Auf die Frage „Welche Farbe hat die Liebe?“ antworten die meisten mit „rot“. Fordert man Menschen auf Neid farblich darzustellen, wird in vielen Fällen grün gewählt. Passend zum Sprichwort „Grün vor Neid werden“. Blau ist die meist verbreitetste Lieblingsfarbe, Braun am unbeliebtesten.

Farben und Gefühle stehen in enger Verbindung. Auch, wenn es kulturelle Unterschiede gibt, so gilt in China beispielsweise Gelb als Farbe der Weisheit – bei uns hingegen Weiß, lösen Farben weltweit bei Menschen Empfindungen aus.

Wie entstehen psychologische Wirkungen von Farben?

In tagtäglichen Handlungen machen wir Erfahrungen mit Farben, verknüpfen sie mit Situationen und Emotionen und verinnerlichen sie. Dies geschieht zu meist unbewusst und ganz von selbst. Von frühester Kindheit an bekommen wir mit wie andere auf bestimmte Farben reagieren und übernehmen diese Verhaltensmuster.

Blau

Blau steht für die Unendlichkeit ( siehe Himmel) und Grenzenlosigkeit. Es ist die Farbe mit dem größten Entspannungs- und Beruhigungswert. Daher auch als Farbe für das Schlafzimmer sehr geeignet. Blau wird auch als kühle Farbe empfunden. Dies begründet sich aus vielfältigen Erfahrungen wie z. B. das bläulich schimmernde Eis.

Rot

Rot ist die älteste Farbbezeichnung in den Sprachen der Welt. Rot ist die Farbe des Blutes und gilt in vielen Kulturen und Religionen als Sitz der Seele. Daher steht Rot auch für alle Gefühle, von Liebe bis Hass, die das Blut zur Wallung bringen. Rot ist eine stark aktivierende Farbe und sollte bei Farbgestaltungen sehr bewusst und dosiert eingesetzt werden.

Grün

Grün ist die Farbe der Natur und daher die Symbolfarbe des Lebens. Weiteres steht Grün aber auch für zwei unterschiedliche Begriffe. Für Hoffnung und Gift. Grün beschreibt den Frühling als jährlichen Beginn neuen Lebens, aus dem sich der Hoffnungsaspekt entwickelt. Dass Grün auch für giftig steht, hat seinen Ursprung in der Malerei. Früher wurde Grün aus Kupfer- Grünspan, der in Arsen gelöst wurde, hergestellt. Da Grünspan und Arsen sehr stark wirkende Gifte sind, bildete sich rasch diese Assoziation. Grün wirkt aber auch beruhigend, da es die Komplementärfarbe zu Rot ist. Als Wandfarbe erfreut sich Grün keiner besonderen Beliebtheit, hingegen Grünpflanzen in Räumen um so mehr.

Schwarz

Immer wieder wird hinterfragt, ob Schwarz überhaupt zu den Farben gezählt werden darf. Im alltäglichen Gebrauch gilt Schwarz sehr wohl als Farbe und zwar mit einer besonderen Symbolik. Schwarz wird mit Ende, Trauer, Tod assoziiert. Interessant ist aber auch, dass Schwarz die Modefarbe Nummer eins ist. Besonders Jugendliche lieben es sich schwarz zu kleiden, da dies auch die Farbe für Individualität und Abgrenzung ist. Aber auch Würde und Eleganz wird mit schwarz verbunden.

Weiß

Auch bei Weiß stellt sich die Frage ob Farbe oder Nichtfarbe. Physikalisch gesehen ist weiß mehr als eine Farbe. Nämlich die Summe aller Farben. Weiß steht für Licht, für das Göttliche, die Weisheit. Weiß ist der Anfang, Schwarz das Ende. Auch äußerliche Sauberkeit, Sterilheit wird mit Weiß verbunden. Daher kommen auch die weiße Bekleidung von Ärzten und Krankenhauspersonal. Aber auch in die gängige Mode hat Weiß, wie Schwarz, Einzug gehalten. Hier löst Weiß Unschuldsempfindungen und innere Reinheit aus. Typisches Beispiel: das Brautkleid.