Döris Dörrie: Alles inklusive - eine Rezension

Alles inklusive - Diogenes Verlag
Alles inklusive - Diogenes Verlag
Vier Menschen auf der Suche nach Glück und die große Frage, ob sich Zufriedenheit wie im Katalog buchen lässt.

In Doris Dörries neuestem tragisch-komischen Roman "Alles inklusive" dreht sich alles um enttäuschte und deprimierte Menschen, die auf der Suche nach Glück in die Sonne nach Spanien reisen. Allerdings stellen sie dort sehr schnell fest, wie langweilig doch die ständige Hitze ist. Ein Sommerurlaub unter Spaniens Sonne, nach dem sich alles ändert. Der humorvolle Roman wurde am 26. Juli 2011 im Diogenes Verlag veröffentlicht und ist auch als Hörbuch erhältlich.

Ein Sommer im Jahr 1976

Ingrid, eine junge Frau die sich als Hippie versteht, lebt mit ihrer Tochter Apple im spanischen Ferienort Torremolinos. Dort verdient sie ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von selbst hergestelltem Schmuck. Eines Tages begegnet Ingrid dem verheirateten Karl, der von ihrer ungestümen und freizügigen Art total fasziniert ist. Sie beginnen eine kurze, aber heftige Affäre, die in einem Desaster endet. Fünf Menschen werden durch diese Affäre ins Unglück gestürzt.

30 Jahre später

Apple ist mittlerweile erwachsen und hat selbst eine Reihe unglücklicher Affären hinter sich. Sie hat erst einmal von Männern genug und lässt sich von ihrem Mops "Freud" trösten. Ingrid ist jetzt über 60 und bekam nach einer Hüftoperation eine Reise von Apple geschenkt, die sie wieder nach Torremolinos führt. Dort möchte sie ihren Urlaub in einem All-inclusive-Hotel verbringen. Eines Abends begegnet Ingrid der Transvestit Tina. Tina hieß früher Tim und ist der Sohn ihres Geliebten Karl. Durch Tina erfährt sie, dass Karl heute in einem Altersheim wohnt. Bei der Begegnung zwischen Tina, Karl, Ingrid und Apple kommen alte Probleme wieder ans Tageslicht. Apple fühlte sich nie wohl als Kind eines Hippies und ihre Kindheitserlebnisse sind auch die Ursache für das Scheitern jeder ihrer Beziehungen. Tina macht Ingrid und Karl für den Selbstmord seiner Mutter verantwortlich, die nie über die Affäre der beiden hinweg kam.

Eine komische Tragödie

Doris Dörrie lässt in ihrem Roman "Alles inklusive" die einzelnen Protagonisten zu Wort kommen. Die Episoden wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit und beleuchten die jeweilige Sicht des Erzählenden. Es entwickelt sich eine nachdenklich machende Familiengeschichte, in der die Protagonisten mit den Fehlern der Eltern leben müssen. Der Roman ist aber nicht nur traurig, sondern auch sehr unterhaltsam. Der Konflikt zwischen den einzelnen Generationen wird in eine pfiffige Erzählweise verpackt.

Fazit

Der Roman "Alles inklusive" ist die perfekt Urlaubslektüre. Ein schnell lesbarer Schreibstil, guter Wortwitz und nachdenklich machende Sätze runden das Lese-Erlebnis beeindruckend ab. Wer nicht nur seichte Literatur mag, ist mit diesem Buch bestens bedient.

"Alles inklusive" von Doris Dörrie, erschienen am 26. Juli 2011 im Diogenes Verlag, Hardcover, 256 Seiten, 21,90 Euro, ISBN 978-325706-781-1

Die Autorin bedankt sich beim Diogenes Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Diogenes Verlag

Gabriele Pagenhardt von Mainberg, Gabriele Pagenhardt von Mainberg

Gabriele Pagenhardt von Mainberg - Vor einigen Jahren war ich für ein Berliner Internet-Magazin im Bereich Veranstaltungs- und Ausflugstipps tätig und für ...

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