
- Dioxinskandal - birgitH / PIXELIO
Die Koblenzer Bevölkerung kann aufatmen. Das Landesuntersuchungsamt in Speyer hatte im Jahresverlauf viermal Proben von Käse, Salami, Rinderleber und Rehfleisch angefordert. Wie die Rhein-Zeitung vom 24. Februar 2011 mitteilte, versichere Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein, dass sämtliche Proben ohne Befund waren. Selbst durch den Skandal ausgelöste außerplanmäßige Kontrollen im Koblenzer Stadtgebiet führten zu keinerlei Beanstandung, wie die Bürgermeisterin gegenüber der Fraktion "Die Grünen" mitteilte. Auch ein Vollei eines ortsansässigen Gewerbebetriebes wurde frisch aufgeschlagen und auf schädliche Stoffe untersucht, doch auch hier wurde der gesetzlich festgelegte Grenzwert nicht überschritten.
Finden weitere Kontrollen in Koblenzer Betrieben statt?
Nach Aussage von Frau Hammes-Rosenstein gäbe es derzeit auch keinen Anlass für eine höhere Kontrolldichte. Auch würden weitere Kontrollen teuer zu stehen kommen, da zusätzliches Personal erforderlich wäre, um die Kontrollen durchzuführen. Für einen Lebensmittelkontrolleur müsste Koblenz mit Kosten in Höhe von 40.000 Euro rechnen. Das Ordnungsamt der Stadtverwaltung ist die zuständige Behörde für das Überwachen von Lebensmitteln und die ADD, Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier trägt die Verantwortung für die Kontrolle der Futtermittel in Rheinland-Pfalz, wie die Rhein-Zeitung mitteilte.
Was bewirkt Dioxin im menschlichen Körper
Mehr als 200 chemische Verbindungen werden als Dioxine angesehen und diese sind unterschiedlich giftig. Dioxin wird normalerweise in Insekten- und Pflanzengiften verwendet. Wird es über die Nahrung aufgenommen, verursacht es in erster Linie gar nichts. Die gesamte Menge Dioxin, die sich im Laufe des Lebens im menschlichen Körper ansammelt ist entscheidend, denn diese bewirkt ein weitaus höheres Krebsrisiko und kann sich auf das Nerven- und Immunsystem auswirken, wie in Tierversuchen herausgefunden wurde. Das Problem ist, dass der Körper es nicht wieder ausscheiden kann. Nur die Symptome können bisher behandelt werden, da es kein Gegenmittel gibt.
Wie gelangt das Dioxin in die Lebensmittel
Eine Futtermittelfirma soll Tierfutter mit Mischfettsäure verwendet haben, die allerdings für technische Zwecke bestimmt war. Mischfettsäure ist ein Nebenprodukt, das bei der Herstellung von Biodiesel entsteht. Dieses Futtermittel, also Dioxin, wurde an zahlreiche Höfe in mehreren Bundesländern geliefert und gelangte somit in die Tröge der Tiere. Eine verhängnisvolle Kette mit skandalösen Ausmaßen. Wie besagte Futtermittelfirma gegenüber dem Westfalen-Blatt mitteilte, wären sie leichtfertig der irrigen Annahme gewesen, dass die Mischfettsäure, die als Nebenprodukt bei der Biodieselherstellung entsteht, für die Herstellung von Futtermitteln geeignet wäre.
Woraus sollte Tierfutter bestehen
Tierfutter sollte normalerweise aus Getreide, Eiweißen, Vitaminen und Mineralien sowie Fetten bestehen, wobei der Getreideanteil bei 60-70 Prozent liegen sollte. Aus Kostengründen wird dieser meist aus den umliegenden Regionen bezogen. Sojaschrot, welches über Importeure aus Nord- und Südamerika bezogen wird, ist der Haupteiweißträger. Mineralstoffe und Vitamine werden von Mineralfutterfirmen als komplette Mischungen verkauft, die Salze, Kalk und verschiedene Vitamine enthalten. Tierische Zutaten, ausgenommen Fischmehl, sind seit dem BSE-Skandal vor 10 Jahren verboten.
Bleibt nur zu hoffen, dass es bald in weiteren Städten zur Dioxin-Entwarnung kommt, damit die Bevölkerung wieder ruhigen Gewissens und ohne Angst bei Eiern und anderen Lebensmitteln zugreifen kann.
Quellenangabe: Reutlinger Wochenblatt vom 27. Januar 2011, Interview mit Nicole Merbach
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