Die Zukunft der Menschheit – Die Welt in 100 Jahren

Roboter übernehmen in Zukunft die Arbeit - Vincenzo Pascale
Roboter übernehmen in Zukunft die Arbeit - Vincenzo Pascale
Wie wird das Leben auf der Erde im Jahr 2100 aussehen? Prof. Kaku befragte über 300 Wissenschaftler und kam zu faszinierenden Zukunftsvisionen.

Schon seit jeher beschäftigt sich der Mensch mit der Frage, wie wohl die Zukunft aussehen wird. Vor über 100 Jahren nahm Jules Vernes so manche technische Errungenschaft und manches Ereignis in seinen Erzählungen und Romanen vorweg, die es tatsächlich geben sollte wie zum Beispiel Luftschiffe, U-Boote und die Reise zum Mond. Der Physik-Professor Michio Kaku wirft heute in seinem Buch „Phisics of the Future: How Science Will Shape Human Destiny and Our Daily Lives by the Year 2100“, erschienen bei Doubleday in englischer Sprache, einen Blick auf die Welt, wie sie in 100 Jahren sein könnte. Hierzu hat er Hunderte von Wissenschaftler gefragt, welcher technische Fortschritt nach dem heutigen Stand der Technik in 100 Jahren möglich und realistisch wäre. Und es kamen dabei mehr als faszinierende, schon fast unglaubliche Zukunftsvisionen heraus.

Das Auto und der Verkehr der Zukunft

Die Autos der Zukunft kommen ohne Fahrer aus. Ein zentraler Computer wird das Verkehrsgeschehen auf den Straßen, sowohl auf dem Boden, als auch in der Luft überwachen und steuern. Jedes Auto wird durch GPS geortet und im Verkehrsnetz geleitet. Unfälle und Staus wird es dank Supercomputer nicht mehr geben. Autos werden auf eine Art Magnetkissen über der Erde dahin gleiten. Das beschriebene Szenario könnte fast dem Film „Minority Report“ (mit Tom Cruise) entstammen.

Gesundheit - Krankheiten, Krebs und Tumore frühzeitig erkennen

Künftig kann man sich den Arztbesuch sparen. Beim morgendlichen Toilettenbesuch bekommt man ganz nebenbei einen kompletten medizinischen Check-up verpasst. Allein der Blick in den Spiegel und die Verrichtung des morgendlichen Geschäfts reichen hierzu völlig aus. Sowohl im Spiegel als auch in der Toilette sind DNA-Sensoren, Computer und Analyse-Instrumente verbaut, die entsprechende Untersuchungen durchführen und etwaige sich anbahnende Erkrankungen erkennen können. Dabei werden auch Eiweiß-Stoffe gemessen, die von Krebszellen ausgehen. So werden schon Jahre bevor Tumore entstehen, erste Anzeichen von möglichen Wucherungen erkannt. Viele Tumor-Arten können somit gleich im Keim erstickt werden.

Die Lebenserwartung steigt in der Zukunft – Der Mensch bleibt länger jung

Die Menschen werden älter als heute und bleiben länger vital und jung. Mit Manipulationen auf molekularer und genetischer Ebene wird der Alterungsprozess verlangsamt. Und sollte sich ein Organ oder Körperteil abnutzen oder erkranken, kann dieses ersetzt werden. Proteine und Enzym-Cocktails sorgen für eine gesunde ausgewogene Ernährung. Die Gentechnik tut hierzu noch ihr Übriges.

Doch trotz all des Fortschritts im Gesundheitswesen werden nicht alle Krankheiten und Krebsarten ausgerottet werden. Viren verändern sich ständig und werden zunehmend resistenter und komplexer. Es wird auch neue Arten von Krebserkrankungen geben.

Internet ist in der Zukunft überall gegenwärtig

In der Zukunft wird das Internet überall gegenwärtig sein. Einen PC daheim braucht man nicht mehr, um ins Netz zu gelangen. Über eine Art Kontaktlinse wird der Mensch der Zukunft mit dem Word Wide Web jederzeit online sein. Inhalte werden in Text- oder Bildform auf der Netzhaut sichtbar. Es sind sowohl Wegbeschreibungen, Nachrichten, abrufbar, sowie Unterhaltungsmedien wie Filme, Spiele et cetera. Denkbar wäre auch, dass während man sich mit Jemandem in einer anderen Sprache unterhält, Übersetzungen als Untertitel eingeblendet werden. Eine Sightseeing-Tour in einer fremden Stadt bekommt eine ganz andere Dimension. Wenn man sich vorstellt, man steht vor dem Kolosseum in Rom und nebenbei läuft der geschichtliche Backround ab.

