Djembe – westafrikanische Trommel und Musik

Djembe - Monika Unger
Djembe - Monika Unger
Traditionelle afrikanische Rhythmen, seit 1000 Jahren auf der Djembe gespielt, sind in Workshops für jedermann leicht erlernbar.

Trommelmusik hat in Westafrika Tradition. Auf dem Gebiet des ehemaligen Königreichs Mandeng (von Mali bis Guinea) wurde bereits vor 1000 Jahren auf der Djembe gespielt. Jeder der traditionellen Rhythmen hat eine bestimmte Aussage oder wurde zu einer bestimmten Zeremonie oder für einen speziellen Anlass gespielt. Es gibt Melodien für Bauern, Jäger, Fischer, Liebende, Starke Männer, Frauen, Glück, Freiheit, Regen und vieles andere. Natürlich hat auch jede Volksgruppe ihre eigenen Lieder.

Die Urheber der Djembe waren die Schmiede der Volksgruppe der Malinke. Denn nur diese verfügten über Eisenwerkzeuge, mit denen sie die Baumstämme aushöhlen und daraus Trommelkörper schnitzen konnten. Als Vorbild für die becherartige Form diente der afrikanische Mörser.

Die Djembe ist die meist verwendete Trommel in Westafrika und eines der populärsten Percussion-Instrumente der Welt.

Herstellung einer Djembe

Afrikanische Musikinstrumente werden in Afrika auch heute noch ausschließlich in Handarbeit gefertigt. Djembes für Erwachsene sind ca. 55 bis 60 cm hoch und haben einen Durchmesser von 30 bis 36 cm. Es gibt aber auch sehr viel kleinere Instrumente, die für Kinder geeignet sind.

Der Korpus der Trommel wird aus einem ganzen Baumstamm gefertigt, der ausgehöhlt wird. Verwendet wird Hartholz von afrikanischen Baumarten wie Lenke, Mahagoni oder Balafon. Für die Fellbespannung werden heute ausschließlich geschorene weibliche Ziegenfelle verwendet, da das Fell männlicher Ziegenböcke einen zu starken Geruch hat. Früher wurde für die Bespannung Antilopenfell verwendet. Das (feuchte) Fell wird durch ein Ring- und Schnursystem gespannt. Dieses besteht aus drei mit Stoff umwickelten Metallringen und einer ca. 4-5 mm dicken Polyesterschnur. Die Stimmlage der Trommel ergibt sich daraus, wie fest die Längsschnüre angezogen werden. Dies kann durch ein Spannseil, das in Knoten um die Längsschnüre gewickelt wird, jederzeit justiert werden. Je nach Kunstfertigkeit des Handwerkers weisen die Füße mancher Trommeln Schnitzereien auf, oder werden bemalt. Auch farbige Schnüre oder Felle von gefleckten Ziegen tragen zur Individualität der Instrumente bei. Der Herstellungsprozess für eine Trommel – vom Holzblock bis zum spielbaren Instrument – dauert rund 6 Tage.

Djembe spielen lernen?

Djembe spielen kann jeder lernen, der über ein bisschen Rhythmusgefühl verfügt. Es gibt (fast) keine Altersgrenze, da es auch kleine Trommeln für Kinder gibt. Das Angebot an Workshops ist sehr vielfältig.

Die Djembe wird mit den bloßen Händen gespielt. Es gibt 3 Grundstimmen:

  • Slap: dies ist der höchste Ton, das Trommelfell wird (vom Rand aus) mit 4 Fingern (ohne Daumen!) ganz schnell geschlagen
  • Ton (open): wird mit 4 Fingern am Rand der Trommel gespielt, wobei die Finger geschlossen sind; mittlerer Ton
  • Bass: die ganze Hand trifft in der Mitte des Trommelfells auf, tiefster Ton

Andere Töne sind z.B. durch Tippen mit den Fingern oder den Einsatz von Rasselblechen möglich. Traditionell wird die Djembe übrigens meist im Stehen gespielt. Wenn man jedoch, was wesentlich einfacher ist, im Sitzen spielt, muss die Trommel dabei etwas gekippt sein (d.h. der Fuß darf nicht gerade am Boden stehen), um die volle Resonanz des Instrumentes auszunutzen.

Sobald einige Rhythmen beherrscht werden, kann man in einer Gruppe dazu übergehen, die Mehrstimmigkeit der afrikanischen Lieder zu üben. Denn jeder traditionelle Rhythmus besteht aus dem Zusammenspiel von Solo- und Begleitstimmen. Dabei werden, ähnlich wie die Gesangsstimmen bei einem Kanon, von den Trommlern verschiedene Rhythmen parallel gespielt. Unterbrochen wird diese Mehrstimmigkeit in Abständen von so genannten Breaks, das sind Melodien, die von der ganzen Gruppe einstimmig gespielt werden, danach wird wieder mit der Mehrstimmigkeit fortgesetzt. Bei einem traditionellen afrikanischen Orchester sind natürlich auch noch andere Instrumente mit im Spiel.

Für all jene, die keine Musiknoten lesen können, ist die Djembe übrigens das ideale Instrument. Die Rhythmen wurden nämlich nur mündlich überliefert und in Lautsprache übersetzt. Auch afrikanische Trommler lernen die Rhythmen über das Nachsprechen der Silbenfolgen.

Quelle:

Serge Blanc: African Percussion: The Djembe. 1997