
- Die Wildfrüchteküche - Jan Thorbecke Verlag
Was noch ganz natürlich zu Großmutters Küche gehörte, ist heute oft schon in Vergessenheit geraten. Wer erinnert sich noch an die leckeren Rezepte, die sich aus Maulbeere, Kornelkirsche oder Quitte zubereiten lassen? Die Autorin Annette Kretzschmar hat sich auf die Suche nach diesen kulinarischen Köstlichkeiten gemacht. Sie gibt in ihrem Küchenratgeber und Rezeptbuch Informationen über Aussehen, Vorkommen und Verwendung der Wildfrüchte und stellt zahlreiche Rezepte vor.
Die Wildfrüchteküche
Der Küchenratgeber „Die Wildfrüchteküche“ stellt 18 Beeren und Früchte vor, die sich im Garten oder der freien Natur finden. Dies sind
- Berberitze
- Brombeere
- Esskastanie
- Felsenbirne
- Hagebutte
- Heidelbeere
- Himbeere
- Holunder
- Kornelkirsche
- Maulbeere
- Quitte
- Sanddorn
- Steinweichsel
- Walderdbeere
- Walnuss
- Weißdorn
- Wild- und Zieräpfel
- Zwetschge
Neben Stichworten wie gängige Synonyme, Pflanzenfamilie, Wuchshöhe, Blütezeitraum, Sammelzeit und Vorkommen gibt es zu jeder Pflanze einen umfangreichen Teil zu Aussehen und Anbau, Verwendung in der Küche, Heilwirkungen und Wissenswertem. Hier erfährt man beispielsweise, dass junge Brombeertriebe sehr gut zum Färben von Stoffen geeignet sind oder die Hagebutte schon bei den alten Römern zur Herstellung von Parfüm genutzt wurde. Abgerundet werden die Kapitel durch fantasievolle, ausgefallene Rezepte. Alles ist mit teils großformatigen Fotos bebildert. Ferner finden sich im Buch ein alphabetisches Rezeptregister, weiterführende Adressen, auch Bezugsadressen, und Literaturtipps.
Rezepte mit Wildfrüchten
Die Autorin hat eine ganze Reihe von außergewöhnlichen Rezepten zusammengetragen. Ob Ricottapudding mit Felsenbirnen, Hagebuttensoße, Himbeeressig, Holundersirup, kandierte Kornelkirschen, Herzlikör oder andere Rezepte mit Weißdorn – die meisten der vorgestellten Gerichte lassen sich überraschend leicht nachkochen und sind somit auch für unerfahrenere Hobbyköche geeignet.
Sammel- und Küchentipps
Liebhaber von Wildfrüchten sollten ein paar Kniffe kennen, um Freude an den selbst gesammelten Pflanzen haben. Dafür gibt die Autorin eine Reihe von Tipps. So sollten viele Beeren vorzugsweise gesammelt werden, wenn es ein paar Tage trocken war, damit sie sich nicht mit Wasser vollgesogen haben.
Erntetabelle
Eine Erntetabelle aller vorgestellten Pflanzen sorgt für schnelle Übersicht. Wann zeigen sich die Triebspitzen, die Knospen, die Blüte oder die Frucht? So ist es auf einen Blick möglich, sich für das Sammeln zu orientieren, je nachdem, was verwendet werden kann.
Fazit
„Die Wildfrüchteküche“ wird Menschen ansprechen, die Freude daran haben, besondere Pflanzen zu sammeln oder zu kultivieren und die gerne ursprünglich und authentisch kochen. Aber auch für jene, die außergewöhnliche Gerichte lieben oder die für Gäste gerne einmal ein besonderes Rezept ausprobieren möchten, ist es eine wahre Fundgrube. Die Fotos und Illustrationen stammen ebenfalls von der Autorin selbst und sind wunderschön. Sie vermitteln einen sehr direkten Bezug zu den vorgestellten Pflanzen. Nicht so toll ist die sehr kleine Schrift, gerade bei den Rezepten besteht die Gefahr, schnell mal etwas zu überlesen.
Die Autorin Annette Kretzschmar
Annette Kretzschmar hat Kommunikationsdesign studiert und lebt in Mainz. Sie kocht leidenschaftlich gerne mit allem, was die Natur zu bieten hat und schreibt Kochbücher.
Annette Kretzschmar: Die Wildfrüchteküche. Jan Thorbecke Verlag, 2011, circa 110 Seiten, viele Farbfotos, Euro 22,90 (D).
Wenn Sie Heil- oder Wildpflanzen selbst sammeln möchten, informieren Sie sich vorher bitte genau darüber, wie Sie die Pflanze eindeutig erkennen können. Verwenden Sie nur Pflanzen, von denen Sie sicher sind, sie zu kennen oder beziehen Sie Produkte aus dem Fachhandel.
