Wenn der „Internationale Tag der Tropenwälder“ gefeiert wird, fällt der Blick unwillkürlich auf die Zerstörung der tropischen Regenwälder. Nach dem Gedenktag sinkt das Interesse gewöhnlich und es wird vergessen, dass auch in Deutschland Fehleinschätzungen bei der Beurteilung des Waldes und der Bedeutung von Holz sowie ein falsch verstandener Umweltschutz, zur Dezimierung unseres Waldes führen kann.

Obwohl Deutschland im Umweltschutz und im Besonderen im Schutz des Waldes, als weltweit vorbildlich gilt, bemängeln Experten, dass Naturschützer und Politiker immer mehr Waldflächen aus dem Waldbewirtschaftsprogramm nehmen, um sie zu Nationalparks umzuwandeln. Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) mahnt, dass diese Bestrebungen weder dem Klima, noch der Natur- oder dem Artenschutz dienen. Er bemängelt, dass diese Maßnahmen lediglich dazu dienen, denjenigen die Lebensgrundlage zu entziehen, die von der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Holzverwendung leben.

Der Wald als Garant für eine erfolgreiche Energiewende

Der Aktionstag wird vom Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) und der AGR genutzt, um die Bevölkerung über bestehende Irrtümer bezüglich des Waldes, aufzuklären. Der geschäftsführende Vorstand beim BSHD, Lars Schmidt, erläutert, dass die Verwendung von Holz aus heimischen Wäldern ein umfassender Garant für eine Erfolgversprechende Energiewende, mit gleichzeitigem Schutz des Klimas und des Artenschutzes, ist. Zusätzlich werden, durch die verstärkte Nutzung eigener Holzressourchen, und einer Aufforstung des Bayerischen Waldes, Arbeitsplätze in Deutschland gestärkt und/oder erhalten. Es wird von vielen Initiativen darauf hingewiesen, dass Dauerholz und Thermoholz alternativen zum Tropenholz sind.

Fünf Irrtümer, die, nach Meinung des BSHD, einer wirtschaftlichen Nutzung von Holz im Wege stehen:

1. Die Nutzung des Holzes zerstört den Wald

Umweltschützer ziehen oft den Umkehrschluss, dass die aggressive Abholzung von Tropenwäldern mit der wirtschaftlichen Nutzung unserer Wälder gleichzusetzen ist. Im aktuellen Waldbericht der Bundesregierung wird der Forst-und Waldwirtschaft eine nachhaltige, wirtschaftliche und trotzdem umweltfreundliche Arbeitsweise bescheinigt. Diese sorgte dafür, dass die Waldfläche beständig zunimmt, in den vergangenen 40 Jahren, eine Fläche von etwa zwei Millionen Fußballfeldern.

2. Wer den Holzverbrauch reduziert, schützt das Klima

Holz bindet ,auch nach dem Schlagen und seiner Verarbeitung, das Treibhausgas CO2. Nach Auskunft von Lars Schmidt könnte dass, im Fall eines Dachstuhls aus Holz, gut und gerne mehrere hundert Jahre sein. Da Holz auch über einen Energiespeichereffekt verfügt, kann mit seiner Verwendung beim Hausbau, in der Bauphase und bei der Nutzung, Energie eingespart werden. Rundweg kann gesagt werden, dass die intensive Nutzung von Produkten aus nachhaltiger und naturnaher Holzwirtschaft, zum Beispiel als Milchpackungen die, selbst mehrere Male recycelt, das gespeicherte Kohlendioxid im Produkt noch binden, sich als klimafreundlich erweisen.

3. Deutschland braucht mehr Wildnis

Die Wälder in Deutschland gelten zu mehr als 30 Prozent als naturnah oder werden sogar noch wertvoller eingestuft. Besucher, die sich im Wald erholen, können oft, so lehrt es die Erfahrung, nicht erkennen, ob sie sich in einem bewirtschafteten Wald oder in einem Naturpark befinden. Lars Schmidt hält die Deklarierung von zusätzlichen Wildnisgebieten, vor allen Dingen in strukturschwachen Gebieten, für wirtschaftlich schädigend. Dem Arten- und Naturschutz werde nur bedingt geholfen, klimaschädliche Roh-und Baustoffe aber vielfältig durch Holz ersetzt und viele Arbeitsplätze geschaffen. Zusätzlich werde der Wald in die Lage versetzt, sich den verändernden Klimabedingungen schneller anzupassen.

4. Wirtschaftswälder sind Monokulturen

Der Deutsche Wald, der in seinem Ursprung ein Mischwald ist, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit schnell wachsenden Baumarten, wie Nadelhölzerer es sind, aufgeforstet. In den Folgejahren wurden von vielen Waldbesitzern diese wie Monokulturen erscheinenden Waldstücke mit anderen heimischen Baumarten gemischt. Da eine Waldgeneration mehrere hundert Jahre dauert, wird erst allmählich sichtbar, wie stabil der Wald wieder geworden ist und welche Arbeit bisher geleistet wurde.

5. Der Wirtschaftssektor Forst und Holz ist unbedeutend

Wer beim Wort Holz ungerechtfertigterweise nur an Tradition und Urlaub denkt, tut den zahlreichen moderne und hochtechnologisierten Betrieben unrecht. Wer den letzten Waldwirtschaftsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2009 aufmerksam liest, erkennt, dass der Wirtschaftsfaktor Holz eine der umsatzstärksten Branchen in Deutschland ist. Außer Häusern aus Holz, Materialien für den Hausbau, Dachstühlen, Treppen, Fußböden, Möbeln, wird Holz auch als Kaminholz, zur Produktion von Papier, Zeitungen, Babywindeln, und Toilettenpapier, benötigt. Selbst Viskosefasern, aus denen Kleider und Möbelstoffe gefertigt werden, sind aus Holz.

Mehr Informationen über Wald und Holz in den Artikeln:

Die Aufforstung des bayerischen Waldes mit neuen Baumarten

Deutsches Dauerholz und Thermoholz eine Alternative zu Tropenholz