, wo die Österreichische Nationalbibliothek und das Museum für Völkerkunde untergebracht sind. Vor der Hofburg ist der Heldenplatz, einer der größten Plätze Wiens. Hier verkündete Adolf Hitler am 15. März 1938 den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Kaffeehäuser mit Geschichte

Sich erholen und dennoch ein Stück Wiener Tradition genießen kann man in den Kaffeehäusern. Seit über 300 Jahren gibt es sie, zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebten sie ihre Blütezeit. Karl Kraus und Sigmund Freud trafen sich dort genauso wie ehrgeizige Literaten und selbsternannte Philosophen, sie spielten Billard oder Schach oder sinnierten über das Leben. Über 500 Kaffeehäuser gibt es in Wien, zu den legendärsten im 1. Bezirk zählen:

Gerit Gönitzer - Den Großteil meines Lebens verbrachte ich in Wien. Dort studierte ich auch Sozial- und Kulturanthropologie, Publizistik und ...

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