Die Zwergspringmaus, das kleinste Nagetier

Springmaus auf Briefmarke - Udssr
Springmaus auf Briefmarke - Udssr
Das größte Nagetier, das Wasserschwein, und das kleinste Nagetier haben viel gemeinsam. Eine Zusammenfassung der vielen Gemeinsamkeiten und des Trennenden.

Unter den Nagetieren findet man viele verschiedene Arten, bekannte, wie Goldhamster und Meerschweinchen, aber auch vollkommen unbekannte. Zu Letzteren zählen sicher die kleinsten, die winzigen Zwergspringmäuse: Die Beluchistan Zwergspringmaus (Salpingotus michaelis) und die Dickschwanz-Zwergspringmaus (Salpingotus crassicauda).

Gemeinsamkeiten der Nagetiere (Rodentia)

Die Nagetiere sind die größte Säugetierordnung. Ihr Lebensraum erstreckt sich von den Tropen bis in die arktischen Regionen. Manche von ihnen klettern, manche schwimmen, es gibt sogar solche, die fast das Fliegen erlernt haben, wie die Flughörnchen, die durch die Luft gleiten.

Allen Nagetiere gemeinsam sind die breiten scharfkantigen, stetig nachwachsenden Schneidezähne. Diese Zähne wachsen ein ganzes Leben lang und müssen demnach durch regelmäßiges Nagen geschliffen werden. Nagetiere haben starke Kaumuskeln, deshalb ähnelt sich durch die ganze Ordnung die Kopfform. Der bestentwickelte Sinn ist bei ihnen der Geruchssinn, der schlechteste der Sehsinn.

Generell bringen Nagetiere pro Jahr viele Junge zur Welt. Kleine Nagetiere werden nicht viel älter als 2 Jahre, große hingegen bis zu 18 Jahren. Da Nagetiere leicht zu domestizieren sind, zählen sie zu den beliebtesten Haustieren.

Pflanzenteile, Wurzeln, Samen, aber auch Kleintiere und Insekten dienen ihnen als Nahrung.

Das größte Nagetier, das Wasserschwein, ist bis 130 cm groß und bis zu 50 kg schwer, das kleinste, die Zwergspringmaus, gerade mal eben 4 cm von Kopf bis Rumpf lang und 6 g leicht.

Systematik der Springmäuse

  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
  • Familie: Springmäuse (Dipododiae)

Springmäuse (Dipodidae)

Springmäuse oder auch Springnager genannt, zeichnen sich vor allem durch die unterschiedliche Länge von Vorder- und Hinterbeinen aus. Die Vorderbeine sind kurz, die Hinterbeine bis zu 4 mal so lang und kräftig, das beidbeinige (bipede) Hüpfen erlaubt große Geschwindigkeiten und auch das Überwinden von großen Entfernungen. Auch der Schwanz, der zur Balance dient, ist sehr lang und kräftig. Am Ende befindet sich oft eine Quaste, die oft weiß mit schwarzem Rand gefärbt ist und als Signalgeber dient. Bei den meisten Springmäusen sind die Mittelfußknochen zu einem gemeinsamen Knochen, dem Kanonenbein, verwachsen. Die Zahl der Zehen variiert, je nachdem handelt es sich dann um Drei-, Vier oder Fünfzehen-Springmäuse.

Farblich sind die Springmäuse der Umgebung (Wüste, Steppe) gut angepasst. Die Fußsohlen haben auch eine dichte Behaarung, das verhindert das Einsinken im Sand, Haarbüschel an den Ohren verhindern auch hier das Eindringen von Sand.

Springmäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv und leben in Familienverbänden in verzweigten Erdbauten. Je nach Gebiet halten sie auch einen Winter- oder Trockenschlaf und überleben so die unwirtlichen Jahreszeiten.

Zwergspringmäuse (Salpingotus und Cardiocranus), die kleinsten Nagetiere

Die kleinsten unter den Zwergspringmäusen sind die Dickschwanz-Zwergspringmaus (Salpingotus crassicauda), mit einer Länge von 41 - 47 mm und die noch kleinere Beluchistan-Zwergspringmaus mit gerade mal 36 - 47 mm Länge. Der Schwanz ist bis zu 6 cm lang. Salpingotus sind Drei-Zehen Zwergspringmäuse, Cardiocranus sind Fünf-Zehen-Zwergspringmäuse. Diese sind nur unwesentlich größer. Die Mittelfußknochen bei den Zwergspringmäusen sind nicht verwachsen.

Es gibt noch einige weitere Zwergspringmäuse, wie Heptners Zwergspringmaus (Salpingotus heptneri), Kozlovs Zwergspringmaus (Salpingotus kozlovi), Salpingotus pallidus und Salpingotus thomasi . Die Zwergspringmäuse sind noch relativ wenig erforscht.

Zwergspringmäuse dieser Größenordnung sind als Heimtiere nicht geeignet, da sie sehr leicht verletzbar sind. Sie zu importieren ist ebenfalls nicht tierfreundlich, da die wenigsten die Transporte überleben.

Bekannter und nur unwesentlich größer und deshalb auch als Haustier besser zu halten, ist die Afrikanische Zwergmaus, auch Knirpsmaus genannt.

Besonderes rund um die Springmaus

Im alten Ägypten wurde als Symbol für die Geschwindigkeit die Springmaus gewählt: die Hieroglyphe dafür stellt die Umrisse einer Springmaus dar.

Video mit einer Zwergspringmaus, ein hilfreiches Fachbuch zu Kleinsäugern

Bildnachweis: Briefmarke der Udssr Springmaus: Cyberkai , pixelio. Wasserschwein: Dieter Schütz, pixelio

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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