
- BR 251 auf Rangierfahrt in Puttbus - Harald Rossa
Nur 3 Lokomotiven der Baureihe V 51, die ab 1968 als Baureihe 251 bei der Deutschen Bahn geführt wurde, entstanden 1964 bei Gmeinder für die Deutsche Bundesbahn. Es waren drei moderne Diesellokomotiven für den Einsatz auf Schmalspurstrecken mit einer Spurweite von 750 Millimetern. Auf den Strecken der Federseebahn, der Schmalspurbahn Warthausen-Ochsenhausen, der Bottwarttalbahn und der Odenwaldbahn Mosbach-Mudau waren nur sehr betagte Dampfloks im Einsatz. Die sollten durch die modernen Dieselloks entlastet werden.
Neben den 3 Exemplaren der V 51 entstanden noch zwei weitgehende baugleiche Maschinen der Baureihe V 52, später 252, für die Meterspur.
Die Entstehungsgeschichte der V 51 und V 52
Noch 1964 verkehrten auf den noch betriebenen Schmalspurbahnen der Deutschen Bundesbahn in Baden-Württemberg 13 überalterte Dampflokomotiven. Aus diesem Grund drohte die Stilllegung der Strecken. Das Land Baden-Württemberg stellte deshalb einen Zuschuss bereit, um für diese Strecken mit einer Spurweite von 750 bzw. 1000 Millimeter moderne Diesellokomotiven zu beschaffen.
Gefordert wurde von der Deutschen Bundesbahn eine zugstarke Lokomotive mit niedriger Achslast, die vor Personen- und Güterzügen auf Strecken mit kleinen Gleisradien einsetzbar sein musste. Geschwindigkeit war Nebensache. Robust und wartungsfreundlich mussten die Maschinen sein, da keine Ersatzfahrzeuge auf den Inselstrecken vorhanden waren.
Der Lokomotivbauer Gmeinder im badischen Mosbach entwarf eine vierachsige Diesellokomotive auf 2 Drehgestellen. Bei der Konstruktion wurde auf die 1958 von MaK in Kiel an die Alsensche Portland-Cement-Fabriken in Itzehoe gelieferte MaK 400 BB Maschine mit einer Spurweite von 860 Millimetern zurückgegriffen. Diese Schmalspur-Diesellokomotive hatte lange schmale Vorbauten und ein in der Mitte angeordnetes Führerhaus und ähnelte der 1958 eingeführten DB-Baureihe V 100 stark.
Die Technik der V 51 und V 52
Gmeinder erhielt von der MaK, die die Baureihe V 100 entwickelt hatte und das Vorbild MaK 400 BB baute, eine Lizenz für die Schmalspurloks.
Alle Maschinen waren mit zwei MWM-Dieselmotoren mit einer Leistung von jeweils 270 PS bei 1600 U/min im vorderen längeren Vorbau für den Antrieb ausgerüstet. Im kürzeren hinteren Vorbau waren der Hilfsdieselmotor, die Batterien, der Kompressor, der Druckluftspeicher und die Dieseltanks untergebracht. Die Kraftübertragung erfolgte über einen hydraulischen Drehmomentwandler und ein Nachschaltgetriebe.
Die Lokomotiven waren für eine maximal zulässige Dienstgeschwindigkeit von 40 km/h ausgelegt. Die technisch erreichbare Höchstgeschwindigkeit lag bei etwa 65 km/h. Sie waren mit einer Sicherheitsfahrschaltung (Sifa), ausgerüstet. Die induktive Zugbeeinflussung (Indusi) war nicht eingebaut, da diese auf Nebenbahnen mit geringen Geschwindigkeiten nicht eingesetzt wurde.
Einsatz der V 51 und V 52 bei der Deutschen Bundesbahn
Die drei Diesellokomotiven für die Spurweite 750 Millimeter gingen 1964 an die Schmalspurbahnen verteilt:
- V 51 901 an die Federseebahn
- V 51 902 an die Schmalspurbahn Warthausen-Ochsenhausen-Biberach
- V 51 903 an die Bottwarttalbahn
wo sie die überalterten Dampflokomotiven ersetzten.
Die Lokomotive V 52 901 und V 52 902 gingen an den Odenwaldexpress Mosbach-Mudau.
