Die Wurzelknolle Yacon: Grundnahrungsmittel aus der Andenregion

Yacon ist das wichtigste Grundnahrungsmittel vieler Indianerfamilien. Die Knolle enthält nicht nur seltene Kohlenhydrate, sondern auch die Vitamine B und C.

Die Wurzelknolle Yacon ist seit Jahrhunderten ein wertvolles Nahrungsmittel in den Anden. Yacon, lateinisch "Smallanthus sonchifolius" stammt ursprünglich aus Kolumbien. Im Hochland der Anden wurde sie schon seit der Zeit vor den Inkas angebaut. Die Einheimischen bereiten die Knollen als Gemüse oder Salat zu. Auch pur ist die Wurzelknolle ein Genuss. Der Geschmack ist vergleichbar mit einer Honigmelone oder Birne.

Was sind die Eigenschaften der Wurzelknolle Yacon?

Die Pflanze ist sehr robust und bringt regelmäßige Erträge ein. Die Speicherknollen sind länglich und teilweise sehr dick und schwer. Die Lagerung erfolgt ohne Konservierungsmittel im kühlen Keller mit Erde oder Sand bedeckt. Wer keinen Lagerort, wie einen kühlen Keller, zur Verfügung hat, kann Yacon ebenso durch Dörren konservieren. Die Knolle verliert dabei bis zu 90 Prozent des Gewichts, aber die Süße der Wurzel nimmt um ein Vielfaches zu.

Bemerkenswert ist, dass die Wurzelknolle Yacon Kohlenhydrate vorrangig in Form von Inulin beziehungsweise Frukto-Oligo-Sachariden (Mehrfachfruchtzucker) speichert. Diese Zucker werden vom menschlichen Körper nicht verstoffwechselt. Der Zuckerspiegel im Blut wird bei Genuss der Knolle nicht erhöht. Außerdem wird durch diese unverdaulichen Kohlenhydrate der Aufbau einer gesunden Darmflora gefördert.

Die Inhaltsstoffe der Yaconknollen bestehen aus ca. 80 Prozent Wasser, seltenen Kohlenhydraten, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kalium, Natrium, Eisen und zwei der B Vitamine, sowie das Vitamin C.

Auch für Diabetiker ist Yacon ideal, denn die enthaltene Fruktose besteht zu 35 Prozent aus freier und zu 25 Prozent aus gebundener Fruktose, wodurch eine Kohlenhydratzufuhr bei niedriger Blutglukosekonzentration ermöglicht wird.

Wie erfolgt die Zubereitung der Wurzelknolle Yacon?

Die Yaconknollen sind vom Geschmack her sehr frisch und fruchtig. Die Konsistenz ähnelt einem Apfel und der Geschmack einer Birne. Genießen kann man die Wurzelknollen sowohl roh als auch gekocht oder gebraten.

Yacon hat einen hohen Anteil einer essentiellen Aminosäure (Glutaminsäure). Deren natürliche geschmacksverstärkende Eigenschaft sticht besonders bei der Zubereitung mit anderen Gemüsen hervor. Aus Yacon kann der Koch oder die Köchin ein leckeres Hauptgericht, beispielsweise panierte Yaconschnitzel oder abwechslungsreiche Beilagen zaubern, wie Rohkostsalat in Kombination mit Möhren, Äpfeln, Sellerie und andere.

Auf Grund der Konsistenz eignen sich die Knollen sehr gut zum Reiben, Würfeln, Stifteln, in Scheiben schneiden und zum Kochen, Braten oder Dünsten. Der hohe Flüssigkeitsgehalt ist auch ein Grund für die ausgezeichnete Eignung der Knolle zum Entsaften, entweder pur getrunken oder als Mischsaft.

Warum ist die Yacon Wurzelknolle in Europa weitestgehend unbekannt?

Die Yaconknolle ist im ganzen Andengebiet verbreitet, aber warum sie in Europa nahezu unbekannt ist, bleibt ein Rätsel. Es gibt keine historischen Quellen, die über das Heilgemüse der Inkas berichten. Bei Kartoffeln und Mais sieht es anders aus.

Mit den "Seefahrern" gelangten die Exoten über die Königshöfe nach Europa. Doch nicht die Yaconwurzel. Was sehr schade ist, denn besonders die Wirkstoffe in den Blättern haben die Eigenschaft, den Blutzuckerspiegel aktiv zu senken. Heutzutage gibt es auf Grund der positiven Wirksamkeit einige Produkte aus Yacon, wie getrocknete Yaconwurzelscheiben, getrocknetes Wurzelpulver oder Yaconsirup in europäischen Reformhäusern.

Die frische Knolle jedoch wird nur derjenige genießen können, welcher Yacon selber anbaut. Seit diesem Jahr ist es möglich, über die erste der unten genannten Quellen Yaconknollen aus Demeter-Anbau zu beziehen.

Anbau, Ernte und Lagerung von Yacon wurde in einem weiterführenden Artikel beschrieben.

Bezugsquelle der Yaconknollen: Benedikt Vierneisel

Quelle: amazonas-products, Sabine Hinz Verlag

Autorin & Online-Redakteurin, Ines Böttger

Ines Böttger - Schreiben gehört zu mir, wie die Luft zum Atmen. Doch bevor ich mich seit Dezember 2010 hauptberuflich dem Schreiben widmen konnte, ...

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