Computer mit dem Gehirn steuern – Sciencefiction?

PCs, Mobiltelefone, Uhren und MP3-Player wird es in der Zukunft nicht mehr geben. Überall sind Chips in der Umgebung eingebaut, auf die man allein mit Hilfe des Gehirns Zugriff nehmen kann. Diese Chips können die elektrischen Ströme, die im Hirn ablaufen, wahrnehmen, entziffern und verarbeiten. Nicht nur, dass einem auf diese Weise sämtliche Inhalt aus dem World Wide Web zur Verfügung stehen. Man kann, wenn man einen Raum betritt, Bestimmtes steuern wie beispielsweise das Licht einschalten, die Jalousie herunterfahren, Musik einschalten und Kaffee kochen.

Roboter und Replikatoren bestimmen die Welt von Morgen

In der Zukunft wird man auch mehr und mehr auf Roboter für gefährliche und monotone langweilige Arbeit setzen. Die Roboter-Industrie wird der heutigen Automobil-Industrie den Rang ablaufen. Künftig werden Roboter menschliche Züge annehmen. Sie werden freundlich sein und über Emotionen verfügen. Asimov lässt grüßen.

Apropos Asimov: Auch die Raumfahrt wird einen großen Sprung nach vorne machen. Flüge über das Sonnensystem hinaus werden möglich sein, dank der Antimaterie und Fusionsaggregaten. Zum Ende des Jahrhunderts wäre auch eine Station auf dem Mars denkbar. Replikatoren, wie man sie aus „Star Trek“ kennt, können ebenfalls zur Realität werden. Mit scheinbar „telepathischen“ Befehlen weißt man künftig programmierbare Materie an, sich neu zu formieren. Winzig kleine Computerchips und Sensoren setzen sich zu den Objekten zusammen, die man sich vorgestellt hat.

Erderwärmung, Terrorismus, Naturkatastrophen nehmen verheerende Ausmaße an

Doch der Fortschritt bringt nicht nur Positives mit sich. Er kann sich genau so gegen den Menschen richten. Terroristen werden in der Lage sein können einen HIV-Virus zu kreieren, der über die Luft übertragbar ist. Überbevölkerung und Armut in manchen Kontinenten kann eine Völkerwanderung und kulturelle Kriege auslösen. Die Erderwärmung führt zu verheerenden Naturkatastrophen wie Überschwemmungen. Die vermehrte Schaffung von Robotern, die eigentlich die Arbeit der Menschen erleichtern sollen, kann zu Massenarbeitslosigkeit führen. Ganze Wirtschaftssysteme droht der Zusammenbruch und so weiter.

Das sind nur einige Aspekte aus dem Buch von Prof. Kaku, wie die Welt in 100 Jahren aussehen könnte. Viele werden bereits diese Visionen als reine Utopie und Hirngespinste abtun. Doch diverse dieser angesprochenen Erfindungen fußen auf bereits schon heute existierenden Prototypen. Außerdem gehen diese Visionen konform mit den bekannten Gesetzmäßigkeiten der Physik. Doch wenn man sich vorstellt, wie wohl ein Mensch aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert unsere Welt empfinden würde, wenn er einen Blick in unsere Zeit werfen könnte, wird vielleicht zu dem Schluss kommen, dass das eine oder andere Beschriebene doch Wirklichkeit werden könnte.

Michio Kaku, Physics of the Future: How Science Will Shape Human Destiny and Our Daily Lives by the Year 2100 (Gebundene Ausgabe), Verlag Doubleday, 2011, ISBN 978-0385530804, 14,95 EUR

Vincenzo Pascale, Foto: Marco Pascale

Vincenzo Pascale - Unsere (Lebens-)Zeit auf diesem Planeten ist begrenzt, so dass es schade wäre, sich nur mit einer Sache zu beschäftigen. Es gibt ...

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