Nur konnten diese modernen Diesellokomotiven den Niedergang der Schmalspurbahnen nur verzögern, aber nicht verhindern. Noch 1964 wurde die Federseebahn stillgelegt. Nach Abbau der Strecke kam die V 51 901 zur Bottwarttalbahn. Deren Stilllegung folgte 1968. 1970 kamen beide Lokomotiven der Bottwarttalbahn als Ersatz für die noch im Einsatz befindlichen Dampflokomotiven zur Schmalspurbahn Warthausen-Ochsenhausen. Diese Strecke konnte durch den Güterverkehr des Kühlschrankherstellers Liebherr in Ochsenhausen noch eine Weile gehalten werden. Aber die 3 Loks waren nicht ausgelastet. So wurde 1971 die 251 901 an die Steiermärkische Landesbahnen (StLB) verkauft und dort auf die Bosnische Spur mit 760 Millimeter umgespurt. Am 31. März 1983 wurde auch die Strecke Warthausen-Ochsenhausen stillgelegt.
Am 2. Juni 1973 wurde die Strecke im Odenwald stillgelegt. Die beiden Loks der Baureihe 252 wurden an zwei Privatbahnen verkauft und auf Regelspur umgespurt und das Führerhaus verändert. Die 252 901 kam zur Albtalbahn in Karlsruhe und zog Güter- und Bauzüge. Die 252 902 wurde von der Südwestdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft auf der Kaiserstuhlbahn eingesetzt.
Der Verbleib der Lokomotiven der Baureihe 251
Die 251 901 war seit 1971 bei den Steiermärkischen Landesbahnen (StLB) in den Farben der Deutschen Bundesbahn im Einsatz. Anfang 1999 wurde sie an die Rügenschen Kleinbahnen verkauft. Dort ist sie nach erneuter Umspurung auf ihre ursprüngliche Spurweite von 750 mm und in himmelblauer Lackierung als V 51 901 zur Unterstützung der Dampflokomotiven des „Rasenden Rolands“ im Einsatz. Seit 2008 gehört die Lok dem Landkreis Rügen und wird von der „PRESS - Rügensche BäderBahn“ betrieben.
Die 251 902 blieb auf ihrer Heimatstrecke Warthausen-Ochsenhausen. Nach der Stilllegung war sie etwa zwei Jahre lang abstellt und wurde 1985 von der Öchsle-Museumsbahn übernommen.
Die 251 903 wurde 1984 an die Gleismac Italiana verkauft. Die statte sie mit Wechseldrehgestellen für Meterspur, Normalspur sowie spanischer Breitspur aus und verkaufte sie 1985 an die Gleisbaufirma COMSA aus Barcelona. Die setzte diese Lok vor Bauzügen ein. 2009 wurde sie von der Öchsle Bahn AG gekauft und kehrte im September 2009 nach Ochsenhausen zurück.
Nach knapp 10 Jahren auf normalspurigen Gleisen wurden die beiden Maschinen der Baureihe 252 1985 an die Gleismac Italiana in Gazzo di Bigarello verkauft. Die 252 901 wurde an das Bauunternehmen Francesco Ventura im süditalienischen Paola weiter verkauft und trägt die Nummer T 7152. Die 252 902 wurde wieder auf Meterspur umgebaut und an die Schmalspurbahn Ferrovia Genova-Casella (FGC) in Genua verkauft. Dort wurde sie nach kurzem Einsatz abgestellt und verfällt.
Die MaK 400 BB, Vater der 251 und 252, wurde 1966 an die Kleinbahn Leer-Aurich verkauft und dort auf Meterspur umgespurt. Diese Strecke wurde 1969 aufgegeben.
Die Daten der Lokomotiven der Baureihen 251 und 252
- Baureihe: 251 | 252
- Baujahr: 1964
- Hersteller: Gmeinder & Co in Mosbach
- Anzahl der Fahrzeuge: 5
- Spurweite: 750 |1000 Millimeter
- Achsanordnung: B'B'
- Länge über Puffer: 9.810 Millimeter
- Breite: 2.400 Millimeter
- Höhe: 3.434 Millimeter
- Dienstmasse: 39 Tonnen
- Antrieb: 2 Dieselmotoren mit zusammen 540 PS und hydraulische Kraftübertragung
- Drehgestellachsstand: 1.700 Millimeter
- Drehzapfenabstand: 4.080 Millimeter
- Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
- Kleinster befahrbarer Halbmesser: 50 Meter
